300.000 Euro Beute

Altdorfer Einbrecher vor Gericht

Ein Stemmeisen brauchte der Altdorfer Angeklagte bei seinem Einbruch in der Nürnberger Südstadt nicht. Angeblich stand die Tür zum Keller offen. | Foto: Fotolia2018/12/Altdorf-Einbruch-Fotolia.jpg

ALTDORF/NÜRNBERG – Derzeit stehen ein Altdorfer und seine Freundin vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth. Der 32-Jährige soll in einen Keller in Nürnberg eingebrochen und über 300.000 Euro gestohlen haben. Seine 34-jährige Lebensgefährtin soll davon gewusst haben. Das Geld ist bis auf einen kleinen Rest verschwunden. Angeblich sollen Erpresser die Hand im Spiel gehabt haben.

Liegt vielleicht irgendwo gut versteckt in Altdorf noch der Großteil der Beute, die Erkan A. (Name geändert) bei einem Einbruch im November 2016 erbeutete? Der Hauptangeklagte streitet das vehement ab und serviert dem Landgericht eine haarsträubende Geschichte.

Der arbeitslose Mann gibt zu, dass er in den Keller eines Mehrfamilienhauses in der Nürnberger Südstadt eingestiegen ist. Er habe Geld für Drogen gebraucht und habe deshalb in Kellern nach Wertgegenständen, die sich schnell versilbern lassen, gesucht. „Die Haustüre war offen“, erinnert er sich und berichtet, dass er die Türe zu dem Holzverschlag mit einem Schraubenzieher geöffnet hat. Statt Turnschuhen oder Elektrogeräten fand der Mann aber einen regelrechten Schatz: teuren Goldschmuck und über 300.000 Euro Bargeld. Erkan A. steckte Geldbündel und Preziosen in seine Taschen und machte sich schnell davon.

Großteil der Beute ist weg

Das Geld habe er zum Teil verzockt, zum Teil für Zigaretten und Rauschgift ausgegeben, berichtet der einschlägig vorbestrafte Mann. Der größte Teil der Beute, 200.000 Euro, seien ihm durch eine gemeine Erpressung abhanden gekommen, behauptet der Altdorfer.

Drei bärtige Männer mit Pistolen hätten ihn in einer Nürnberger Grünanlage angesprochen und Geld gefordert. Andernfalls – so die angebliche Drohung der mysteriösen Männer, würden sie seiner Freundin und seinen Kindern etwas antun. Er sei deshalb mit den Männern mit dem Taxi zu seiner Wohnung in Altdorf gefahren und hätte ihnen einen Teil des Geldes, dass er damals im Keller versteckt haben will, ausgehändigt. Wer die Erpresser waren, kann er nicht sagen. Auch hat er keine Erklärung dafür, woher die Männer von seinem plötzlichen Reichtum wussten.

Beute in Staubsauger versteckt

Einen weiteren Teil der Beute will Erkan A. in seiner Wohnung im Staubsauger und in der Waschmaschine versteckt haben. Seine Freundin, die angeblich nie von dem Geld gewusst haben soll, habe die Scheine bei der Benutzung dummerweise zerstört.

Am Ende seien nur noch knapp 5000 Euro übriggeblieben – Geld dass die Polizei bei der Verhaftung sicherstellte. Die Staatsanwaltschaft geht allerdings davon aus, dass die Frau im Bilde war. Sie hat entsprechende Kurznachrichten in den Handys des Paares gefunden. Auch die 34-Jährige sitzt vor Gericht, der Vorwurf lautet Hehlerei. Der Prozess geht weiter.

N-Land Clara Grau
Clara Grau