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Volleyball

3. Liga wird zur neuen Bayernliga

Priscilla Gatzsche im Trikot des TV Altdorf, jetzt in der Halle beim TV Dingolfing. In der nächsten Saison sieht man sich dann wieder | Foto: privat2017/05/Cilla-k2014_02_15_16-c-HK0295.jpg

ALTDORF – Wenn normalerweise ein Verein absteigt, dann steigt er auch ab. Aber wie so vieles in dieser Dritt-Liga-Saison, die fünfte seit 2012/13, sorgen auch nach Beendigung der Spiele kuriose Nachrichten für interessante Veränderungen.

Schon was den Aufstieg betrifft, ist heuer nicht alles „normal“: Mit einem Polizeisportverein aus Sachsen, dem Chemnitzer PSV, steigen immerhin die Meisterinnen der Liga auf, was in den letzten Jahren oft nicht der Fall war. TV Altdorf hätte mal als Fünfter noch in die Zweite Bundesliga gehen können, da alle davor platzierten Vereine verzichteten. Auch Altdorf blieb in der Dritten Liga. Den Sprung in die Zweite Bundesliga muss man sich wohl überlegen. Aus der Zweiten Bundesliga kommt der Fusionsverein VC DJK München-Ost-Herrsching in die 3. Liga zurück.

Beim diesjährigen Abstieg in die Regionalligen gibt es auch ein Kuriosum. Der Dresdner SSV steigt ab, hätte aber eine zweite Garnitur, die in der Regionalliga Ost den zweiten Platz belegte und aufsteigen könnte, verzichtet jedoch ebenso auf den Aufstieg wie die Leipziger LE Volleys. In einer dramatischen Schlussrunde konnten sich die LE Volleys mit einem 3:2 (25:23, 25:20, 12:25, 21:25, 17:15)-Sieg über den Dresdner SSV II durchsetzten. Somit wird die 3. Liga ohne Thüringen und Sachsen gespielt, also lediglich aus bayerischen Teams bestehen.

Keine Derbys mit VfL Nürnberg

Die von vielen Volleyballfreunden gern gesehenen Duelle TV Altdorf gegen den VfL Nürnberg wird es voraussichtlich nicht mehr geben. Die Turbulenzen beim VfL werden schon seit einer gewissen Zeit beobachtet, in dieser Saison wurden auch Damenteams abgemeldet, und jetzt trifft es das Drittliga-Team. Fast alle Spielerinnen wollten vom kriselnden, strukturschwachen VfL weg und den Ligaplatz mitnehmen. Erst versuchte man es beim SV Schwaig, dann beim TSV Zirndorf. Selbst ein spanischer Nationaltrainer konnte am Ende die Talfahrt nicht stoppen.

Offensichtlich fand das Team um die Altdorferin Katja Holstein kein Gehör bei den Vereinen (Begründung: keine Hallenzeiten). Somit löst sich die Mannschaft wohl auf, was aber eher ein Ergebnis der Arbeit der Jahre davor widerspiegelt: Die Jugend wurde von dem Verein, der in Langwasser zu Hause ist, stark vernachlässigt. Man war immer auf Spielerinnen angewiesen, die von anderen Vereinen kamen – zu Zweitligazeiten war das natürlich kein Problem. Zahlreiche Altdorfer Volleyballerinnen fanden früher den Weg zum VfL: von Florentina Büttner angefangen, über Nicole Aures, Amely und Annette Groner, Katja Holstein, Mirjam Maletius bis hin zu Maria Wirth (um nur einige zu nennen).

Mittelfranken ist wieder doppelt vertreten

Dennoch wird Mittelfranken mit einem weiteren Team vertreten sein, dem TSV Ansbach. Dort wird gute Jugendarbeit geleistet Ansbach ist wie Altdorf Ausbildungsstützpunkt des Bayerischen Volleyballverbands, somit finden sich genügend Spielerinnen. Außerdem ging die Ex-Nationalspielerin Conny Dumler nach vielen Profijahren in den Verein zurück, was dazu geführt hat, dass die Ansbacherinnen überlegen die Meisterschaft der Regionalliga Süd-Ost gewinnen konnten. Mit den Ansbacherinnen pflegt Altdorf so etwas wie eine Freundschaft, denn man kennt sich von Vorbereitungsspielen gut.

Weiterhin konnte aus Bayern der TV Dingolfing in die Dritte Liga aufsteigen. Das wäre nicht weiter erwähnenswert, wenn dort nicht ein Volleyballtalent aus der Altdorfer Volleyballschule tätig wäre. Priscilla Gatzsche, die im Beachvolleyball weiterhin für Altdorf startet, wurde wegen ihres Studienplatzes in Deggendorf bei der Vereinssuche in Dingolfing fündig und wurde zunächst als Angreiferin eingesetzt, später nahm sie die Liberaposition ein. Das Team konnte mit seinem schwedischen Trainer, der nach Saisonschluss in die Heimat zurück musste, unangefochten den zweiten Rang erreichen. Ein neuer Trainer wird sich finden.

  • Die voraussichtliche Zusammensetzung der Dritten Liga Ost: TV Altdorf, DJK Augsburg-Hochzoll, VC DJK München-Ost-Herrsching, TV Planegg-Krailling, SV Lohhof II, TSV Eiselfing, TSV Ansbach, TV Dingolfing und TV/DJK Hammelburg.

 

Pudelwohl in Liga drei

Der TV Altdorf fühlt sich in der Dritten Liga pudelwohl, es scheint, dass diese Leistungsebene wie geschaffen ist für den Verein. Den Altdorferinnen fehlte zwei Spielzeiten lang eine eigene Halle, Schwaig wurde zum Austragungsort für die Heimspiele. Nun gibt es eine neue Halle, die auch den Vorschriften der Zweiten Liga entspricht, und es gibt guten Nachwuchs im Verein. Also drängt sich die Frage auf: Soll man die Bundesliga anpeilen oder nicht? Die Mannschaft von Toni Juric (siehe Interview unten) wird die Antwort geben, am Ende der neuen Saison 2017/2018.

N-Land Willi Hanke
Willi Hanke