Weiße Überraschung im Hersbrucker Land

Kalt erwischt

Kalt, weiß, und doch wunderschön: Auch im Winter gibt es an der Pegnitz und ihren Ufern viele zauberhafte Ecken, die der Schnee in eine eisige Märchenlandschaft verwandelt hat. | Foto: M. Wildner2017/01/Schnee-Pegnitz.jpeg

HERSBRUCK – Für weiße Weihnachten hat es nicht gereicht, dafür kam er fast pünktlich zu Neujahr: Der Schnee überzog heute die Hersbrucker Schweiz mit einer kalten Decke. Wintersportler haben Grund zur Freude, Autofahrer sollten dafür wieder besonders vorsichtig sein.

Wer heute noch Urlaub hatte und erst am späten Vormittag aus dem Fenster schaute, dürfte überrascht gewesen sein: War es am Wochenende nur der Reif, der Wiesen und Wäldern ein weißes Kleid verpasste, waren jetzt auch Autos, Dächer und Straßen angezuckert.

Bald zum Skilaufen?
Der erste Schneefall in diesem Winter konnte sich sehen lassen, fast den ganzen Tag über rieselte er gemächlich auf Stadt und Umland. In den nächsten Tagen soll es laut Wetterprognosen sogar noch mehr schneien. Das freut vor allem Rodel- und Skifreunde, auch Familie Kempf vom Gasthaus Brauner Hirsch in Waller trifft die ersten Vorbereitungen für die Langlaufsaison und hofft, dass spätestens am Wochenende die Loipen gespurt werden können. Aber natürlich hat alles Schöne auch eine Schattenseite: Zwischen Stöppach und Aspertshofen ereignete sich auf schneeglatter Straße ein kleinerer Unfall, verletzt wurde aber laut Hersbrucker Polizei niemand.

In Graben gerutscht
Einen etwas größeren Einsatz hatten die Feuerwehren aus Alfeld und Hersbruck am frühen Nachmittag. Eine Thalheimerin geriet mit ihrem Audi A4 kurz vor dem Alfelder Ortsteil Rosenmühle ins Schleudern. Die 50-Jährige verlor die Kontrolle über ihren Pkw, der daraufhin rechts eine steile Böschung hinab rutschte, bis eine kräftige Buche ihn stoppte. Ersthelfer und Feuerwehr holten die Fahrerin relativ schnell aus dem Auto, ihre Tochter war dagegen auf dem Beifahrersitz eingeklemmt und musste von den Floriansjüngern mit der Rettungsschere befreit werden.

Beide kamen mit mittelschweren Verletzungen ins Klinikum Nürnberg. Im Einsatz waren auch Rettungsdienste und Notarzt aus Hersbruck. Der Totalschaden am Audi liegt laut Polizei bei rund 13 000 Euro, die Staatsstraße war eineinhalb Stunden komplett gesperrt.

Klaus Bald, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Hersbruck, ruft deshalb gerade jetzt zur Vorsicht auf den Straßen auf: „Langsam fahren ist oberstes Gebot, da die eigene Geschwindigkeit leicht überschätzt wird und es dann schnell gefährlich werden kann.“ Das Wichtigste seien aber immer noch gute Winterreifen.

Wer vielleicht ganz auf seinen fahrbaren Untersatz verzichtet und den Arbeits- oder Einkaufsweg lieber zu Fuß zurücklegt, der umgeht zum einen die glatten Straßen und zum anderen lässt sich so die schöne Winterlandschaft viel besser genießen. Halb zugefrorene Seen und Bäche, angezuckerte Wiesen, dazu das knirschende Geräusch des Schnees unter den Füßen.

Und alles scheint plötzlich etwas leiser und langsamer als sonst vonstatten zu gehen. Wie ein Standbild mutet da die ansonsten recht lebhafte Pegnitz an, in der Innenstadt ist es immer wieder seltsam still und auch die weiten Pegnitzwiesen sind nicht so frequentiert wie an anderen Tagen. Perfekte Bedingungen also, um sich nach einer rauschenden Silvesterparty ein bisschen zu erholen und auszuruhen.

N-Land Marina Wildner
Marina Wildner