Konzert in Alfelder Kirche

Beifallsstürme für russisches Vokalensemble „Vivat“

Die vier Solisten brachten tiefgründige, aber auch humorvolle Lieder zu Gehör. | Foto: K. Rösel2019/02/DSC_0009.jpeg

ALFELD – „Ein Zauber des Gesanges“ – so wurde das Vokalensemble „Vivat“ bei Auftritten in der Vergangenheit bereits beschrieben. Verzaubern ließen sich auch die Besucher in der Sankt-Bartholomäus-Kirche in Alfeld beim Konzert des Quartetts aus Sankt Petersburg.

Im Jahr 1991 begann der künstlerische Werdegang des Ensembles. Gründer und künstlerischer Leiter des Quartetts ist Victor Stupnev (Bariton), der als Dozent für Chorleitung und Dirigieren an der Pädagogischen Universität in St. Petersburg tätig ist. Die restliche Besetzung hat sich seit der Gründung etwas verändert, aber alle vier sind Absolventen des berühmten Konservatoriums. Inzwischen sind sie als Dozenten sowie als Solisten an führenden Theatern tätig.

Tradition wahren
Bei Tourneen in Deutschland und anderen europäischen Ländern will der Chor die Tradition der russischen geistlichen und volkstümlichen Chormusik wiederbeleben und einem breiten Zuhörerkreis vermitteln. Daneben ist es ihnen ein Anliegen, das Interesse des Publikums auch auf kirchenmusikalische Werke von Komponisten zu lenken, die in Westeuropa weniger bekannt sind.

Alfeld war fast das Ende der Reise der vier Solisten. Es folgen noch Auftritte in Erlangen und Bonn, bevor die Heimreise wieder angetreten wird. Bei ihren Konzerten bitten die Musiker um freiwillige Spenden. Damit unterstützen sie die Intensivstation des städtischen Kinderkrankenhauses „Sankt Nikolaja Tschudotvorza“ in Sankt Petersburg.

Victor Stupnev führte die Besucher in der Alfelder Kirche in hervorragendem Deutsch durch das mehr als einstündige Programm. Ausdrücklich hatte zuvor noch Pfarrer Helmut Gerstner darauf aufmerksam gemacht, dass gerne nach jedem Lied geklatscht werden dürfe. Schließlich sei der Applaus der Lohn des Künstlers. Davon machte das begeisterte Publikum dann auch reichlich Gebrauch.

Im ersten Teil kam russische geistliche Musik zum Vortrag. Die Lieder waren zwar alle in russischer Sprache, zogen die Zuhörer aber durch die gute Einführung von Victor Stupnev in ihren Bann. Vor allem einige Solos vermittelten dem Publikum einen Eindruck von der Bandbreite und vom Können des Chores. Die klaren Stimmen füllten das Kirchenschiff bis in den hintersten Winkel. Ein Highlight des ersten Teiles war das in Russisch und Deutsch vorgetragene „Ich bete an die Macht der Liebe“. Die Melodie stammt von dem Sankt Petersburger Komponisten Dmitri Stepanowitsch Bortnjanski, der es einst auf der Durchreise nach Italien in Deutschland geschrieben hat.

Der zweite Teil des Konzerts war der volkstümlichen Musik gewidmet. Hier standen einige Scherzlieder auf dem Programm, bei denen die Sänger auch ihr schauspielerisches Talent zeigten. Glanzvoller Höhepunkt dieses Teiles war aber sicherlich das „Glöcklein klingen“ mit einem herausragenden Solo des ersten Tenors. Beifallsstürme auch nach der allerletzten Zugabe waren ein sicheres Zeichen, dass der zweite Auftritt des Vokalensembles „Vivat“ in Alfeld sehr gut angenommen wurde.

N-Land Kerstin Rösel
Kerstin Rösel