Fragebogen an die Bundestagsdirektkandidaten

Alexander Horlamus (SPD)

Alexander Horlamus, SPD. | Foto: privat2017/09/Horlamus-kl.jpg

NÜRNBERGER LAND – Am 24. September ist Bundestagswahl. N-land hat alle Direktkandidaten dasselbe gefragt. Ihre Antworten stellen wir in einer kleinen Serie vor. Heute: Alexander Horlamus, SPD.

Geboren: 5. 7.1984 in Nürnberg

Wohnort: Lauf

Beruf: Rechtsanwalt, Fachanwalt für Strafrecht

Politische Stationen: seit 2001 im Vorstand der SPD Lauf, seit über zehn Jahren im SPD-Kreisvorstand, seit 2008 Laufer Stadtrat und Kreisrat im Nürnberger Land; 2014 Landratskandidat; seit 2014 Fraktionsvorsitzender in Stadtrat und Kreistag.

Wie soll die BRD Zuwanderung steuern, Integration ermöglichen?

Das Grundrecht auf Asyl muss unangetastet bleiben. Die Flüchtlinge müssen in der EU gerecht verteilt, die EU-Außengrenzen vor illegalen Grenzübertritten geschützt werden. Wichtig ist es, die Fluchtursachen in den Herkunftsländern etwa durch Wirtschaftsförderung zu bekämpfen. Die vielen Helfer müssen besser unterstützt werden. Es muss ein Einwanderungsgesetz nach kanadischem Vorbild geben.

Herrscht in Deutschland soziale Gerechtigkeit? Was stellt die Balance her?
Nein. Frauen und Männer werden nach wie vor nicht gleich bezahlt. Viele Rentner können von ihrer Rente nicht leben. Leiharbeiter verdienen für die gleiche Arbeit weniger Geld als das Stammpersonal. Viele junge Familien finden keinen bezahlbaren Wohnraum. Im Gesundheitswesen gibt es noch immer ein Zwei-Klassen-System. Bildung ist vom Einkommen der Eltern abhängig. Wir brauchen: Gleichen Lohn für gleiche Arbeit, eine Stabilisierung des Rentenniveaus auf mindestens 48 Prozent, mehr sozialen Wohnungsbau und Förderung von Haus- und Wohnungskauf für junge Familien, eine Kranken-Bürgerversicherung, in die alle einzahlen. Bildung muss von der Kita bis zum Erststudium für alle kostenlos sein.

Ab 2030 nur noch E-Autos in Deutschland? Wie geht das?
Aus Klimaschutzgründen wären möglichst bald viele E-Autos wünschenswert. Dies sollte der Staat finanziell fördern. Die EU muss Autohersteller mit einer Quote verpflichten, E-Autos zu verkaufen. 2030 ist unrealistisch.

Wichtigste Ziele für das Nürnberger Land:

Es soll noch lebenswerter werden als es sowieso schon ist. Dafür braucht es mehr bezahlbaren Wohnraum und eine Förderung von Wohneigentum für Familien mit niedrigem und mittlerem Einkommen. Die Versorgung mit Internet und Mobilfunk (LTE) muss vielerorts noch deutlich verbessert werden. Auch der ÖPNV muss ausgebaut werden. Die medizinische Versorgung muss überall gewährleistet sein.
In Hersbruck muss eine wohnortnahe medizinische Versorgung gewährleistet sein. Das Krankenhaus soll daher möglichst weiter bestehen. Die Ansiedlung von Nahversorgungsgeschäften auch in kleineren Gemeinden soll gefördert werden. Die Pegnitztal-Bahnstrecke muss unbedingt elektrifiziert werden. Dabei sollen so viele Brücken wie möglich erhalten bleiben. In Reichenschwand muss endlich die Untertunnelung kommen.
Ich bin gegen den Bau der Stromautobahn durch unseren Landkreis. Die dezentrale Energieversorgung muss viel stärker als bisher gefördert werden. Nur so kann es gelingen, dauerhaft den Bau von Monsterstromtrassen zu verhindern. In den größeren Städten und Gemeinden wie Lauf, Röthenbach, Schwaig, Altdorf, Schwarzenbruck und Feucht muss der Bau von Sozialwohnungen durch den Bund gefördert werden. Generationenübergreifende Wohnprojekte müssen durch den Bund gefördert werden. Die Zugverbindungen müssen erhalten und ausgebaut werden.
Der Erhalt des Altdorfer Krankenhauses muss trotz der Konkurrenz durch das Südklinikum Nürnberg dauerhaft sichergestellt sein. Die Bundesstraße 8 bei Schwarzenbruck muss vom Verkehr entlastet werden.

Mein Lebensmotto in einem Satz:
Willst du glücklich sein im Leben, trage bei zu anderer Glück, denn die Freude, die wir geben, kehrt ins eigene Herz zurück.

N-Land Michael Scholz
Michael Scholz