Hüttenbach feiert Kirchweih

25 Jahre ‚Kirwafreunde‘

Der Festzug zum „Kirwala-Ausgraben“ ist eine Hüttenbacher Tradition. | Foto: Schuster2017/06/kirchweih-huttenbach-us.jpg

HÜTTENBACH — Die Hüttenbacher haben am Wochenende ihr 25. „Kirwajubiläum“ gefeiert. Seit 1992 wird das Fest von den „Kirwa­freunden“ organisiert.

Alljährlich am dritten Wochenende nach Pfingsten feiern die Hüttenbacher von Freitag bis Dienstag ihre „Kirwa“. Diese Tradition entstand als Abkömmling der Bühler Kirchweih im Jahr 1950, ins Leben gerufen vom Fremdenverkehrs- und Verschönerungsverein. Als konstante und fest etablierte Größe  konnte man die „Kirwa“ aber erst mit der Gründung des Vereins „Kirwafreunde Hüttenbach 1992 e.V.“ bezeichnen. Seither stellt der Simmelsdorfer Ortsteil im Vergleich zur Einwohnerzahl ein Programm auf die Beine, das seinesgleichen sucht.

Die Mutter des „Kirwapfarrers“, Rosa Egloffstein, berichtet vom ersten Jahr: „Wir hatten nicht mit einem solchen Ansturm gerechnet und zu wenige Vorräte eingekauft. Da nicht alle Gäste verpflegt werden konnten, war Ärger vorprogrammiert.“ Der vor 25 Jahren gewählte ehemalige Vorsitzende Josef Distler stellt trotzdem fest: „Im Wesentlichen hat sich unser Konzept bewährt.“ Viel hat sich seit 1992 nicht verändert, abgesehen davon, dass der Baum und die Buden der Schausteller inzwischen an anderer Stelle stehen. Eines ist auf jeden Fall gleich geblieben – das „Kirwala-Ausgraben“.

Mit dem Ausgraben, das „Kirwapfarrer“ Gerhard Egloffstein nach eigenem Bekunden seit 1989 begleitet, wurde heuer wieder unter den Augen der Dorfbewohner das Fest eingeläutet. Dazu zogen die „Kirwamadla“ und „-boum“ unter Begleitung von Musikern aus der Region zum Ausgraben des geheimnisvollen „Kirwalas“.

Nachdem Egloffstein den Prolog vorgetragen hatte, setzte der „Klapperer“ (Julian Krause) mit dem Spaten an, um im „Kirwagrab“ das „Kirwala“ zu finden – und tatsächlich, es war noch drin: eine Plastikflasche, in der einige Schriftstücke die Ereignisse des Kirchweihfests dokumentieren. So verlasen dann Larissa Renner die Namen der „Kirwamadla“ und  Markus Langhans die der „Kirwaboum“ aus dem vergangenem Jahr. Bernd Taufer hatte die Aufgabe, allerlei Kurioses sowie peinliche Ereignisse vorzutragen. Gestärkt mit einem Stamperl Schnaps sangen die Akteure gemeinsam. Das Halstuch umgebunden und den Hut aufgesetzt, damit vervollständigten die „Boum“ diese kurzweilige Zeremonie.

Innerhalb kurzer Zeit füllte sich der Platz vor dem Festzelt wegen der warmen Temperaturen sehr schnell und die Gäste standen – ordentlich gereiht – in der Schlange zur Essensausgabe. Die Kinder nutzten die Angebote der Schausteller, das Karussell und die Schießbude. Auch die Schiffschaukel war meist gut belegt. Die Schausteller waren jedenfalls zufrieden mit diesem Wochenende, auch wenn der Andrang nach ihrer Meinung durchaus etwas größer hätte sein dürfen.

Das „Megaereignis“ in Hüttenbach begleitete am Freitag die Band „Coconuts“. Gekommen waren auch Kirchweihburschen aus der Umgebung. Für den Samstagabend übernahm die Band „Franken Connection“ die musikalische Verantwortung. Ihr Repertoire reichte von Fränkisch bis Rockmusik. Zuvor stellten die Burschen den rund 27 Meter hohen Baum auf.
Höhepunkt am Sonntag war ein „Betz‘n-Austanzen“ zusammen mit den Ehemaligen. Am Abend fand eine Ehrung der Gründungsmitglieder statt, darunter Bürgermeister Perry Gumann.

„Coconut“ heizten den Gästen am Freitagabend ein. | Foto: Schuster2017/06/huttenbach-kirwa-band.jpg

Seit 2014 ist Stefan Raum Vereinsvorsitzender. Rund 80 der insgesamt 200 Mitglieder legen Hand an, damit alles nach Plan funktioniert. Im Jubiläumsjahr spendeten die „Kirwafreunde“ 1000 Euro an den Hüttenbacher Kindergarten.
Gestern spielten die „Kirwaboum“ und „-madla“ ab 9 Uhr im ganzen Dorf „Küchla“ ein, ab 15 Uhr war noch einmal Festbetrieb und abends gab es Unterhaltung mit den „Sayonaraz“. Das „Kirwala“ wird heute gegen 19 Uhr wieder eingegraben.

N-Land Udo Schuster
Udo Schuster