Ärztlicher Kreisverband Nürnberger Land informiert

Zum Welt-Parkinson-Tag: Symptome entwickeln sich schleichend

Oft sind es nicht die Betroffenen selbst, sondern die Angehörigen, die die Erkrankung als erstes bemerken. | Foto: Pixel-Shot/stock.adobe.com2022/04/AdobeStock_331113217-scaled.jpeg

NÜRNBERGER LAND – Rund sechs Millionen Menschen sind weltweit betroffen, in Deutschland leben laut Schätzungen zwischen 240 000 und 280 000 Menschen mit Parkinson.

Die Parkinson-Krankheit oder Schüttellähmung ist eine langsam fortschreitende neurologische Erkrankung, die vorwiegend Menschen im höheren Lebensalter trifft. Dr. Martin Seitz, erster Vorsitzender des Ärztlichen Kreisverbandes im Nürnberger Land, erklärt, dass die Krankheit in der Regel zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr auftrete.

Entwicklung im Gehirn

Bei einer Parkinson-Erkrankung (Morbus Parkinson) kommt es zu einem fortschreitenden Verlust bestimmter Zellen im Gehirn. Dadurch kann das Hormon Dopamin nicht mehr in ausreichender Menge produziert werden. Ohne die richtige Menge an Dopamin kann sich der Mensch nicht richtig bewegen. Es kommt zu den klassischen Symptomen wie Bewegungsarmut beziehungsweise Bewegungsverlangsamung, Muskelsteifheit und Zittern.

„Die Symptome entwickeln sich schleichend“, erläutert Dr. Seitz. Oft erkenne die engste Umgebung des Patienten die Krankheitssymptome deshalb früher als der Patient selbst. Meist begännen die Symptome auf der einen Körperseite, später breiteten sie sich dann auch auf die andere Seite aus.Kaum mehr Mimik

Zunächst nur eine Körperseite

Das wichtigste Krankheitszeichen ist die Bewegungsverarmung: Alle Bewegungen, bis auf das Sprechen, sind verlangsamt und in ihrem Umfang deutlich eingeschränkt. Dies führe unter anderem zu einer deutlich reduzierten Mimik und einem schlurfenden, vornübergebeugten Gang.

Mögliche Therapiemaßnahmen hingen laut Dr. Seitz von der spezifischen Erkrankungsform ab. Dazu gehörten Medikamente, Krankengymnastik, Sprach- und Schlucktherapie sowie Operationen. Bei Parkinson sei eine speziell angepasste Behandlungsstrategie notwendig.

Körperliche Aktivität

Um einen möglichst guten Gesundheitszustand zu bewahren, sollten Patienten körperlich aktiv bleiben. Dr. Seitz empfiehlt: „Hier können auch die Angehörigen helfen, indem sie den Erkrankten bei der Durchführung der vom Arzt verordneten physiotherapeutischen oder ergotherapeutischen Behandlung unterstützen.“

Bewährt habe sich auch leichter Ausdauersport. Zu achten sei auf eine regelmäßige Ernährung. Patienten mit Parkinson-Krankheit essen und trinken oft zu wenig, weil sie in ihrer Motorik nicht mehr zielgerichtet und verlangsamt seien.

Informationen gibt es unter www.parkinson-vereinigung.de. Auf dieser Seite wird ein Selbsttest auf mögliche Frühsymptome der Krankheit erläutert.

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