Feuchter Hauptausschuss möchte Kirchweih früher beenden

Zapfenstreich am Kirchweihplatz

Anwohnern war das bunte Treiben auf der Kirchweih 2018 zu viel. Nun denkt der Gemeinderat Feucht darüber nach, den Festbetrieb um dreieinhalb Stunden zu kürzen. | Foto: Herbert Bauer/Archiv2019/03/Feucht-Kirchweih-Luftbild-2018.jpg

FEUCHT – Wie lang darf auf der Kirchweih Remmidemmi sein? Und was passiert mit denen, die nach Schankschluss trotzdem noch Lust auf Feiern haben? Über diese Fragen hat der Feuchter Hauptausschuss in seiner jüngsten Sitzung erneut diskutiert. Oliver Siegl (CSU) sprach sich mit Nachdruck für eine Lockerung der Sperrfrist der Feuchter Lokale zu Zeiten der Kirchweih aus. Gegenwind erhielt er vor allem vom dritten Bürgermeister Gerd Steuer (UCS). Zur Debatte standen außerdem die neuen Musik-, Ausschank- und Betriebszeiten der Feuchter Kirchweih.

Seit 2011 ist bei den Feuchter Wirts-häusern und Lokalen auch zur Kirchweih spätestens um ein Uhr morgens Schluss. Der Marktgemeinderat hatte sich damals dazu entschieden, allzu exzessivem Feiern bis in die frühen Morgenstunden einen Riegel vorzuschieben. Er befand, dass die Lärmbelästigung den Anwohnern nicht zuzumuten sei und verhängte eine Sperrzeit von ein bis sechs Uhr morgens.

Wiederbelebung einer Tradition

CSU-Gemeinderat Oliver Siegl hat nun die Diskussion um diese Regel neu eröffnet. In Feucht gebe es seit langem die Tradition, auch nach dem Kirchweihbesuch und Schließen des Festplatzes weiter zu feiern. Durch das Einführen der Sperrzeit sei den Feuchtern ein Kulturgut abhanden gekommen. Siegl plädiert im Ausschuss dafür, die Regel zu streichen. Der Betreiber des Holzwurm an der Nürnberger Straße begrüßt die Idee.

„Um die Nachtruhe zu erhalten, kann ich mir gut vorstellen, für diese Zeit einen Sicherheitsdienst zu beauftragen“, antwortet er in einem Fragebogen des Marktes Feucht zum Thema Kirchweih. Von anderen Lokalinhabern kam kein Feedback. Der Holzwurm ist das einzige Lokal, das den Fragebogen ausgefüllt zurückgab.

Betrunkene auf dem Spielplatz

Rita Bogner von den Feuchter Grünen schließt sich Siegls Antrag prinzipiell an. Sie schlägt allerdings vor, die Öffnungszeiten der Lokale nicht komplett frei zu geben. Um zwei oder drei Uhr soll Schluss sein, findet sie. SPD-Gemeinderätin Petra Fischer sieht die Sperrzeit ebenfalls kritisch.

Seit deren Einführung versammelten sich mehr und mehr Kirchweihfreunde, die nach dem Schließen des Festplatzes noch nicht nach Hause gehen wollten, auf dem Spielplatz an der Industriestraße und im Eichenhain, sagt sie. Feuchts dritter Bürgermeister Gerd Steuer (USC) lehnt der Antrag ab. Die Sperrfrist habe sich bewährt und er sehe keinen Vorteil darin, sie wieder aufzuheben.

Der Beschlussvorschlag, auf den sich der Ausschuss schließlich einigt, sieht eine Verkürzung der Sperrzeit vor. Sollte der Gemeinderat dem Antrag zustimmen, könnten der Holzwurm und andere Gaststätten bis drei Uhr morgens geöffnet haben.Anhaltende Ruhestörung ist auch auf dem Festplatz ein Problem für die unmittelbaren Anwohner. Im vergangenen Jahr eskalierte die Situation: Manche Schausteller ließen die Musik laufen, Trunkenbolde grölten bis weit nach Betriebsschluss auf dem Festplatz.

Neue Betriebszeiten?

Das Ergebnis: Es wird neue Musik-, Ausschank- und Betriebszeiten für die Feuchter Kirchweih geben. Der Vorschlag des Hauptausschusses an den Gemeinderat: Freitag, Samstag, Montag und Mittwoch soll die Musik bis 23.30 Uhr spielen, und bis Mitternacht kann man sein letztes Bier holen. Der Festplatz soll um 0.30 Uhr schließen. Am Sonntag und Dienstag gibt es ab 22 Uhr keine Musik mehr, eine halbe Stunde später schließt der Ausschank und um 23 Uhr auch der Festplatz. Insgesamt sind das dreieinhalb Stunden weniger Betrieb.

Der Gemeinderat wird nun in seiner kommenden Sitzung über die mit den Anwohnern gefundenen Kompromiss-Zeiten diskutieren und entscheiden, ob weitere Änderungen vorgenommen werden.

N-Land Magdalena Mock
Magdalena Mock