Röthenbach soll Karte anfertigen

Wo sind „Klimarisiken“?

Sieht es in Röthenbach bald so aus, drohen gar Brände wegen zu großer Trockenheit? | Foto: Adobe/Stock2021/10/AdobeStock_430632880-crop-scaled.jpg

Röthenbach – Einstimmig hat der Röthenbacher Stadtrat beschlossen, eine ungewöhnliche Karte anfertigen zu lassen: Sie soll darstellen, wo im Stadtgebiet „Klimarisken“ bestehen, wo es also zu Überschwemmungen kommen kann oder zu Bränden bei großer Dürre.

Der Antrag dazu stammt von den Grünen. Sie wünschen sich eine „Übersicht über die Gefährdungslage“ und weisen auf „existenzielle Bedrohungen für Besitz und Leben“ durch den Klimawandel hin. „Wir kennen alle die Bilder aus dem Fernsehen“, so Fraktionssprecher Dieter Hammer. Mit einer weiteren Verschärfung der Risikolage müsse in den nächsten Jahren gerechnet werden, auch in Röthenbach.

Nicht nur Staaten, auch Kommunen müssten dringend handeln, „wenn wir unsere Lebensweise erhalten wollen, wenn mittägliche Biergartenbesuche, Spaziergänge im Wald und Feiern auf der Kirchweih nicht durch Hitze oder Starkregen verleidet werden sollen“, heißt es in einer Pressemitteilung zu dem Antrag.

Seit 2019 gilt die Klimanotlage

Bereits im September 2019 hatte Röthenbach, ebenfalls auf Anregung der Grünen, die Klimanotlage ausgerufen – nach dem Vorbild Erlangens, das als erste bayerische Kommune diesen Schritt gegangen war (die Pegnitz-Zeitung berichtete). Nötig sei „eine noch nie dagewesene gesellschaftliche Transformation“, hatte die Fraktion damals erklärt. Ein Maßnahmenpaket knüpfte sich aber zunächst nicht an die Klimanotlage. „Jetzt wird es konkret“, versprechen die Grünen dagegen heute.

Für mehr „Bürger*innenEnergie“

Ein erstes Signal war aus ihrer Sicht bereits die Schaffung einer neuen Stelle zusammen mit den Nachbarkommunen Schwaig, Rückersdorf und Leinburg. Eine Klimamanagerin soll Projekte zur Co2-Einsparung und zum Umweltschutz umsetzen. Zudem stellen
sich die Grünen eine Art Genossenschaft vor: Die „Bürger*innenEnergie Untere Pegnitz/Röthenbach“ soll die Röthenbacher und ihre Nachbarn auch finanziell am Ausbau erneuerbarer Energien beteiligen.

Was die Klimarisiken angeht, so sind zunächst einmal Wasserwirtschaftsamt und Feuerwehr gefragt: „Wir fragen diese Stellen jetzt an, zu möglichen Überschwemmungsgebieten zum Beispiel gibt es ja bereits Daten“, sagt Bürgermeister Klaus Hacker. In einer Übersicht sollen diese zusammengetragen werden.

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