Bis zum 28. Mai können Bürger Stellungnahmen abgeben

Stromtrassen: Wie weiter?

Wird die Gleichstromtrasse vielleicht doch durchgehend parallel zur A 9 geführt? Hängt vom Genehmigungsverfahren ab, heißt es aus dem Wirtschaftsministerium. Für eine Teilerdverkabelung gibt es zumindest eine Option. Dass die neuen Leitungen benötigt werden, steht für Wirtschaftsminister aber Gabriel außer Frage. Foto: privat2014/05/stromwinkelhaid.jpg

NÜRNBERGER LAND – Der neue Netzentwicklungsplan für die Hochspannungsleitungen und möglichen Gleichstromtrassen in Deutschland steht. Alle Kommunen haben innerhalb einer bestimmten Frist die Möglichkeit, sich dazu zu äußern, ebenso wie alle Bürger. Konsultationsphase nennen das die Planer.

Bis zum 28. Mai müssen alle Einwendungen und Vorschläge von Städten, Gemeinden und Bürgern bei der Bundesnetzagentur eingegangen sein. In den betroffenen Kommunen im Nürnberger Land arbeitet man derzeit an den Stellungnahmen, in Berg in der benachbarten Oberpfalz hat Bürgermeister Helmut Himmler sein Schreiben an die Bundesnetzagentur bereits fertig.

Der Leinburger Bürgermeister Joachim Lang wird sich mit dem Bayerischen Gemeindetag in der Angelegenheit erst noch einmal beraten. „Wir wollen da eine einheitliche Linie fahren“, so Lang auf Nachfrage des Boten. So sieht das auch Altdorfs Bürgermeister Erich Odörfer. Im Altdorfer Rathaus ist die Stellungnahme zum aktuellen Netzentwicklungsplan zwar schon fast fertig, trotzdem will Odörfer sich mit den anderen betroffenen Bürgermeistern im Nürnberger Land zuerst noch einmal beraten, bevor sie an die Bundesnetzagentur hinausgeht. Besprochen hat man das Thema jedenfalls auf der konstituierenden Sitzung des Gemeindetag-Kreisverbandes am Mittwochnachmittag.

Skeptische Bürgermeister

Skeptisch sehen die Bürgermeister im Nürnberger Land die Antwort von Wirtschaftsminister Gabriel auf den Vorstoß des Neumarkter MdB Alois Karl. Der hatte für eine Fortführung der Gleichstromtrasse entlang der A 9 und für eine Teilerdverkabelung plädiert und von Gabriel jetzt ein Schreiben erhalten, dass in Sachen Erdverkabelung zumindest eine entsprechende Option eröffnet werden soll. Außer Frage steht für den Wirtschaftsminister allerdings die Notwendigkeit der Gleichstromleitungen. Offen ist aber die Trassenführung, das geht aus dem Schreiben seines Ministeriums an Karl hervor.  Ob die durchgehend entlang der A 9 realisiert werden kann, hänge vom Genehmigungsverfahren und der öffentlichen Beteiligung ab, heißt es darin.

Wie berichtet, haben auch die vom Ausbau der TenneT-Leitung betroffenen Bürger und Kommunen die Möglichkeit, sich bis zum 28. Mai bei der Bundesnetzagentur dazu zu äußern.  Die Winkelhaider Bürgerinitiative gegen eine Stromautobahn durch die Gemeinde hat bereits die Bürger des Orts dazu aufgerufen, unbedingt Stellungnahmen abzugeben. In Postbauer-Heng ermuntert Bürgermeister Horst Kratzer seine Bevölkerung, sich in Sachen Hochrüstung der TenneT-Leitung an die Netzagentur zu wenden, und in Burgthann will Bürgermeister Heinz Meyer jetzt auch an die Öffentlichkeit gehen.

N-Land Alex Blinten
Alex Blinten