Beschluss im Gemeinderat gefasst

Regelung für die Röstauen

Das umstrittene Gebiet: Hellgrün sind private Grünflächen, die das Auental bilden und unbebaut bleiben sollen. Die schwarze Linie mit Punkten stellt die Stromleitung dar. Die gestrichelte Linie um diese herum markiert die 8,80 Meter-Baubeschränkungsbereich. Grafik: Gemeinde Winkelhaid2016/09/Winkelhaid-Roestauen1.jpg

WINKELHAID – Die Gemeinde möchte die Auen des Röstbaches auch weiterhin als Grünflächen sichern und zudem Richtlinien für die Bebauung entlang der Röst schaffen. Einen entsprechenden Beschluss zum Bebauungs- und Grünordnungsplan „Röstauen“ hat der Gemeinderat nun gefasst. Der trifft jedoch nicht bei allen Mitgliedern und Bürgern auf Zustimmung.

Die Auen entlang der Röst befinden sich zum Großteil in Privateigentum, sind meistens unbebaut und werden als Gärten oder landwirtschaftlich genutzt. Das soll aus Sicht der Mehrheit des Gemeinderates auch weiterhin so bleiben. Vor allem damit nicht bei jedem Bauvorhaben entlang des Bachs der Abstand zur Röst erneut zur Diskussion steht, strebt die Gemeinde eine einheitliche Regelung in Sachen Bebauung und Grünordnung an.

Das Plangebiet umfasst die Flächen entlang der Röst südlich der Moosbacher Straße und der Hauptstraße bis zur Penzenhofener Straße sowie die Flächen entlang des Baches östlich des Weihers am Rathaus im Ortsteil Richthausen. Vom 11. Juli bis 12. August lagen die Pläne zur Einsicht für Öffentlichkeit und Behörden im Rathaus aus. Einwände kamen einerseits vonseiten einiger Bürgerinnen und Bürger, die die Einschränkung ihrer Baumöglichkeiten beanstanden. Andererseits von Behörden, die die ursprünglichen Pläne für das Gebiet durch Zugeständnisse an ebenjene Anwohner stark „verwässert“ sehen.

Besonders ein Eigentümer eines Grundstücks südlich der Hauptstraße war von den Plänen überhaupt nicht angetan. Warum solle er so viel von seinem Grund freihalten? Zu Beginn der Sitzung machte er seinem Ärger Luft. Auch einige Gemeinderatsmitglieder hakten in diesem Punkt noch einmal nach. Dennoch waren sich eigentlich alle Ratsmitglieder einig, dass eine zweite Reihe Häuser von der Hauptstraße aus gesehen in Ordnung und auf allen der betroffenen Grundstücke auch möglich wäre, man eine dritte Häuserreihe in Richtung Röst aber nicht wolle.

Die Linie, die man mit dem Bebauungsplan gezogen hat, so Schmidt, versuche alle Grundeigentümer möglichst gleich zu behandeln und beziehe zudem Gewässer- und Hochwasserschutz sowie die Baubeschränkungszone der Stromleitung mit ein. Die entsprechenden Vorgaben und Beschränkungen erläuterte Baumamtsleiter Alfred Markgraf.

Unterhalb der Hauptstraße weicht der heutige Bachlauf von seinem ursprünglichen Verlauf weiter nördlich ab. Das Gebiet zwischen dem ursprünglichen und jetzigen Bachlauf bildet die niedrigste Stelle in der Au und zugleich den Grünstreifen: Ein kleines Tal, das im Falle eines Hochwassers voll läuft.

Möglichen Bauvorhaben ist in diesem Gebiet zudem mit einer Stromleitung eine Grenze gesetzt. Im Norden der Röst und südlich der Hauptstraße sind davon insgesamt fünf Eigentümer betroffen. Die Leitung ist zwar stillgelegt, laut Betreiber Main-Donau-Netzgesellschaft gelten für sie jedoch die gleichen Auflagen wie für eine Stromleitung in Betrieb und das heißt 8,80 Meter zur Leitung müssen unbebaut bleiben. Genau hier hat die Gemeinde auch die Linie des Grünstreifens gezogen.

Bürgermeister Schmidt hielt fest, dass man im Falle eines Rückbaus der stillgelegten Leitung, den Bebauungsplan neu verhandeln und gegebenenfalls ändern könne, zum gegebenen Zeitpunkt aber an die Auflagen gebunden sei. Der Gemeinderat stimmte mit elf Stimmen für und mit fünf Stimmen gegen den Plan für die Röstauen.

N-Land Julia Hornung
Julia Hornung