Kinderbetreuung im Nürnberger Land

Babysittende Helden mit Diplom

Hat die Babysitterin sich in einem Kurs auf ihren Job vorbereitet, gehen die Eltern beruhigter aus dem Haus. | Foto: Adobe Stock2019/06/Fotolia-Babysitter-neu.jpg

WINKELHAID. Myriel Rogner (15) aus Winkelhaid hat einen Kurs in Kinderbetreuung absolviert und hierfür ein Zertifikat erhalten.

15 Jahre ist Myriel Rogner alt, aber sein Baby kann man dem jungen Mädchen guten Gewissens anvertrauen. Denn die Schülerin, die gerade ihren Quali hinlegt und anschließend eine Ausbildung zur Schreinerin macht, kann nachweisen, dass sie in Sachen Babysitting eine Schulung absolviert hat. Neben vielen beteiligten Partnern hat das Bündnis für Familie am Landratsamt Nürnberger Land die Aktion „Babysitter Hero“ ins Leben gerufen, bei der eine qualifizierte Referentin Interessierten die Basics der Kinderbetreuung und -pflege beibringt.

Ausbildung mit 14 Jahren

Myriel war erst 14 Jahre, als sie sich zu dieser Fortbildung entschloss. Nicht weil sie sich einen erzieherischen Beruf vorstellen könnte, sie will unbedingt handwerklich arbeiten. Dennoch gesteht sie: „Ich liebe Kinder!“ Unter dem Aspekt, sich ihr Taschengeld durch Kinderbetreuung ein wenig aufzubessern, könnte sie sich diesen Nebenjob gut vorstellen.

Aktuell hat sie sich noch nicht intensiv darum bemüht, weil die Prüfungsvorbereitungen für den Quali noch Vorrang haben. Und sollte es mit einer Babysitterstelle nicht klappen, so kann sie das Gelernte eines Tages bei den eigenen Kindern anwenden, sieht sie ihre Ausbildung pragmatisch. „Schließlich will ich ja auch mal Kinder haben“, weiß die nun 15-jährige Winkelhaiderin schon jetzt. Denn den Kurs schätzt sie als sehr wertvoll ein.

Myriel Rogner aus Winkelhaid hat das Babysitter-Diplom gemacht.
Foto: Gisa Spandler
2019/06/Winkelhaid-Myriel-Rogner.jpg

Gefesselt und geknebelt

„Wir haben gelernt, dass wir in allen Situationen zunächst die Ruhe bewahren sollen und nicht gleich ausrasten“, erinnert sie sich, damit es ihr nicht geht, wie in dem Image-Film des Bündnisses für Familie, der im Internet unter babysitter-hero.de zu sehen ist. Denn der endet damit, dass Jakob, der zu betreuende Junge nachdem er allerlei Unsinn gemacht hat, am Ende die Babysitterin fesselt und knebelt, um in seinen Aktionen nicht gestört zu werden.

In Theorie und Praxis seien die fünf Teilnehmerinnen ausführlich unterrichtet worden, haben an einer Puppe geübt, wie man Windeln wechselt, wie man sich in Notfällen verhält und was kleine Kinder essen dürfen und was nicht.

Mehr Wissen in in Erster Hilfe

Um zu überprüfen, ob der Stoff auch angekommen ist, wurden Myriel und den anderen Teilnehmerinnen immer wieder Fragen zum Erlernten gestellt. Sie kann daher den Kurs „auf jeden Fall“ empfehlen, sagt die Schreinerin in spe, allerdings hätte sie sich gewünscht, dass zusätzlich noch Wissen in Erster Hilfe vermittelt würde.

Hier versichert Annette Zimmermann, die Leiterin des Bündnisses für Familie, dass man beim nächsten Kurs eine zusätzliche Referentin dabei hat, die Erste Hilfe am Kind lehren wird. „Es gibt auch ein tolles Konzept vom Deutschen Roten Kreuz, da sind wir im Gespräch mit dem BRK Nürnberger Land, das weiterer Kooperationspartner wird.“

Zertifikat garantiert Erfahrung

Nach Absolvieren des Kurses wurde Myriel nun in eine Kartei aufgenommen und hat nun gute Chanden, vom Bündnis für Familie an babysittersuchende Mütter oder Väter vermittelt zu werden. Denn ihr Zertifikat garantiert eine gewisse Erfahrung, auf die Eltern von kleinen Kindern nun mal Wert legen, wenn sie ihren Nachwuchs Fremden anvertrauen. Und auch das Bündnis profitiert von dem Projekt, indem es auf seiner Website, in Rundmails und Newslettern mit den diplomierten Babysittern werben kann.

N-Land Gisa Spandler
Gisa Spandler