Deutschland schwimmt bildete aus

Wie Menschen mit Migrationshintergrund Schwimmlehrer wurden

Acht Teilnehmer wurden vom Ezelsdorfer Alexander Gallitz und seiner Stiftung Deutschland schwimmt zu Assistenzschwimmlehrern ausgebildet. (Symbolbild) | Foto: WavebreakMediaMicro/stock.adobe.com2022/12/AdobeStock_144024709-scaled.jpeg

EZESLDORF – Auf Einladung des Ezelsdorfers Alexander Gallitz und seiner Stiftung Deutschland Schwimmt trafen sich acht Teilnehmer unter anderem aus dem Iran, Afghanistan, der Ukraine und Libyen zu einem bayernweit einmaligen Projekt. Das Ziel: sich als Assistenzschwimmlehrern ausbilden zu lassen.

Vor einem Jahr wurde diese Idee von Stiftungsgründer Alexander Gallitz entwickelt, um Menschen mit Migrationshintergrund, die eine Affinität zum Wasser haben, auszubilden und ihnen für die Zukunft eine berufliche Perspektive zu eröffnen. „Es herrscht ein Mangel an qualifizierten Schwimmlehrern. Überall klagen Vereine und Schwimmschulen über zu wenig Personal“, erklärt Gallitz.

Acht Teilnehmer wurden vom Ezelsdorfer Alexander Gallitz und seiner Stiftung Deutschland schwimmt zu Assistenzschwimmlehrern ausgebildet. Foto: privat
Acht Teilnehmer wurden vom Ezelsdorfer Alexander Gallitz und seiner Stiftung Deutschland schwimmt zu Assistenzschwimmlehrern ausgebildet. Foto: Privat

Um diesem Mangel entgegenzuwirken, möglichst vielen Kindern das Schwimmen beizubringen und überfüllte Wartelisten abzubauen, hat sich die Schwimmschule Flipper bereiterklärt, zeitnah die ausgebildeten Schwimmlehrer in den Schwimmkursen einzusetzen.

An die Kinder etwas weitergeben

Auch für die in Oberferrieden lebende 17-jährige Iranerin Esma Delfi war das Projekt etwas Besonderes, hatte sie doch erst im Sommer dieses Jahres im Altdorfer Freibad das Schwimmen gelernt. „Ich möchte das, was ich in Altdorf so positiv erlebt habe, auch in Zukunft an andere Kinder weitergeben“ sagt sie.

Nach 15 Unterrichtseinheiten in Theorie und Praxis wurden den Teilnehmern die Zertifikate des Deutschen Schwimmlehrerverbandes übergeben. Einen besonderen emotionalen Moment erlebte Gallitz, als er seine Schützlinge zum Bahnhof fuhr und sich die Teilnehmer zum Abschied alle umarmten.

Als Fremde kommen und als Freunde gehen

„In diesem Moment wurde mir die Aussage, als Fremde kommen und als Freunde gehen, so intensiv bewusst. Egal, aus welchem Land die Teilnehmer kommen und welcher Religion sie angehören, das Element Wasser, die Freude daran und die Empathie zu Kindern verbindet uns alle“, freut sich Alexander Gallitz über die neuen Freundschaften, die dabei entstanden sind.

Sein Dank gilt den Unterstützern des Projekts: das Landratsamt Nürnberg Land, die Ehrenamtsstiftung Bayern und der FC Ezelsdorf, der seinen Vereinsbus für den Transfer der Teilnehmer kostenfrei zur Verfügung stellte.

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