Diskussion im Zweckverband in Hersbruck

Welche Heizung fürs Schulzentrum?

Das Hersbrucker Schul- und Sportzentrum soll eine umweltgerechte Heizung bekommen. | Foto: Jürgen Ruppert2017/05/sportzentrum-jr.jpg

HERSBRUCK – Hackschnitzel oder Erdgas oder Fernwärme oder Biogas oder abwarten? So lautete auf einen kurzen Nenner gebracht die Gretchenfrage im Zweckverband Sportzentrum Hersbruck. Die Mandatsträger befassten sich mit der Heizung für den kompletten Schulkomplex an der Happurger Straße und den Turnhallen.

Bislang werden alle Gebäude von Realschule, Grete-Schickedanz-Schule, Kinderkompetenzzentrum und Dreifachsporthalle von zwei Erdgaskesseln mit einer Gesamtleistung von rund 1100 Kilowatt versorgt. Ursprünglich war dies als Übergangslösung gedacht, bis Verbrauchswerte der sanierten oder neuen Gebäude vorliegen. Inzwischen hat die Ostbayerische Technische Hochschule Amberg-Weiden einen Energienutzungsplan für Hersbruck erstellt. Die Ergebnisse zeigten, dass Hersbruck in Sachen Klimaschutz gut aufgestellt ist.

Bürgermeister Robert Ilg möchte sich aber nicht auf irgendwelchen Lorbeeren ausruhen. An die Räte des Zweckverbandes Sportzentrum gab er in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Gremiums einen Vorschlag der Wissenschaftler weiter. Und zwar sind die der Ansicht, dass sich der Kohlendioxidausstoß der beiden Erdgaskessel im Schulzentrum durch eine andere Heizung drastisch reduzieren ließe.

Untersucht wurden drei Möglichkeiten: der Einbau eines erdgasbetriebenen Blockheizkraftwerkes (BHKW) mit Strom-Wärme-Erzeugung, die Errichtung einer Hackschnitzelanlage auf dem Gelände der früheren Baywa und der Anschluss an das mit Hackschnitzeln betriebene Fernwärmenetz Amberger Straße. Im günstigsten Fall ließe sich die Umweltbelastung von fast 260 Tonnen im Jahr auf 20 Tonnen herunterschrauben.

Der Bau eines neuen Heizwerkes auf dem Baywa-Areal wäre aber ein kostspieliges Unterfangen, rechnete Energietechniker Markus Weber von der Hochschule vor. Auf Nachfrage von Angelika Pflaum sagte er, dass auch die Wärmeleitung wegen der befestigten Flächen nicht billig sei. Diese Lösung wurde denn auch zu den Akten gelegt.

Die Experten favorisierten die Variante mit dem BHKW, weil sie den Schadstoffausstoß deutlich verringere und am wirtschaftlichsten sei. Dies stieß auf Widerspruch. „Ich hege große Sympathie für die Nutzung der Fernwärme“, sagte Landrat und in dem Fall Verbandsrat Armin Kroder. Schließlich sei ein leistungsfähiges Heizwerk schon vorhanden, die Leitung gehe bereits bis zur Psorisol und die Ausgaben für die Biomasse blieben im Landkreis, sprich bei den heimischen Waldbauern.

Zweiter Rathauschef Reinhard Weih von Pommelsbrunn und Hartensteins Gemeindechef Werner Wolter bezweifelten die von der Hochschule angesetzten 85 Euro pro Tonne Hackschnitzel. Die Forstbetriebsgemeinschaft Nürnberger Land verlange deutlich weniger. Demgegenüber wurde beim Erdgas ein sehr niedriger Preis genommen.

Eine ganz andere Linie fuhr Reichenschwands Bürgermeister Bruno Schmidt. „Wir haben jetzt eine funktionierende Heizung. Es ist nicht umweltgerecht, jetzt eine neue einzubauen. Ein Privatmann würde das nicht machen“, gab er zu bedenken. Robert Ilg hingegen wünschte Zahlen zur Verwendung von Biogas statt Erdgas. Dies würde die Umwelt null belasten, sei aber aus Kostengründen nicht geprüft worden.

Deshalb schlug der Hersbrucker Peter Uschalt vor, die Entscheidung zu vertagen. An die Adresse von Bruno Schmidt gerichtet sagte er jedoch, dass Hersbruck eine Vorbildfunktion beim Umweltschutz habe und behalten möchte. Alle drei Varianten seien hinsichtlich der Kohlendioxidbelastung deutlich besser als der Ist-Zustand. Klaus Albrecht aus Kirchensittenbach warb ebenfalls für eine Weichenstellung anstatt eines endgültigen Beschlusses. Alle stimmten zu, denn Zeitdruck besteht nicht. Ilg wird eine vertiefte Prüfung von BHKW, Fernwärme und Biogas erstellen lassen.

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