Durchsuchung in Wochenendhaus

Großeinsatz mit Tauchern und Spurensuchern

Hier öffnet die Polizei gerade das Wochenendhaus. Foto: S. Fuchs2014/12/Haus_wird_geoeffnet.jpg

VORRA – Großeinsatz der Polizei am Freitag in Vorra! Gut eine Woche nach den Brandanschlägen auf drei bezugsfertige Flüchtlingsheime nimmt die 30-köpfige Soko – unterstützt von Einheiten der Bereitschaftspolizei – das berüchtigte Wochenendhaus unter die Lupe, in dem sich bis vor einigen Monaten Rechte getroffen haben sollen.

Das kleine Holzhaus, geschmückt mit der Frankenflagge, steht seit längerem unter der Beobachtung von Polizei und Staatsschutz. Denn den Menschen in Vorra war nicht verborgen geblieben, dass sich dort junge Männer mit rechter Gesinnung getroffen haben. Bürgermeister Volker Herzog: "Wir wussten davon. Beispielsweise am Todestag von Hitler-Stellvertreter Rudolf  Hess trafen sie sich und sangen das Horst Wessel-Lied." Ein Anwohner, der nur wenige hundert Meter entfernt von dem Haus unterhalb der Vorraer Wacht wohnt: "Deren Gesänge und Parolen waren noch bis ins Dorf zu hören." Weggeschaut oder weggehört hat in Vorra keiner – diese Informationen wurden der Polizei weitergegeben. Polizei und Staatsschutz beobachteten fortan das Gebäude und die Gäste. Nun also Großeinsatz: Die Holzhütte wurde geöffnet und durchsucht.

Auch Taucher der Bereitschaftspolizei Nürnberg suchten die Pegnitz flußabwärts nach eventuell entsorgten Beweismitteln ab – in Frage käme die Sprühdose mit roter Farbe, mit der ausländerfeindliche Parolen in der Brandnacht auf ein Gebäude gesprüht wurde, oder auch Behälter, in denen der Brandbeschleuniger transportiert wurde. Dutzende Angehörige der Bereitschaftspolizei durchsuchten auch Zentimeter um Zentimeter akribisch das gesamte Grundstück und die nähere Umgebung der Hütte.

Ob sich bei den Durchsuchungen bereits eine heiße Spur aufgetan hat, ließ die Polizei gestern noch nicht durchblicken. „Wir sind nach wie vor dankbar für jeden Hinweis, den wir bekommen“, sagte ein Polizeisprecher auf Nachfrage der HZ.

Auch wenn derzeit vieles für Täter mit rechtem Hintergrund spreche, ermittelt die Polizei weiterhin in alle Richtungen. Personen, die am Tatabend verdächtige Beobachtungen gemacht oder Fotos vom Brand und den Löscharbeiten geschossen haben, werden deshalb gebeten, sich bei der Polizei zu melden.

Ein Beamter der Soko „Vorra“ ist von Montag bis Freitag von 16 bis 18 Uhr und am Samstag von 10 bis 12 Uhr im Rathaus in Vorra persönlich zu sprechen oder Montag bis Freitag von 9 bis 22 Uhr unter Tel. 0174/4478872 erreichbar. Außerdem befindet sich nun am Rathaus in Vorra ein Briefkasten der Soko „Vorra“. Das Hinweistelefon ist nach wie vor unter 0800/7766320 erreichbar.

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