Vorra: Niemand will Verantwortung im Vorstand übernehmen

Fremdenverkehrsverein vor dem Aus

Auch diese Ortsvorstellungs-Broschüren organisierte der Verein - hier die jüngsten Hefte, sie wurden im Jahr 2004 herausgegeben.2015/05/5_2_1_2_20150519_VEREIN.jpg

VORRA – Die außerplanmäßige Mitgliederversammlung des Fremdenverkehrsverein Vorra e.V. hatte nur einen Tagesordnungspunkt, nämlich die „Abstimmung über die Auflösung des Vereins“.

Vorsitzende Ulrike Herzog bedauerte, dass sich an diesem Abend trotz schriftlicher Ladung an alle und einer anstehenden weitreichenden Entscheidung nur 13 Mitglieder in der Pizzeria „Bei Toni“ eingefunden hätten. Der 1970 gegründete Fremdenverkehrsverein Vorra zähle derzeit 58 Mitglieder. „Schwergewicht“ bei den Übernachtungszahlen mit einem Anteil von über 90 Prozent sei natürlich das Schullandheim, gefolgt vom Heuhotel „Fischbeck“. In den wenigen Gasthöfen bzw. verbliebenen Privatquartieren sei die Zahl der Übernachtungsgäste im Vergleich dazu relativ gering.

In ihrem „kurzen, aber traurigen Bericht“, so die Vorsitzende wörtlich, wies sie auf die Pflegearbeiten, die Aufstellung und Ausbesserung der Ruhebänke usw. durch die Gemeindearbeiter bzw. den Naturparkverein hin. Trotz eines Appells des Bürgermeisters an die jüngere Bevölkerung sei der Mitgliederstand stagnierend.

Da sie bzw. der 2.Vorstand aus beruflichen Gründen nicht mehr für eine Wiederwahl zur Verfügung stünden, habe man sich rechtzeitig nach geeigneten (und bereitwilligen) Kandidaten umgesehen, doch leider vergebens. Man habe trotz vieler Gespräche und Kontakte niemanden gefunden, der bereit wäre, im Fremdenverkehrsverein Verantwortung zu übernehmen. Deshalb stehe nach der regulären Mitgliederversammlung ein zweites, außerordentliches Treffen mit nur einem Tagesordnungspunkt auf dem Programm, nämlich die Abstimmung über die Auflösung des Vereins.

Dazu erläuterte Ulrike Herzog, dass laut Satzung eine Auflösung nur durch eine Zweidrittel-Mehrheit der Mitglieder erfolgen könne. Da dies an diesem Abend jedoch nicht der Fall sei – nur 13 von 58 Mitgliedern waren anwesend -, werde innerhalb von vier Wochen erneut zu einer Versammlung geladen. Dann zähle die einfache Mehrheit der anwesenden Mitglieder.

Auf entsprechende Fragen betonte 2. Vorsitzender Wolfgang Schwarm nochmals, dass der Vorstand deshalb keine Neuwahlen angesetzt habe, weil man für die einzelnen Positionen keine Kandidaten gefunden habe. Für die Auflösung des Vereins sei die bestehende Führung zuständig. Im Übrigen werden für das Jahr 2015 keine Beitragszahlungen (in der Regel Lastschriftverfahren) mehr fällig. Das vorhandene Vereinsvermögens gehe „im Fall des Falles“ zweckgebunden an die Gemeinde.

N-Land Siegfried Fuchs
Siegfried Fuchs