„Feuerkinder“-Begründer geehrt

2009/09/Ehrung_Giering.jpg

RUMMELSBERG — Die Rummelsberger Chefärztin Dr. Annemarie Schraml und Dr. Heinz Giering sind in Nürnberg mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden. Bei einem Festakt im Königssaal des Justizgebäudes würdigte Markus Söder, Staatsminister für Umwelt und Gesundheit, die Verdienste der Mediziner, die sie sich bei ihren Einsätzen für hilfsbedürftige Menschen in Afrika erworben hatten.
„Durch Ihre große Hilfsbereitschaft und Mitmenschlichkeit tragen Sie beide auch zum Ansehen der Bundesrepublik Deutschland in der Weltgemeinschaft bei“, sagte Söder in der Laudatio. Ihr Engagement im Rahmen der Aktion „Feuerkinder Tansania“ sei Zeichen einer beispielhaften, gelebten Nächstenliebe. Grundlage für das Hilfsprojekt „ist eine auf dem Evangelium basierende tiefe Freundschaft zwischen Menschen schwarzer und weißer Hautfarbe, evangelischen und katholischen Glaubens“. Angezogen von der guten Atmosphäre fühlten sich auch immer mehr tansanische Muslime, die mit ihren Kindern zur Behandlung kämen.
Bei der Feierstunde umriss Söder kurz die Geschichte der Aktion. Ein Urlaub in Tansania war für Dr. Giering Auslöser, das Kinderhilfsprojekt zu gründen. Abseits der Naturwunder des Landes lernte er das Leid und die Not der Bevölkerung kennen. Besonders bei Kindern im Krabbelalter kommt es durch die offenen Feuerstellen am Boden häufig zu Unfällen mit schweren Verbrennungen und Verbrühungen. Doch an medizinischer Hilfe im Busch fehlt es, oder sie ist mit hohen Kosten verbunden. Die Folge sind oft entstellende Narben, die nicht selten zum Bewegungsverlust führen. „Vielen körperbehinderten und verletzten Kindern kann es jedoch zum Teil mit einfachen Operationen ermöglicht werden, ihr Leben wieder eigenständig zu meistern.“
Das Hilfsprojekt „Feuerkinder Tansania“ ist mittlerweile ein fester Bestandteil des Jahreszyklus im Krankenhaus Rummelsberg, berichtete der Minister. Bei den regelmäßigen Einsätzen der beiden Ärzte und ihres Teams führten sie in Tansania komplizierte orthopädische Operationen und Behandlungen durch, die Kindern und Erwachsenen mit schwersten Behinderungen zugute kommen.
Seit der ersten Reise ins Nkoaranga-Hospital am Fuße des Mount Meru erweiterte sich das dreiköpfige Team auf acht Mitglieder aus verschiedenen medizinischen Berufen. Dank der Hilfe von Spendern und engagierten Unterstützern gab es auch in der Klinik im Norden Tansanias zahlreiche Verbesserungen. Weil man örtliche Handwerksbetriebe und Händler einbezog, wurden auch wichtige Arbeitsplätze geschaffen.
Das alles sei nur möglich, „weil nicht nur die Zusammenarbeit zwischen den europäischen Mitgliedern im Feuerkinder-Team hervorragend klappt, sondern vor allem auch mit den Ärzten des Nkoaranga-Krankenhauses und den einheimischen Schwestern und Pflegern“, so Söder. 

N-Land Klaus Leder/RA
Klaus Leder/RA