Gemeinderat tagte

Tierische Probleme in Weigendorf: Der Enten-Hotspot Etzelbach

Wildgeflügel wird durch die Fütterung von Anwohnern angezogen, wie hier am Etzelbach. Der Gemeinderat versucht das nun zu unterbinden. | Foto: Göhring2022/03/EntenWeigendorf.jpeg

WEIGENDORF – Bei der jüngsten Sitzung des Weigendorfer Gemeinderats stand auch ein tierisches Thema auf der Tagesordnung: Die Zunahme der Wildvögel. Außerdem ging es um den Etat der Feuerwehr und Tiny Houses.

Wildvögel werden in und um Weigendorf immer mehr zum Problem. Zwar gibt es im Landkreis Amberg-Sulzbach seit 2016 ein allgemeines Fütterungsverbot von Wildvögeln. Daran aber scheinen sich einige Bürger nicht zu halten. Die Folge: Immer mehr Vögel werden angezogen. Allein im Ortsteil Oed ergaben Zählungen mehr als 100 Tiere.

Die betroffenen Anwohner werden auf das Fütterungsverbot hingewiesen und gebeten, dieses auch einzuhalten. Denn die Vielzahl an Wildvögeln führe zu einer verstärkten Verschmutzung der Gewässer. Das wiederum lasse Fischbestände schwinden. Das ausgelegte Futter locke zudem Ungeziefer wie Ratten an.

Etat der Feuerwehren

Der Jahresbedarf für die gemeindlichen Feuerwehren wurde in der Gemeinderatssitzung ebenfalls besprochen. Für die Wehren werden insgesamt knapp 45 600 Euro im Haushalt 2022 zur Verfügung gestellt.

Der Haushalt soll in der März-Sitzung verabschiedet werden. Die Vorbesprechung fand bereits im Februar statt. Kämmerer Christian Link stellte die Zahlen und Hochrechnungen vor und bat die Gemeinderäte, eventuelle Investitionswünsche bis Anfang März an ihn weiterzuleiten. Ein Wunsch war die Neuanschaffung eines Feuerwehrautos für die Weigendorfer Wehr. Das zurzeit eingesetzte Fahrzeug ist bereits 26 Jahre alt. Da aktuell mit Lieferzeiten für Neufahrzeuge von drei bis vier Jahren gerechnet werden muss, soll dieses Thema baldmöglichst im Haushalt berücksichtigt werden.

Neue Straße nach Högen

Besonders erfreut war man auch, dass die langersehnte Erneuerung der Gemeindestraße von Haunritz nach Högen bis zur Gemeindegrenze als Investition in Höhe von 1,5 Millionen Euro in den nächsten Jahren eingeplant werden soll. Dadurch werden die Schulden, die 2022 so niedrig wie lange nicht mehr sein werden, jedoch wieder erheblich steigen. Man dürfe aber nicht vergessen, dass diese Investition nur dank der Konsolidierungshilfe des Staates möglich ist, so Link.

Die Konsolidierungsmaßnahmen stellte er noch einmal vor. Zudem wies er darauf hin, dass durch die Erhöhung des Gewerbesteuerhebesatzes von 350 auf 380 von Hundert ein zusätzliches Plus von etwa 30 000 Euro für die Gemeinde entstehen könnte. Ob die Erhöhung tatsächlich umgesetzt wird, wird bei der Verabschiedung des Konsolidierungsplans im März entschieden.

Die Zweckvereinbarung zur interkommunalen Archivverwaltung stellte Bürgermeister Reiner Pickel vor. Mit zwei Gegenstimmen wurde diese genehmigt.

Fragen zu kleinen Häusern

Einige Bauanträge und Bauvoranfragen standen ebenfalls auf dem Tagesplan. In Deinsdorf sollen sechs Tiny-Häuser inklusive Parkflächen entstehen. Bürger und unmittelbare Anlieger äußerten zu dieser Voranfrage ihre Bedenken. Sie fragen sich, wie die Häuser wohl genutzt werden und ob sich die Mieter ins Dorfleben einbringen. Auch der Gemeinderat stellte skeptisch die Frage nach der Art der Nutzung. Man wolle keine Wochenendsiedlung. Die Sorge war, dass Pächter die Kleinhäuser untervermieten und als Ferienhäuser zur Verfügung stellen. Dies wolle die Gemeinde verhindern, indem sie als Nutzungsart einen „dauerhaften Wohnsitz“ festlegt.

Rund um den Reitplatz

Der Bauantrag, der in der vergangenen Sitzung vertagt wurde, war erneut Thema. Dabei geht es um den Anbau eines Pferdeunterstellplatzes an einen bestehenden Stall sowie die Verlegung eines Reitplatzes in Högen. Der Antragsteller habe versichert, nicht mehr Pferde anschaffen zu wollen und den aktuellen Umfang beizubehalten. Außerdem gebe es eine Vereinbarung mit dem Verpächter, in der die maximale Nutzungsdauer bis 20.30 Uhr festgelegt sei. Unter der Voraussetzung, dass die Auflagen eingehalten werden, erteilte der Gemeinderat schließlich mit zwei Gegenstimmen sein Einvernehmen.

Text: SABRINA GÖHRING

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