Corona-Auflagen

So lenken die Geschäfte die Kundenströme

Hinweisschilder vor den Läden, wie hier am Laufer Marktplatz, gehören schon länger zum Alltagsbild. Seit Dienstag dürfen sich in den großen Geschäften weniger Kunden aufhalten. | Foto: Haase2020/12/Muller-Corona-Lauf-Beschrankungen-Maskepflicht-Schild.jpg

NÜRNBERGER LAND — Nach der Verschärfung der Corona-Auflagen ergreifen Ladeninhaber verschiedene Maßnahmen, um die Zahl der Kunden, die sich auf einmal in den Geschäften drängen, zu begrenzen. Ist jetzt Schlangestehen angesagt?

Die Kundin zuckt kurz zusammen, als sie das Spielwarengeschäft „Anna + Maximilian“ am Laufer Marktplatz betritt. „Stopp! Bitte nehmen Sie sich einen Korb!“, wird sie von einer etwas streng klingenden Bandansage über Lautsprecher aufgefordert. Einkaufskörbe, Einkaufswagen, Ampelsysteme oder „unsere elektrische Türsteherin“ – wie Inhaberin Katharina Heinl ihre Idee bezeichnet – sind aktuell die „Eintrittskarte“ zu den meisten Geschäften.

Denn während sich in kleinen Läden nur eine Person pro zehn Quadratmeter Verkaufsfläche aufhalten darf, ist nach der Verschärfung der Regeln seit Dienstag auch die maximale Kundenzahl in großen Geschäften ab 800 Quadratmetern weiter begrenzt, nämlich auf einen Kunden pro 20 Quadratmeter.

Jetzt ist Schlangestehen angesagt

„Schlangen wird es jetzt überall geben“, vermutet Katharina Heinl im Hinblick auf die Zeit der Weihnachtseinkäufe. „Ich finde es gut, dass jetzt auch größere Geschäfte gezwungen werden, zu regulieren. Damit steigt hoffentlich die Akzeptanz der Kunden für uns Kleine.“ Bislang habe sie täglich „massiv Gespräche“ geführt mit Kunden, die nicht verstehen, warum sie bei ihr Schlange stehen müssen und nur maximal zehn Personen in den Laden dürfen, während es in größeren Geschäften diese Probleme nicht gibt.

Auf das Verständnis der Kunden baut auch Melanie Frank, Filialleiterin der Laufer Drogerie Müller. Sie darf nun mit insgesamt 78 zwar nur sieben Besucher weniger als bisher in ihre Drogerie lassen, doch rechnet auch sie während der Stoßzeiten vor Weihnachten mit Wartezeiten für Kunden.

Supermarkt-Betreiber bleibt gelassen

Bisher noch ganz entspannt geht hingegen Wolfgang Louzil, Betreiber von Edeka-Filialen in Lauf, Eckental und Leinburg, in die kommenden Tage. „Im Frühjahr haben wir dasselbe Szenario gehabt und die meisten unserer Läden betrifft diese neue Regelung nicht“, erklärt Louzil. Der Laufer Markt sei mit 3300 Quadratmetern Verkaufsfläche ohnehin ausreichend groß. „Dort ist der Kundendurchlauf geringer, dafür machen die Leute größere Einkäufe.“ Im kleineren Edeka in Eckental gibt es nun ein elektronisches Zählsystem. „Wenn der 141. Kunde rein will, erscheint ein ‚Stopp-Schild‘, erklärt Louzil.

Sorgen, dass die Schlangen zu lang werden könnten, macht er sich bislang keine. „In der Innenstadt mag es problematisch sein, aber im Lebensmittelhandel gibt es keine Schwierigkeiten. Wir haben täglich 13 Stunden geöffnet und dieses Jahr liegen drei Einkaufstage vor Weihnachten“, ist er optimistisch. Falls es doch zu Problemen kommen sollte, stünde ausreichend Sicherheitspersonal zur Verfügung.

Abstandhalten klappt gut

Ebenso entspannt wie Louzil ist auch der Filialleiter des Obi-Markts in Lauf. „Im Frühjahr mussten einige noch lernen, dass man den Abstand einhalten muss. Jetzt machen das viele Kunden aus Eigeninteresse“, so die Erfahrung von Christof Schneider.

Da man die Regelungen aus dem Frühjahr kenne, sei man jetzt besser vorbereitet, so Schneider. „Wir werden die maximale Kundenzahl aktuell nicht überschreiten, es sei denn, der Obi in Nürnberg muss schließen“, so seine Befürchtung. Weil dort die Inzidenz sehr hoch ist, werden weitere Maßnahmen getroffen und Schneider befürchtet, dass „die Kundenwelle“ nach Lauf überschwappen könnte. Er arbeitet derzeit daran, den Kassenbereich zu entzerren, „damit es keine langen Schlangen gibt, sondern breite und kurze“. Das sei, so Schneider, auch mit zusätzlichem Personalaufwand verbunden.

Kulanz gibt es kaum

Kulant können dabei weder die kleinen, noch die großen Läden mit ihren Kunden sein, denn im Mittelpunkt steht der Schutz von Käufern und auch Angestellten. „Wir sind sehr streng. Wir fordern jeden auf, einen Korb zu nehmen und bitten auch beim Schlangestehen um die Einhaltung des Abstands“, bestätigt zum Beispiel eine Mitarbeiterin im Tedi-Markt in Lauf, wo maximal 29 Kunden gleichzeitig bummeln dürfen. Gegenüber im Kleidungsgeschäft „Street One“ leiten Absperrbänder maximal neun Kunden durch den Laden.

Nebenan aus dem Tchibo-Store, wo nur fünf Kunden erlaubt sind, heißt es allerdings: „Die Leute halten sich oft nicht daran. Es ist schlimm, aber es ist leider so, wir müssen sie dann rausschicken“. Und Edeka-Chef Louzil weiß: „Das Gewerbeaufsichtsamt und die Berufsgenossenschaft kontrollieren regelmäßig.“

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