Sieben Tage für Feuerkinder

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Rummelsberg — Als Erfolg kann das Team des Projekts „Feuerkinder“ seine jüngste Reise nach Tansania verbuchen. 32 Operationen führten die Helfer um die Rummelsberger Chefärztin Dr. Annemarie Schraml in vier OP-Tagen durch. Der jüngste Patient war vier Monate alt, der älteste 18 Jahre. Außerdem konnten 75 Patienten ambulant behandelt werden.

Das neue Jahr hatte kaum begonnen, als sich die Orthopädin und Kinderorthopädin Dr. Schraml, der Anästhesist Dr. Heinz Giering, die Orthopädin Dr. Annemarie Reeg und die OP-Schwester Marion Belzner auf die Reise machten. Sieben Tage dauerte ihr Einsatz, bei dem sie vor Ort von Diakon Claus Heim mit seiner Ehefrau Trine Boe Heim und vielen Mitarbeitenden aus Tansania unterstützt wurden.

Das Gros der Operationen waren Korrekturen von Klumpfüßen – einer angeborenen Fehlstellung der Füße. Durchschnittlich wird eines von 1000 Kindern mit dieser Besonderheit geboren, die Ursachen sind nicht endgültig geklärt. In der Regel kommen dabei mehrere Fehlstellungen zusammen. Werden sie nicht behandelt, kann das für den Patienten gravierende Folgen haben. Viele junge Menschen, denen die Ärzte aus Franken bei ihren Einsätzen halfen, konnten danach zum ersten Mal in ihrem Leben auf den eigenen Füßen stehen.

Auf Nachhaltigkeit legt das Hilfsteam aus Deutschland großen Wert. So wurde in den vergangenen Jahren nicht nur die Ausstattung des Nkoaranga-Krankenhauses deutlich verbessert. Auch das Personal vor Ort konnte seine Qualifikation dank der Unterstützung aus Franken und von Trine Boe Heim entscheidend ausbauen. „Außerordentlich erfreulich sind die großen, für tansanische Verhältnisse fast schon revolutionären Fortschritte in der Behandlung von Klumpfüßen“, freut sich Dr. Schraml. Diese Erfolge in der Therapie ohne chirurgischen Eingriff erleichtern nicht nur die folgende operative Behandlung durch das „Feuerkinder“-Team. „Sie sind auch ein erheblicher Fortschritt für die Klumpfußbehandlung in ganz Tansania“, meint die Rummelsberger Chefärztin.

Bei einigen der Kinder und Jugendlichen wurden schwere Knochenbrüche behandelt. Bei 16 Patienten entfernten die Ärzte Metalldrähte, die bei früheren Operationen eingesetzt wurden. Dr. Giering führte 28 Narkosen durch, außerdem wurden 46 konservative und operative Patienten mit einem Gips versorgt. Mittlerweile ist das Team wohlbehalten aus Ostafrika zurückgekehrt – und bereitet den 13. Einsatz im zehnten Jahr des Projektes vor.

Das Projekt wird ausschließlich über Spenden finanziert. Wenn Sie helfen möchten: Konto

529 972 200, BLZ 760 400 61, Stichwort: Feuerkinder.

N-Land Klaus Leder/RA
Klaus Leder/RA