Bürgerversammlung in Schnaittach

Sicherer durch die Marktgemeinde

Anwohner wünschen sich einen Zebrastreifen in der Nürnberger Straße beim Mitterer Haus, um die Überquerung der Straße sicherer zu machen. | Foto: Kirchmayer2018/03/Mitterer-Haus-Schnaittach.jpg

SCHNAITTACH — Sitzfleisch war gefragt bei der Bürgerversammlung in Schnaittach am Montagabend. In über zweieinhalb Stunden ging es um den Haushalt und die Straßenausbaubeitragssatzung, aber auch um Raser in der 30er Zone und Hundekot vor der Haustür.

„Überwältigt“ zeigte sich Bürgermeister Frank Pitterlein angesichts des großen Andrangs im Nebenraum der Badgaststätte. Rund 80 Schnaittacher waren gekommen, so dass zusätzliche Stühle nötig waren, um allen einen Sitzplatz zu ermöglichen. Auch Zweiter Bürgermeister Karlheinz Lang und viele Markträte waren vor Ort. Eineinhalb Stunden Zeit nahm sich Pitterlein, um die Schnaittacher in Sachen Kommunalpolitik auf den neuesten Stand zu bringen. Unter anderem ging er auf den Haushalt 2018 ein (die PZ berichtete). Er freute sich über stabile Einnahmen, warnte aber vor „großen finanziellen Herausforderungen“ in der Zukunft.

„Schnaittach ist attraktiv“

„Schnaittach wächst, ist attraktiv und man kann hier glücklich leben“, stellte Pitterlein zufrieden fest. Was vielen im Markt noch zu ihrem Glück fehle, sei schnelles Internet. „Ziel ist ein flächendeckender Breitbandausbau. Wir kämpfen dafür, dass Sie gutes, zeitgemäßes Internet bekommen“ versprach Pitterlein.
In Sachen Eislaufen auf dem Bürgerweiher positionierte er sich klar: Dieser werde auch in Zukunft nicht mehr offiziell frei gegeben. Unter anderem auf Facebook hatte es in den vergangenen Wochen vermehrt Fragen gegeben, wann man auf dem Bürgerweiher Schlittschuh laufen dürfe.

Randvoll war der Nebenraum der Badgaststätte bei der Bürgerversammlung mit Bürgermeister Frank Pitterlein (rechts). | Foto: Kirchmayer2018/03/Burgerversammlung-Schnaittach.jpg

 

„Die Kommune kann in einem Zeitalter, in dem jeder jeden verklagt, die Verantwortung nicht übernehmen“, so der Bürgermeister. Es handle sich um ein fließendes Gewässer, das entsprechend langsamer zufriere. Er riet, auf andere Weiher im Markt auszuweichen. Und wer auf dem Bürgerweiher trotzdem fahren wolle, könne dies auf eigene Gefahr tun.

Auch die Straßenausbaubeitragssatzung (Strabs) sprach der Rathaus­chef an. Die CSU-Landtagsfraktion hatte Ende Januar beschlossen, diese abzuschaffen. Pitterlein sprach von einem „ganz unangenehmen Thema“. Aktuell warte der Markt auf die Weisung aus dem Innenministerium. „Wir haben Straßen, die in der Luft hängen.“

Hundekot auf dem Gehsteig

Es folgte eine rund 70-minütige Fragerunde. Besonders viele der Gäste trieb das Thema Hundekot um. Zu viele Vierbeiner machten ihr Geschäft auf dem Gehsteig und die Herrchen kümmerten sich nicht um die Beseitigung der Häufchen, so die Klage. „Die Situation ist beschissen, im wahrsten Sinne des Wortes“, antwortete Pitterlein. Er verwies auf die bestehenden Hundetoiletten. Jene am Kampfersteg ist allerdings mutwillig beschädigt worden. Deshalb steht daneben jetzt ein Mülleimer. Pauschal wollte der Bürgermeister niemanden verurteilen. „Viele Hundebesitzer machen es richtig“. Notfalls könnte der Markt schwarze Schafe unter den Herrchen für ihr Fehlverhalten auch bestrafen, stellte Pitterlein in Aussicht.

Hundekot war ein großes Thema in der Bürgerversammlung. Bürgermeister Frank Pitterlein bat Hundebesitzer darum, die entsprechenden Behälter, hier am Kampfersteg, zu verwenden. | Foto: Kirchmayer2018/03/Hundekotbehalter-Schnaittach-Kampfersteg.jpg

 

Mehrere Gäste brachten eine Hilfe bei der Überquerung der Nürnberger Straße auf Höhe des Mitterer Hauses zur Sprache. Dort wird betreutes Wohnen angeboten. Ein Zebrastreifen sei dort aber schwer durchsetzbar, so Pitterlein. Denkbar sei vielleicht eine Fußgängerinsel.

Das Thema Verkehrssicherheit wurde häufig angesprochen. Ein Anwohner klagte, dass mehr als die Hälfte der Autofahrer in der Blütenstraße schneller als die erlaubten 30 Stundenkilometer führen und bat um Geschwindigkeitskontrollen. Ein Bürger wünschte sich, dass der Lupinenweg geschottert wird, um dort sicherer laufen zu können. Ein Schnaittacher forderte breitere Gehsteige in der Festungsstraße. Pitterlein notierte sich alle Wünsche, stellte hier und da aber auch klar, dass einiges nicht oder zumindest nicht so schnell umsetzbar sei.

Kommt neue Stromtrasse?

Auch das Thema Stromtrasse wurde angesprochen. Dabei zeigte sich, dass der Bürgermeister sich, falls die p44mod gebaut wird, eine Verbesserung für den Markt ausrechnet. Womöglich, so Pitterlein, könne dann nämlich die Stromtrasse, die direkt durch den Markt verläuft, weichen.
Klar sei, dass die Bestandsstromtrasse, die unmittelbar durch ein Wohngebiet verläuft, nicht ausgebaut werden könne, denn dann müssten neue Abstandsregelungen eingehalten werden. „Das Thema wird uns noch länger beschäftigen“, vertagte Pitterlein die Diskussion um die Stromtrassen.
Ein Bürger wünschte sich eine künstliche Eislauffläche im Winter auf dem Kirchweihplatz, ähnlich wie in Lauf an den Pegnitzwiesen. Pitterlein verwies auf die Kosten und die nötige Organisation. Die Möglichkeit werde er aber mit der Verwaltung besprechen.

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren