Seit zehn Jahren Hilfe für die „Feuerkinder”

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Rummelsberg — Das Team der Aktion „Feuerkinder“ ist von seinem Jubiläumseinsatz wohlbehalten nach Deutschland zurückgekehrt. Neben der medizinischen Arbeit blieb auch Zeit, zwei Jubiläen zu feiern: Seit 10 Jahren besteht das Hilfsprojekt „Feuerkinder“ und seit 20 Jahren das Rehabilitations-Zentrum Usa River im Norden des ostafrikanischen Landes.

Zum großen Festakt waren eine Reihe von Ehrengästen angereist. Zu ihnen zählten der Bischof der Meru-Diözese, Paulo Akyoo, der Vorstandsvorsitzende und Rektor der Rummelsberger Dr. Wolfgang Bub und die Distriktkommissarin des Meru-Bezirkes. Bischof Akyoo kennt die medizinische Hilfe aus Deutschland auch aus eigener Erfahrung. Nach einem sehr komplizierten Unterschenkelbruch war er in Rummelsberg operiert worden, heute kann er vollkommen beschwerdefrei seinen Dienst versehen.

Bischof Akyoo brachte beim Festakt seine persönliche Freude und die Dankbarkeit seiner Diözese für den Aufbau des Krankenhauses und die großen Investitionen von bisher rund 900.000 Euro zum Ausdruck.

In einer feierlichen Zeremonie wurde das neue Gebäude für die Röntgenanlage eingeweiht. Die Ehrengäste und eine Patientin pflanzten einige Bäume – ein wichtiges Symbol in Tansania.

Besonders beeindruckend war, dass viele Patientin aus den ersten Jahren gekommen waren. Einige, die dank des OP-Teams gehen können, sind jetzt auch in der Lage, die Schule zu besuchen. Andere haben die Schule bereits abgeschlossen und könnten, wenn ihre Eltern oder Sponsoren im Jahr 400 Euro aufbringen, eine Berufsausbildung im Reha-Zentrum Usa River absolvieren.

Edmond war der erste Patient, der von den deutschen Ärzten im Jahr 2000 an einem Klumpfuß operiert wurde. Mittlerweile ist er Familienvater. Tochter Erika wurde nach OP-Schwester Erika benannt, die wesentliche Aufbauarbeit in den ersten Jahren des Projektes leistete. Auch beruflich ging es bei Edmond steil bergauf. Er besitzt heute seine eigene Schreinerwerkstatt, in der er einen Gesellen und einen Auszubildenden beschäftigt.

Elijeka konnte wegen ihrer ausgeprägten Klumpfüße nicht zur Schule gehen. 2001 wurde sie an beiden Füßen operiert, jetzt hat sie die Grundschule abgeschlossen. Weil die Eltern mittellos sind, wird für sie nun die Ausbildung zur Schneiderin in Usa River übernommen. Auch Emanuel steht für die erfolgreiche Arbeit des OP-Projekts. 2002 wurde er wegen einer sehr schweren Fehlstellung (X-Bein) operiert, derzeit beendet er seine Ausbildung zum Schweißer.

An den drei Jugendlichen zeigen sich beispielhaft die Ziele der Aktion „Feuerkinder“: Jugendliche mit einer Behinderung operieren, sie buchstäblich auf eigene Füße stellen, damit sie die Schule besuchen, eine Ausbildung absolvieren und ihren eigenen Lebensunterhalt verdienen können.

N-Land Dr. Annemarie Schraml/RA
Dr. Annemarie Schraml/RA