Agenda 21 Schwarzenbruck im Gebiet um Welzow

Visite im Braunkohleabbaugebiet

Die Mitglieder der AGENDA 21 erkundigten sich in Welzow über die gravierenden Auswirkungen des Braunkohletagebaus auf Mensch und Umwelt. Foto: privat2014/11/welzowtagebau_New_1415025901.jpg

SCHWARZENBRUCK – Mitglieder der AGENDA 21 Schwarzenbruck informierten sich unter engagierter Führung einer dortigen Bürgerin über den Braunkohleabbau um Welzow und Proschim. Die Eindrücke vor Ort führten deutlich die gesamte Zerstörung durch diesen Braunkohletageabbau und die Belastungen für Mensch und Umwelt vor Augen. Der Abbau führt dazu, dass viele Bereiche wie Wald und rekultivierte Flächen um den Tagebau nicht mehr betreten werden können – überall konnte die AGENDA 21-Gruppe Schilder sehen, auf denen vor dem Betreten gewarnt wurde: „Vorsicht Lebensgefahr“.

Auch die Rekultivierungen konnten besichtigt werden. Bis das Ökosystem wieder einigermaßen funktioniert, dauert es 100 Jahre, der Boden kann jedoch auch jederzeit abrutschen, da die Verdichtungsschichten nicht ausreichend tief sind. Vor Ort diskutierte man, was die betroffenen Bürger gegen die geplante Erweiterung des bestehenden Tagebaus, aber auch gegen die Schäden durch den aktuellen Abbau unternehmen. Deutlich wurde, dass dies sehr schwierig ist.

Politische Unterstützung sei sehr selten zu bekommen, da die Landespolitik an den Argumenten der Gegner der Tagebauerweiterung äußerst wenig interessiert sei, Vattenfall selbst argumentiere immer wieder mit Arbeitsplätzen – könne aber die genannten Zahlen nicht belegen. Auch die tatsächlichen Stromkosten für den klimaschädlichen Braunkohlestrom würden verschleiert bzw. unzureichend dargestellt, um die Bürger für das Projekt zu gewinnen.

Der Widerstand gegen die Erweiterung des Braunkohleabbaus, so die Ansprechpartnerin, könnte größer sein, doch viele Menschen hätten Angst davor, ihren eigenen Arbeitsplatz zu verlieren oder Familienangehörige arbeiten für Vattenfall.

Beim Besuch in der Region um Welzow wurde mehr als klar: Braunkohletagebau und die klimaschädliche Verbrennung von Braunkohle zur Stromgewinnung gefährden das Weltklima und das Gemeinwohl der Gesellschaft.

Vor dem Hintergrund dieser Eindrücke wird sich die AGENDA 21 auch weiterhin für die Bürgerenergiewende engagieren und z.B. auch die Anliegen der Braunkohlegegner in der Lausitz – um Welzow und Proschim – unterstützen.

Die Herstellung und Nutzung von Strom aus Atomkraft, Braunkohle oder anderen fossilen Energieträgern stehe im Widerspruch zu den Zielen der AGENDA 21-Gruppen weltweit.

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren