Pferderettung

Training mit einem 200-Kilo-Briten

Mit Pferdedummy Sam übt die Feuerwehr im Schwarzachgrund den Ernstfall. | Foto: Herbert Bauer2019/05/Schwarzenbruck-Feuerwehr-Pferderettung.jpg

SCHWARZENBRUCK – Ein Pferd scheut, wirft seinen Reiter ab und liegt nun verletzt auf einer Brücke der Schwarzach. Dank Sam ist die Feuerwehr Schwarzenbruck für solch einen Ernstfall vorbereitet.

Sam wiegt 200 Kilo, kommt aus Großbritannien und ist ein lebensgroßer, mit beweglichen Gelenken versehener Pferdedummy. Mit ihm hat die Feuerwehr Schwarzenbruck die fach- und tierschutzgerechte Rettung von Großtieren trainiert. „Wir hatten zuletzt vor 15 Jahren einen solchen Ernstfall, es ist aber wichtig, darauf fachgerecht vorbereitet zu sein“, sagt Kommandant Christian Eckstein.

Seminarleiter in Schwarzenbruck war Lutz Hauch aus Nordrhein-Westfalen, der einzige zertifizierte Großtierretter Deutschlands. Er ist langjähriger Berufsfeuerwehrmann, Trainer für Pferde mit Verhaltensauffälligkeiten und Pferdesanitäter. Wenn es um die professionelle Rettung von großen Tieren wie Pferden oder Rindern geht, besteht in Deutschland Nachholbedarf. Die Feuerwehren in Schwarzenbruck und Lauf gehören somit zu den Vorreitern, die mit der Ausbildung ihrer Rettungskräfte in mehr Sicherheit und Tierschutz investieren.

Gestürzt und auf der Brücke liegengeblieben: Mit der Situation des Pferdes müssen die Feuerwehrleute umgehen lernen. Foto: Herbert Bauer2019/05/Schwarzenbruck-Feuerwehr-Pferderettung-2.jpg

Wie ein Gefahrgut-Einsatz

Nach einem Theorie-Teil am Vormittag trainierten die Aktiven im Schwarzachgrund den Ernstfall. Hauch vergleicht die Großtierrettung mit einem Gefahrguteinsatz, der ebenfalls nicht alltäglich ist, aber von den Einsatzkräften ein hohes Maß an Konzentration und Koordination, Leistung und verantwortungsbewusstem Handeln verlangt.

Passieren können Unfälle mit großen Tieren natürlich in der Landwirtschaft. Aber auch im Straßenverkehr: Angesichts rund einer Million Pferde und Ponys in Deutschland mit rund 4000 Turnieren pro Jahr und den damit verbundenen Transporten sollten die Feuerwehren für Unfälle mit Großtieren gewappnet sein.

N-Land Herbert Bauer
Herbert Bauer