Bürger gegen Straßenausbau

Streit um 50 Zentimeter

Anwohner in der Pattenhofener Straße befürchten, dass bei einem Ausbau die Straße um 50 Zentimeter angehoben wird, Wasser in ihre Grundstücke läuft und hohe Kosten auf sie zukommen. Foto: Alex Blinten2020/01/Altenthann-Pattenhofener-Strasse-scaled.jpg

ALTENTHANN. Anwohner der Pattenhofener Straße in Altenthann machen gegen den Bebauungsplan 68 mobil. Sie befürchten Schäden an ihren Grundstücken und sehen hohe Kosten auf sich zu kommen. Bürgermeister Bernd Ernstberger dagegen warnt vor Panikmache.

Die Altenthanner haben inzwischen Unterschriften gesammelt und viele Gespräche geführt, mit dem Schwarzenbrucker Bauamt und mit Bürgermeister Bernd Ernstberger. Außerdem haben sie sich auf der jüngsten Gemeinderatssitzung im Rahmen der Bürgerfragestunde zu Wort gemeldet und ihre Sorgen vorgetragen. Den Fraktionsvorsitzenden der Rathausparteien sowie dem geschäftsleitenden Beamten Sebastian Legat haben die Anwohner Mails geschrieben und hoffen, in eine festgefahrene Angelegenheit doch noch Bewegung zu bringen.

Festgefahrene Situation

Festgefahren ist das ganze, weil die Anlieger der Pattenhofener Straße im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens keine Einwendungen vorgebracht haben und der Gemeinderat den Plan dann im vergangenen September einstimmig beschlossen hat. Dann habe es aber eine Ergänzung zum Bebauungsplan gegeben, sagen die Altenthanner. Der Kanalzweckverband habe gefordert, die Altenthanner Straße im Bebauungsplanbereich um mindestens 50 Zentimeter zu erhöhen, damit das nötige Gefälle für den Kanal hergestellt werden kann. Wenn die Straße aber einen halben Meter über den angrenzenden Grundstücken liegt, so die Befürchtung der Anlieger, dann läuft kontinuierlich Regenwasser herein. Im Bauamt haben sie diese Sorge vorgetragen. Man habe sie dann aber vertröstet, so hoch werde das ganze nicht und ihre Angst sei unbegründet.

Die Zufahrten zu Carports und Garagen freilich müssten geändert werden, sagen die Anlieger, das koste viel Geld, so wie die gesamte Erhöhung des Straßenniveaus. Das wäre aus Sicht der Anwohner nicht nötig, wenn der Kanalzweckverband in Altenthann ein Pumpwerk für das neue Baugebiet errichten würde.

Die Anlieger sehen jetzt Kosten in Höhe von mehreren 10 000 Euro auf sich zukommen und sprechen von einer ungerechten Behandlung. Ursprünglich, so betonen sie, habe man ja nichts gegen eine weitere Bebauung gehabt, mit der möglichen Erhöhung der Straße sehe man jetzt aber die Probleme.

„Wir haben ja noch gar keine Straßenplanung“, hält Schwarzenbrucks Rathauschef Ernstberger den Anliegern entgegen. Erst mit einer fertigen Planung stelle sich heraus, welches Niveau die Straße haben muss.

„Nicht auf der gesamten Länge“

Dass der KZV eine Erhöhung der Straße um 50 Zentimeter gefordert habe, weist der Bürgermeister ebenfalls zurück. Der Gemeinderat habe zwar beschlossen, dass die Straße zur ordentlichen Entwässerung um etwa 50 Zentimeter angehoben werden kann. Das bedeute aber nicht, dass das für die gesamte Straße in jedem Bereich gelte. Die Festsetzung der Straßenerhöhung sei lediglich im Bebauungsplan aufgenommen worden. Ernstberger beruhigt die Anlieger: Für die mittelfristige Finanzplanung von 2021 bis 2024, versichert er, gibt es noch gar keine Haushaltsmittel für einen Ausbau der Straße im Bebauungsplan 68. Wenn es dann irgendwann einmal zu einem Ausbau kommt, soll es eine Anliegerversammlung geben. Dann will der Rathauschef auch noch einmal klar machen, dass bei den Bauarbeiten die Zufahrten zu den Grundstücken der Anlieger nicht unterbrochen werden. Für den Ausbau freilich brauche die Gemeinde eine Planung und die Entwässerungsplanung sei eben ein Detail davon. „Vielleicht ergibt sich dann ja, dass gar nicht angehoben werden muss.“ Und wie steht es mit einem Pumpwerk? Wenn die Planer das vorschlagen, sagt der Bürgermeister, dann könnte das gebaut werden.

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