„Weißer Engel“ an Müller, Sappel und Mokry

Ministerin zeichnet engagierte Bürgerinnen aus

v.l.: Schwarzenbrucks 2. Bürgermeistern Jenny Nyenhuis, Hildburg Müller, Martha Mokry, Jutta Sappelt, Brigitte Scheinkönig, Staatsministerin Melanie Huml, stellvertretender Landrat Norbert Reh und Winkelhaids Bürgermeister Michael Schmidt. | Foto: privat2016/09/weisser-Engel.jpg

WINKELHAID/SCHWARZENBRUCK – Das Bayerische Gesundheitsministerium verleiht die Auszeichnung „Weißer Engel“ an Personen, die sich vorbildlich in der Pflege engagieren. Bis zu 70 Männer und Frauen werden jährlich für ihren ehrenamtlichen Einsatz ausgezeichnet. In diesem Jahr wurden in Mittelfranken zehn Frauen – darunter Hildburg Müller und Jutta Sappelt aus Winkelhaid und Martha Mokry aus Schwarzenbruck von Staatsministerin Melanie Huml geehrt.

Seit 1999 ist Hildburg Müller im „Hospizverein Rummelsberg“ im Besuchsdienst und als Sterbebegleitung engagiert. Sie trägt dazu bei, dass die Lebensqualität und Selbstbestimmung schwerstkranker Menschen soweit wie möglich erhalten bleibt. Eine höchst emotionale ehrenamtliche Tätigkeit. Denn, wo der Tod allgegenwärtig ist, ist die psychische Belastung enorm. Wöchentlich besucht sie ein bis zwei Stunden schwerstkranke und sterbende Menschen in Rummelsberg. Mit viel Empathie und Einfühlungsvermögen schenkt sie ihnen Zuwendung. Außerdem ist es ihr besonderer Wunsch, die Kranken nicht alleinzulassen, sondern an ihren Geschichten teilzunehmen und ihnen Mitgefühl entgegenzubringen.

Eine Kraftquelle

Ihre besondere Gabe ist es, Patienten wie auch Angehörigen aufmerksam zuzuhören und sie zu trösten. Für Schwerstkranke, Sterbende und ihre Familien ist sie deshalb eine Kraftquelle und große Bereicherung. „Sterben gehört zum Leben dazu!“ Ein Satz, der einfach klingt und doch schwer zu praktizieren ist. Mit ihrem einfühlsamen Wesen und ihrer Herzlichkeit lebt sie diesen Gedanken Tag für Tag.

Nach einer eigenen überstandenen Krebserkrankung kümmert sich Jutta Sappelt seit 2001 in beispielhafter Weise um die Belange krebskranker Menschen und ihrer Familienmitglieder. Sie leitet die Krebs-Selbsthilfegruppe in Winkelhaid. Eigentlich hat sie die Gruppenleitung 2001 nur übergangsweise kommissarisch übernommen, damit die Gruppe erhalten bleiben konnte. „Übergangsweise“ dauert mittlerweile 15 Jahre.

Die Diagnose Krebs bringt das Leben erkrankter Menschen und ihrer Angehörigen erheblich ins Wanken. Deshalb ist es ihr eine Herzensangelegenheit, Menschen mit Krebs zu helfen und sie darin zu unterstützen, neue Perspektiven zu entwickeln für ein Leben mit oder nach einer Erkrankung. Einmal im Monat organisiert sie Gruppentreffen, in denen sie einen Rahmen für gegenseitige Unterstützung bietet. Durch Gespräche, Erfahrungsaustausch und Fachinformationen setzt sie sich mit der schweren Krankheit auseinander.

Ihre Selbsthilfegruppe bietet auch Raum für Aktivitäten, in denen der Krebs nicht im Mittelpunkt steht. Der jährliche Tagesausflug, Biergartenbesuch und das Weihnachtsessen sind hier nur Beispiele für ihre liebevoll organisierten Aktionen. Mit großem Interesse nimmt sie regelmäßig an Fortbildungen für Gruppenleiter und Gruppenleiterinnen teil. Sie verwaltet die Gelder für die Gruppenarbeit mit höchster Sorgfalt. Ihr ist die Hilfe von Mensch zu Mensch besonders wichtig, denn das Internet, wie sie sagt, „nimmt dich nicht in den Arm.“
Ausgezeichnet wurde auch Martha Mokry aus Scharzenbruck. Seit November 2015 ist sie mit beispielhaftem Engagement im Besuchsdienst des Krankenhauses in Rummelsberg tätig.

Als „Grüne Dame“ steigert sie nicht nur die Servicequalität im Krankenhaus, sondern ergänzt herausragend die Arbeit der Ärztinnen und Ärzte, Schwestern und Pfleger.

Sie sieht es als ihre Aufgabe an, die menschliche Zuwendung für Patientinnen und Patienten im Krankenhaus zu verstärken. Denn auch dort gibt es viele Patientinnen und Patienten, die einsam und hilfsbedürftig sind. Vor allem kranke Menschen ohne Angehörige dürfen sich über Besuch von Frau Mokry freuen.
Fünf Stunden in der Woche schenkt sie diesen Menschen ihre Zuwendung. Fünf Stunden in der Woche, in denen sie mit sehr viel menschlicher Nähe und Aufmerksamkeit auf die persönlichen Bedürfnisse der Kranken eingehen. Sie ist nicht nur eine sehr gute Gesprächspartnerin. Sie zeichnet sich auch durch ihr ruhiges Wesen, ihre große Herzlichkeit und ihr Einfühlungsvermögen aus. Voraussetzungen, die für die Betreuung von kranken Menschen von sehr großer Bedeutung sind. Deshalb wird ihr Engagement im Krankenhaus in Rummelsberg so sehr geschätzt.

Brigitte Schein­könig wurde für ihren jahrelangen ehrenamtlichen Einsatz im AWO-Seniorenheim in Pommelsbrunn ausgezeichnet.

Dank der Gemeinden

Der Winkelhaider Bürgermeister Michael Schmidt, der Hildburg Müller und Jutta Sappelt  zur Ehrung begleitete, bedankte sich für ihre beispielhafte Arbeit und ihr Engagement. So auch Schwarzenbrucks 2. Bürgermeisterin Jenny Nyenhuis, die zusammen mit dem Stellvertretenden Landrat Norbert Reh am Festakt teilnahm und sich gemeinsam mit Reh bei Martha Mokry für deren Engagement bedankte.

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