Für die Feuerkinder im Einsatz

Mein Haus ist Ihr Haus

Für die Feuerkinder im Einsatz: Beate Rashid, Luise Bald und Dr. Annemarie Schraml (von links) bei der jüngsten Spenden-Übergabe. | Foto: Spandler2017/06/schraml-bald-und-rashid.jpg

RUMMELSBERG/OCHENBRUCK/USA RIVER – Unzählige Kinder und Jugendliche hat sie operiert und ihnen dazu verholfen, dass sie sich so bewegen können, wie es für andere selbstverständlich ist: Dr. Annemarie Schraml, bis vor fünf Jahren Chefärztin am Krankenhaus Rummelsberg, danach in der Cnopfschen Kinderklinik, Nürnberg, geht in wenigen Wochen in den Ruhestand. Was aber auch danach nicht ruhen wird, ist ihr Engagement für die „Feuerkinder“, ein Projekt, das sie 2000 mit aus der Taufe gehoben hat und das eine Erfolgsstory ohnegleichen geworden ist.

Auch heuer wieder wird das Operationsteam um Dr. Schraml nach Tansania fliegen, um dort vorwiegend Kinder mit schweren Brandverletzungen und schlimmen Beinfehlstellungen zu operieren. Eine Erfolgsstory – das wäre das Unterfangen wohl nie geworden, wenn es nicht immer wieder Menschen gegeben hätte, die die gute Sache mit Geld unterstützten, denn diese Einsätze vor Ort sind naturgemäß sehr teuer. Zu diesen Menschen gehört unter anderem Luise Bald aus Ochenbruck, die seit über zehn Jahren die Aktion fördert.

Ein großes Herz hat auch Beate Rashid von „Connecting Continents“, die sich ebenfalls in Tansania engagiert. Sie ist gewissermaßen verantwortlich dafür, dass Dr. Annemarie Schraml und Luise Bald zusammenkamen und gemeinsam, jeder auf seine Weise, dazu beitragen, dass junge Menschen, denen von den Medinzinern vor Ort nicht geholfen werden kann, mehr Lebensqualität erhalten.

Connecting Continents aus der Straubinger Gegend hat bereits auf Sansibar eine Schule gebaut und andere Projekte unterstützt, als Beate Rashid, im Brotberuf Physiotherapeutin, auf Fadhili Bahassany aufmerksam wurde, ein Teenager, der eine so schwere Beinfehlstellung hatte, dass er in seiner Heimat nicht behandelt werden konnte. Durch Zufall erfuhr Rashid von der Spezialistin Schraml und um Fadhili Flug und Aufenthalt in Rummelsberg zu ermöglichen, lancierte sie in mehreren Zeitungen Artikel über das Schicksal des jungen Mannes, auch in den NN und im Boten, um Geld und Unterkunftsmöglichkeiten für die Familie zu organisieren.

Hier kommt Luise Bald ins Spiel, die der Fall anrührte und die spontan bei Beate Rashid anrief und, so erinnert sich die genau, am Telefon sagte: „Mein Haus ist Ihr Haus, wenn ich irgendetwas für Sie tun kann, lassen Sie es mich wissen.

Viele Gäste aus Afrika

Von diesem Moment an, war die Bald‘sche Wohnung, die nur fünf Minuten vom Krankenhaus Rummelsberg entfernt liegt, die Unterkunft für alle afrikanischen Gäste, die sich im Laufe der Jahre als Begleitung eines jungen Patienten hier aufhielten, der in Rummelsberg operiert wurde. Doch damit nicht genug. Sie betätigt sich auch immer wieder als „Geldeintreiberin“ für das Projekt, zum Beispiel wenn sie an ihrem Geburtstag die Gäste bittet, keine Geschenke mitzubringen, sondern die Kuh Lise zu füttern. Lisa ist ein hungriges Keramik-Tier, in das man Geld einwirft, das schließlich der Feuerkinder-Organisation zu Gute kommt. Im letzten und in diesem Jahr konnte sie insgesamt 700 Euro an Dr. Schraml übergeben, ein Anlass, zu dem die Orthopädin diese Woche wieder gern nach Ochenbruck gekommen war.

Vor über zehn Jahren begann diese besondere Förderung, als Fadhili sich mit wenig Hoffnung im Nkoaranga Krankenhaus im tansanischen Usa River untersuchen ließ, wo das Rummelsberger Team die kostenlosen Operationen durchführte. Dass man ihm vor Ort nicht helfen kann, war schnell klar, so Dr. Annemarie Schraml, denn der Fall war äußerst kompliziert und erforderte zudem eine konsequente Nachbehandlung, die man in Tansania nicht hätte leisten können. Durch den Einsatz von Beate Rashid, Luise Bald und ihren Mitstreitern konnte der Junge aber erfolgreich in Rummelsberg operiert werden, und der Kontakt zu Frau Bald ist nun nach über zehn Jahren immer noch vorhanden. „Der ist halt jetzt mein Bub“, sagt die ältere Dame, die den „Bub“, mittlerweile 26 Jahre alt, auch auf eigene Kosten studieren lässt.

Dreimal jährlich im Einsatz

Für das Projekt flog Dr. Schraml mit ihrem Team zuletzt drei Mal jährlich nach Tansania, um dort ein Mammutprogramm an Operationen in kürzester Zeit durchzuführen. Auf folgendem Konto werden Spenden dafür gesammelt:
 
Stiftung Tansania Rummelsberg (Kontoinhaber)
EKK-Bank Kassel, BLZ 520 604 10
Konto 103 509 982
IBAN: DE 53 5206 0410 0 103 509 982 – BIC: GENODEF1EK1
Kennwort „Feuerkinder“

Im August gibt es ein kleines Jubiläum: Dann fliegt das OP-Team zum 25. Mal nach Usa River.

N-Land Gisa Spandler
Gisa Spandler