Verkehrsbelastung der B8

„Man muss pragmatisch denken“

Die Verkehrsbelastung auf der B8 in Ochenbruck ist enorm. Mit 24 000 Fahrzeugen täglich ist die Bundesstraße eine der am stärksten befahrenen Verkehrswege vergleichbarer Größe. Beim Gespräch mit Ministerin Kerstin Schreyer hatten sich Mitglieder der Bürgerinitiative Albtraum B8 konkrete Aussagen zu einem Tempo 30 auf der B8 gewünscht, wurden aber enttäuscht. Die Ministerin verwies auf die Zuständigkeit des Innenministeriums. | Foto: Alex Blinten2021/07/Schwarzenbruck-BI-B8-scaled.jpg

SCHWARZENBRUCK – Die Bürgerinitiative Albtraum B8 hatte am Donnerstag die Chance, der 
Staatsministerin Kerstin Schreyer ihre Situation zu schildern.

Tempolimit, feste Blitzer, eine neue Ampel. Achim Hofmann, der Vertreter der Bürgerinitiative Albtraum B8 brachte einige Vorschläge mit, als Kerstin Schreyer, Bayerische Staatsministerin für Wohnen, Bau und Verkehr, nach Schwarzenbruck kam. Konkrete Zusagen bekam er keine. Zu Beginn schilderte er die Situation. Die schmalen Querungshilfen, Lärmbelästigung, Geschwindigkeitsüberschreitungen. „Wir würden uns freuen, wenn sich jemand an dieser Stelle einschalten würde“, sagte der Sprecher der Bürger
initiative. Es brauche vor allem kurz- und mittelfristige Lösungen. Die Belastung existiere jetzt, und deswegen sei schnelles Handeln gefragt.

„Oute mich als lärmempfindlich“

Schreyer hörte aufmerksam zu und sagte danach: „Ich oute mich als sehr lärmempfindlich und habe das breiteste Verständnis für die Frage Lärm.“ Konkrete Zusagen gab es dennoch nicht. Sie sprach von der Mobilität der Zukunft, die sich bisher aber noch nicht abschätzen ließe. Zum einen werden mehr Menschen auch nach der Pandemie von zu Hause aus arbeiten. Zum anderen ziehen mehr Menschen aufs Land. Man müsse erst noch herausfinden, was das für den Verkehr bedeute.

Grundsätzlich will sie den Güterverkehr auf die Schiene bringen und den Öffentlichen Nahverkehr ausbauen. Abstrakte Pläne, die dem Wunsch Hofmanns nach einem schnellen Handeln nicht nachkommen.

Andreas Eisgruber, Leiter des staatlichen Bauamtes, äußerte sich nach Schreyer. Er betonte immer wieder, dass in Schwarzenbruck schon viel gemacht worden sei. „Vielleicht wird das heute als zu wenig wahrgenommen, aber damals war das nach dem neuesten Stand der Technik.“ Auf den Hinweis, dass die Lärmreduzierung durch den speziellen Asphalt bereits abnehme, sagte er, dass ein Austausch erst in Frage käme, wenn er kaputt sei. Die Lebensdauer läge zwischen zehn und 17 Jahren. Bei baulichen Maßnahmen könne es aber schon früher so weit sein.

Hier warf Ministerin Schreyer ein: „Gibt es nicht Leitungen, die man neu verlegen muss? Man muss pragmatisch denken.“ Danach gab Eisgruber bekannt, dass auch bei neuen Messungen der Dauerdruckpegel am Tag wie in der Nacht die Grenzwerte überschreite. Die Ergebnisse lägen dem Landratsamt vor. Eine baldige Antwort könne man nicht erwarten.

Individuell nachrüsten

Einen kurzfristigen Lösungsvorschlag nannte sie dann doch: Man müsse in Schwarzenbruck jetzt individuell nachrüsten. Zum Beispiel bei den Fenstern der Anwohner. Ob die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Kilometer pro Stunde reduziert werden kann, falle aber nicht in ihren Aufgabenbereich. Das müsse das Innenministerium entscheiden, sie stelle dann die Schilder auf. Wichtig sei es, in den Bundesverkehrswegeplan hineinzukommen. Schreyer sagte, die B8 sei dort faktisch nicht drinnen, und damit stehe auch kein Geld für große bauliche Maßnahmen zur Verfügung.

Die Verkehrsbelastung auf der B8 in Ochenbruck ist enorm. Mit 24 000 Fahrzeugen täglich ist die Bundesstraße eine der am stärksten befahrenen Verkehrswege vergleichbarer Größe. Beim Gespräch mit Ministerin Kerstin Schreyer hatten sich Mitglieder der Bürgerinitiative Albtraum B8 konkrete Aussagen zu einem Tempo 30 auf der B8 gewünscht, wurden aber enttäuscht. Die Ministerin verwies auf die Zuständigkeit des Innenministeriums.

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren