Schwarzenbrucker Gemeinderat erteilt Einvernehmen

KZV stellt Antrag auf Vorbescheid für Neubau

So soll die neue Kläranlage (grün umrandet) verwirklicht werden. Plan: Büro Dr. Resch+Partner2016/08/klaeranlage_sb_kzv.jpg

SCHWARZENBRUCK – Der Schwarzenbrucker Gemeinderat hat bei einer Gegenstimme das gemeindliche Einvernehmen zur bauplanungsrechtlichen Zulässigkeit der Kläranlagenerneuerung erteilt. Mit dem entsprechenden Vermerk versehen geht nun der Antrag auf Vorbescheid des KZV Schwarzachgruppe an das Landratsamt weiter.

In der Sitzung zeigte sich Zweckverbandsvorsitzender Heinz Meyer nun zuversichtlich, „dass wir so bauen können“. Er machte deutlich, dass der Zweckverband „kein imaginäres Gebilde und kein Feindbild“ ist. „Das sind wir alle“, machte er deutlich, und zuständig für die Daseinsvorsorge der einzelnen Verbandsgemeinden. Mit dem Antrag habe man nun die Voraussetzungen geschaffen. Erst nach Genehmigung werde man weitere Schritte in die Wege leiten.

Dipl.-Ing. Regine Schatz vom planenden Büro Dr. Resch + Partner aus Weißenburg erläuterte in groben Zügen die vorgesehene Planung (Variante 2a), die einen kompletten Neubau nördlich der bestehenden Kläranlage vorsieht.
Vorgesehen sind eine neue, mechanische Vorreinigungsstufe, bestehend aus Rechen, Sandfang und Vorklärung, sowie ein neues Belebungsbecken mit dem kompakten Verfahren der Kaskadendenitrifikation und zwei neuer Nachklärbecken.

Westlich davon wird eine neue Schlammbehandlung, bestehend aus Voreindicker, Faulturm, Schlammentwässerung, Schlammlagerhalle, Schlammwasserbehandlung und zugehörigem Maschinengebäude errichtet.
Die Anordnung der Anlagenteile erfolge so, dass die angrenzende Wohnbebauung bestmöglich gegen eventuell auftretende Emissionen geschützt ist. Entsprechende Immissionsgutachten (Geruch und Lärm) würden vorliegen.

Geruch- und Lärmminderung

Zu deren Mimimierung sind folgende Maßnahmen vorgesehen:

Einhausung des Rechens mit Absaugung der Abluft, die in das Bewegungsbecken eingeblasen wird, das so gleichzeitig als Biofilter für die Abluftbehandlung wirkt. Anordnung des Belebungsbeckens und der Schlammbehandlungsanlagen im westlichen Grundstücksbereich.

Abgeschirmte Unterbringung der Gebläse und Pumpen sowie der Zentrifuge und des BHKW in den Maschinengebäuden. Soweit erforderlich Ausstattung der Einzelaggregate mit Schalldämmhauben. Ausrüstung der Zu- und Abluftkanäle mit Schalldämpfern. Abschirmung der Kläranlage gegenüber der Wohnbebauung mittels eines mindestens 125 Meter breiten Grünstreifens.

Hauptzufahrt zur Kläranlage zukünftig auf der Zufahrtsstraße westlich des Kläranlagengebäudes. Dadurch Verringerung der Belastung im verkehrsberuhigten Wohnbaugebiet.

Schatz machte deutlich, dass durch die Erneuerung der Kläranlage auf lange Sicht die Abwasserreinigung der angeschlossenen Verbandsgemeinden sichergestellt ist und die neuen Anlagenteile so ausgelegt sind, dass sie problemlos in der Lage sind, die ankommenden Schmutzfrachten zu verarbeiten. Dadurch sei ein störungsfreier Betrieb gewährleistet, der nur in den seltensten Fällen zu einer Beeinträchtigung der Anlieger führe.

Die vorhandene Kläranlage werde nach dem Neubau und der Inbetriebnahme der neuen Anlage stillgelegt und zurückgebaut und die Flächen oberhalb der Schwarzachschlucht als Ausgleichsflächen der Natur zum Teil zurückgegeben werden. Der darüber hinaus benötigte Ausgleich werde an anderer Stelle zur Verfügung gestellt. Die Untere Naturschutzbehörde des Landratsamtes habe man schon sehr frühzeitig in die Planungsüberlegungen mit einbezogen. Die geforderten vogelkundlichen Geländeerhebungen für eine FFH-Verträglichkeitsprüfung und eine spezielle artenschutzrechtliche Prüfung wurden bereits im Rahmen der Aufstellung des Flächennutzungsplanesdurchgeführt und keine bedrohten Arten gefunden.

Die jetzt vorliegende Variante 2 a habe sich letztendlich nach umfangreichen Diskussionen mit dem Gemeinderat, der BI vor Ort und den Fachbehörden als die Variante herauskristallisiert, die allen Belangen (Mensch und Umwelt, Naturschutz, Wirtschaftlichkeit) am besten gerecht werde.

Holl bleibt beim „Nein“

Tanja Holl, die als Einzige dagegen stimmte, machte deutlich, dass die BI weiter dagegen sei. „Arg beschönigend“ nannte sie die dazu getätigten Ausführungen von Regine Schatz. Dass heute von den führenden Köpfen der BI niemand anwesend sei, liege an der Urlaubszeit. Der Beschluss im Gemeinderat eröffne nun aber auch den Klageweg. „Jeder Bürger kann bereits jetzt dagegen klagen“, meinte Holl, die erneut bekräftigte, dass der Abstand von 15 Metern zur Wohnbebauung zu gering sei.

Uschi Beck kritisierte die Bezeichnung Grünstreifen. Hier müsse es Waldfläche heißen. „Der Wald ist kartiert“, antwortete ihr Bürgermeister Ernstberger und Zweckverbandsvorsitzender Heinz Meyer meinte: „Für uns ist der Wald Grünstreifen.“ Im Hinblick auf ein Pilotprojekt  – um damit eine höhere Bezuschussung zu erreichen – zielt man auf den Sektor Energie ab, mit dem Ziel die Anlage durch vielfältige Maßnahmen autark zu machen.

In der Diskussion sind neben dem BHKW eine Solaranlage und eine mögliche Turbine in der Ableitung des gereinigten Wassers zur Schwarzach (zwölf Meter Fallhöhe). Das wird aber Gegenstand der Detailplanungen sein.

N-Land Lorenz Märtl
Lorenz Märtl