100 Kiefern und Fichten werden gefällt

Holzeinschlag im Naturschutzgebiet

Hans Schrödel (2. v. r. ) erläuterte vor Ort sein Vorhaben, das den Bund Naturschutz am Ort und die Agenda 21-Gruppe alarmierte. Foto: Blinten2015/10/schroedel_New_1444830342.jpg

SCHWARZENBRUCK – Hans Schrödel will in seinem Hangwald im Naturschutzgebiet Moor in Schwarzenbruck rund 100 Bäume fällen. Das Vorhaben rief Bund Naturschutz und die örtliche Agenda 21 Gruppe auf den Plan. Schon wieder eine Rodung im Schutzgebiet?, so die kritische Frage der Schwarzenbrucker Naturschützer, die sich vor sechs Jahren schon einmal über eine Fäll-Maßnahme Schrödels geärgert hatten. Damals hatte der Grundbesitzer ebenfalls im Wald am Moor Nadelbäume geerntet.

Karl-Heinz Pühl von der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt lud nun BN, Agenda-Gruppe und Hans Schrödel zu einem gemeinsamen Ortstermin in den Wald am Moor, um über das Vorhaben und die Position seiner Behörde zu informieren. Schrödel hat das Recht, stellte Pühl klar, seinen im Naturschutzgebiet liegenden Hangwald forstwirtschaftlich zu nutzen. Er darf hier im geschützten Wald auch mit einem Harvester arbeiten, einer großen Holzerntemaschine, mit der er vom Moorweg aus in sein Waldstück hineinfahren kann. Der Grundbesitzer wird nicht eine komplette Fläche roden, sondern nur einzelne Bäume aus dem Waldstück herausnehmen, vorwiegend Kiefern und Fichten. Besonders alte, mächtige Stämme sollen als Biotopbäume erhalten bleiben.

Der Oktober ist für die Untere Naturschutzbehörde der beste Monat zum Holzmachen, weil Fledermäuse noch nicht im Winterschlaf sind. Außerdem ist es derzeit extrem trocken im Wald, so dass die Bodenschäden gering bleiben werden.

Kritik am Harvester-Einsatz

Dass der Harvester zum Einsatz kommen soll, ärgert Tanja Holl von der Agenda 21. Es gebe doch schonendere Methoden der Holzernte kritisierte sie, wurde aber von Karl-Heinz Pühl darüber informiert, dass die große Erntemaschine sehr wohl waldschonend arbeiten könne. Harvester könnten so eingesetzt werden, dass nur geringe Schäden im Forst entstehen. Würden die Waldarbeiter die Stämme etwa mit der Seilwinde aus dem Gelände ziehen, dann würden zahlreiche nachwachsende junge Laubbäume zerstört.

Hans Schrödel hat seine Fällmaßnahme schon vor Jahren geplant und dabei immer wieder auf einen harten Winter gehofft. Eigentlich wollte er die Bäume in einem Frostmonat ernten. „Es gab aber nie genug Frost“, sagt er heute, weshalb der Harvester jetzt im Oktober zum Einsatz kommt. Im nächsten Jahr will er dann nachpflanzen: Tannen, Eichen und Spitzahorn.

Wann denn die nächsten Fäll-Arbeiten anstehen würden?, wollten Teilnehmer der Runde im Wald noch von Schrödel wissen, der sich hierzu nur vage äußern mochte.

Karl-Heinz Pühl fasste jedenfalls zusammen, dass es sich bei Schrödels Wald im Naturschutzgebiet um einen ganz normalen Wirtschaftswald handelt, der dementsprechend genutzt werden kann.

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