Schwerkrankes Mädchen wird in Rummelsberg operiert

Hoffentlich wird für Najla jetzt alles gut

Optimistisch hinsichtlich der anstehenden Operation: Mutter Elma, Prof. Dr. Walter Strobl, Najla und Tina Braun | Foto: Kranzer2017/05/najla.jpg

RUMMELSBERG – Was vor knapp einem Jahr begonnen hat, geht nun auf die Zielgerade: die Spendenaktion für das schwerkranke Mädchen namens Najla. Prof. Dr. Walter Strobl, Chefarzt am Krankenhaus Rummelsberg, wird Najla operieren.

Für das Mädchen aus Bosnien-Herzegowina ist es mehr als eine Operation. Mit diesem Tag ist der sehnlichste Wunsch verbunden, überhaupt laufen zu können. Mutter, Tochter und alle Beteiligten lassen in den Tagen vor der Operation die Hoffnung spüren, dass sich das Leben zum Guten wenden kann. „Wenn man so will, wird das ihr neuer Geburtstag“, so Tina Braun, die das Mädchen und ihre Familie bei sich in Weiden aufgenommen und dieSpendenaktion überhaupt erst angestoßen hat.

„Ins Herz adoptiert“

Damit sich das Leben der fünfjährigen Najla zum Guten wenden kann, braucht es Menschen mit einem großen Herz. Einer davon ist Tina Braun. Seit Januar geht die Familienpflegerin aus dem Frauenhaus in Weiden Klinken putzen, damit die Operation Wirklichkeit wird. Sie habe Mutter und Tochter „in ihr Herz adoptiert“, sagt Tina Braun. „Beide gehören zu unserer Familie. Ich hoffe, dass die Mutter in Deutschland Arbeit findet und Najla einen Platz in einem heilpädagogischen Zentrum bekommt“.

Einer, der ebenfalls das Herz am rechten Fleck hat, ist Prof. Dr. Walter Strobl. Der Experte in Sachen Kinder- und Neuroorthopädie hat sich von Anfang an bereit erklärt, dem kleinen Mädchen zu helfen. Dass er bei der Operation auf sein privatärztliches Honorar verzichtet, ist aber aller Ehren wert. Für ihn ist das keine Seltenheit. Geradezu missionarisch ist er mehrmals im Jahr unterwegs und schult Kollegen in deren Heimatländern unentgeltlich. Seit 1984 tourt er jährlich durch diverse Entwicklungsländer, zahlt den Flug auf eigene Kosten, bildet die Kollegen aus und kombiniert den Besuch mit ein paar Tagen Urlaub. Für ihn ist das Passion.

Najla konnte bis vor einem Jahr noch nicht mal stehen. Nur durch regelmäßiges und tägliches Training mit ihrer Mutter Elma an einem Stehbrett, ist die Operation überhaupt möglich, denn zwei Stunden stehen zu können, ist die Voraussetzung für die anstehende Operation.

Zwillingsschwester verstarb

Das kleine Mädchen mit den dunklen Augen war ein Zwillings-Frühgeborenes und erlebte in ihrem vierten Lebensmonat ein multiples Schädel-Hirn-Trauma, wobei ihre Zwillingsschwester verstarb. Aufgrund fehlender medizinischer Maßnahmen im Heimatland Bosnien-Herzegowina kann Najla seitdem nicht selbständig sitzen – geschweige denn gehen. Sie leidet an verkürzten Sehnen und Muskeln – an beiden Beinen. Das ist die Vergangenheit.

Die Zukunft für das tapfere Mädchen beginnt in Rummelsberg. Genauer gesagt im Operationssaal des Krankenhauses dort. Prof. Strobl wird eine sogenannte Mehretagenweichteiloperation an Knie-, Waden- und Hüftmuskulatur durchführen. Sechs Wochen später kommt das Kind dann erneut nach Rummelsberg – zur Orthesenendanpassung. Läuft alles nach Plan, können Najla und ihre Familie erneut Geburtstag feiern.

Dominik Kranzer

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