Fraktionschefin Schulze liefert Infos am laufenden Band

Grüner Wirbelwind im roten Schwarzenbruck

Grüner Input-Junkie in der Bürgerhalle: Katharina Schulze. | Foto: Gisa Spandler2019/05/Schwarzenbruck-Schulze-1.jpg

Dass die muntere Fraktionschefin von Bündnis 90/Grüne im Landtag, Katharina Schulze, bei ihrer Europawahlkampfrede auf Umweltthemen setzen würde, hatte man erwartet. Der 33-jährige Wirbelwind, der auf Einladung des Ortsvereins in die Bürgerhalle kam, setzte aber noch weitere Schwerpunkte, die geschickt mit dem Ziel, möglichst viele Zuhörer am 26. Mai zu den Urnen zu locken, verbunden wurden. Vor allem Frauenthemen und soziale rückte sie bei ihrer frei und lebendig vorgetragenen Rede immer wieder in den Mittelpunkt. Durch ihre frische, unkomplizierte Art lenkt sie ihre Ansprache immer wieder in Richtung Dialog mit dem Publikum.

Zuerst geht es natürlich um Europa. Die lange Friedenszeit, die offenen Grenzen innerhalb, der Binnenmarkt, der Euro, all die zivilisatorischen Errungenschaften der letzten Jahrzehnte streift sie nur kurz.

Drohender Rechtsrutsch

Denn sie sieht diesen Status in Gefahr: durch den drohenden Rechtsrutsch, aber auch durch Bestrebungen der Staatsregierung, Grenzkontrollen wieder einzuführen. Andererseits ist sie aber überzeugt: „Europa kann noch besser werden.“ Es soll demokratischer zugehen in Brüssel und Straßburg (das Parlament soll eigene Gesetze einbringen können) und transparenter (ein Verzeichnis der Lobbyisten wäre wichtig).

Bald aber gerät sie ins gewohnte Fahrwasser der Umweltschutzpartei. „Wir müssen raus aus den fossilen Brennstoffen, die 10-H-Regelung wieder loswerden und Mobilität neu denken, und zwar jetzt“, kommt es Schlag auf Schlag. Vor allem kluge Verkehrskonzepte sind ihr wichtig: „Man muss abgasärmer von A nach B kommen, das ist verdammt nochmal die Aufgabe der Politik.“ Natürlich weist sie auch auf die Zusammenhänge hin, erwähnt, wie Klimawandel, hoher CO2-Ausstoß, abnehmende Biodiversität, Monokulturen in der Landwirtschaft miteinander verquickt sind. Und schlägt so wieder den Bogen zur EU, deren Personal so wichtig für ein nachhaltigeres Europa ist: „Wenn Sie nicht Grün wählen, dann wenigstens eine demokratische Partei, aber gehen Sie wählen“, lautet ihre Botschaft.

Thema Gleichberechtigung

Zu den unauflösbaren Zusammenhängen gehören auch zwei weitere Themenbereiche, die ihr sehr am Herzen liegen: soziale Gerechtigkeit und Gleichberechtigung. „Ich werde so lange über Gleichberechtigung reden, bis wir sie haben“, verkündet sie, und man weiß, sie meint es ernst, wenn sie gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit, mehr weibliche Vorstände in den Unternehmen, bessere Entlohnung in Erzieher- und Pflegeberufen fordert.

Von Anfang an ließ „Katha“ Schulze keinen Zweifel daran, dass ihr Verständnis von Politik nicht auf gewählte Funktionsträger beschränkt ist. Nur gemeinsam komme man weiter, und Bürgerengagement hört beim Geldbeutel nicht auf: Die CO2-Steuer müsse kommen, die Kerosinsteuer ebenfalls, verkündet sie schließt mit einem ihrer Lieblingszitate: „Du kriegst die Welt nicht besser gemeckert, du musst sie besser machen.“

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren