Schwarzenbrucker entdecken Kamtschatka

Expedition am Ring of Fire

Die Expedition mit ihrem Geländefahrzeug durch Gletscher- und Vulkangelände. | Foto: privat2020/10/Schwarzenbruck-Kamkatsch1-scaled.jpg

Schwarzenbruck/Kamtschatka. Schwarzenbrucker wagen ein Abenteuer und bereisen Kamtschatka, die größte Halbinsel Ostasiens.

In den letzten Tagen hat eine Region Schlagzeilen gemacht, die sonst, schon aufgrund ihrer Lage und Entfernung, weitgehend unbekannt ist, geschweige denn zu beliebten Reisegebieten zählt: die nordostasiatische Halbinsel Kamtschatka.
Und doch haben Dr. Peter Schleicher und seine Frau Martina zusammen mit einem befreundeten Ehepaar noch vor den Covid-Reiseverboten dieses Abenteuer gewagt. Denn das war es wirklich: Kamtschatka, die größte Halbinsel Ostasiens, liegt zwischen dem Behringmeer und dem Nordpazifik einerseits und andererseits dem Ochotskischen Meer.

44 Flugstunden

Von Berlin dauert der Flug bei viermaligem Umsteigen 44 Stunden, der wohl weiteste Flug der Welt überhaupt.
Liegen die 10 000 Kilometer hinter einem, landet man in der Hauptstadt Petropetlowsk-Kamtschatski. Sie allein hat 300 000 der 350 000 Einwohner eines Landes, das 1200 Kilometer lang und rund 450 Kilometer breit ist.


Spannender Lichtbildervortrag
Was trieb die kleine deutsche Expedition, denn das war sie, ausgerechnet in diese Region, die heute zur russischen Föderation gehört? In einem spannenden Lichtbildervortrag erzählte Dr. Schleicher von einem Land, das sage und schreibe 160 Vulkane hat, von denen etwa 29 aktiv sind.
Kein Wunder, dass es sich hier um einen riesigen Naturpark handelt, durch die der russische Führer seine deutschen Gäste führte, während es infolge andauernden Regens immer kälter und kälter wurde, nur mit Rucksack und Zelt ausgerüstet, dazu sehr oft Wege über brüchiges Vulkangestein, das nicht nur sehr warm und gefährlich sein kann, sondern aus dem auch zuweilen giftige Schwefeldämpfe strömen.


Zum Naturpark erklärt
Geysire, Eis, Gletscher, aber im Sommer auch mit einer Flora und Tierwelt, die noch kaum ein Mensch je gesehen hat – kein Wunder, dass Kamtschatka 1996 von der UNESCO zum Naturpark erklärt wurde. Ihn zu erforschen ist freilich voller Hindernisse, denn neben wenigen Kilometern Straße und nicht viel mehr Schotterwegen muss der Geländewagen von dem russischen Führer mit Übersicht und Feingefühl gefahren werden: Wälder, deren Bäume weit genug auseinanderstehen müssen, Wasser, dessen Tiefe ausgelotet sein will, Gestein und noch einmal Gestein…
Kein Wunder, dass der Helikopter ein beliebtes Verkehrsmittel ist.

Große Braunbärenpopulation
Weder Platzangst ist von Vorteil, wenn man durch die von der Lava hinterlassenen Höhlen kriecht, noch Seekrankheit, wenn die Expedition zeitweilig über einen Fluss gesteuert wird, an dem sie lernt, dass Kamtschatka nicht nur die meisten Vulkane der Welt hat, sondern auch die größte Braunbärenpopulation. Gefährlich sind die Tiere nicht wirklich, da sie viel lieber von dem reichlich vorhandenen Lachs und anderen Fischen essen. Berühmt sind übrigens die „Königskrabben“, an denen allerdings nicht viel „dran“ ist.

Mondlandschaft
Viele beeindruckende Bilder von den Vulkanen und den immer noch warmen Lavamassen lassen zuweilen den Eindruck einer Mondlandschaft entstehen.
Die Teilnehmer stellten den Besuchern an diesem Lichtbilderabend ein Land vor, das zu den wohl entlegensten, aber auch interessantesten weltweit gehört.

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren