Gras statt Kunstrasen

Echtes Grün auf der Brücke

Macht den neuen Kindergarten in Gsteinach zu einem echten Hingucker: eine Brücke, die das Bauwerk überspannt. Ursprünglich sollte sie mit Kunstrasen belegt werden, jetzt wird der Brückenübergang mit echtem Grün gestaltet. | Foto: Graf Architekten2019/11/Gsteinach_kita.jpg

SCHWARZENBRUCK – Das den Gsteinacher Kindergarten überspannende Bauwerk wird nicht mit Kunstrasen, sondern mit Pflanzenwaben belegt.

Der neue Gsteinacher Kindergarten ist auf der Zielgeraden. Damit wird der ursprünglich angepeilte Zeitplan zwar weit überschritten, zum Jahreswechsel könnte der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) aber, wenn jetzt alles klappt, die ersten zwei Gruppen in dem neuen Gebäude unterbringen. Architekt Reinhard Graf hat den aktuellen Stand der Bauarbeiten im Gemeinderat erläutert.
Für den Innenausbau hat die Gemeinde jetzt die Schreinerarbeiten vergeben – Aufträge für alles in allem 270 000 Euro. Kalkuliert waren hier ursprünglich 150 000 Euro. Insgesamt schlagen die Kosten für die Innenarbeiten im Kindergarten mit 399 000 Euro zu Buche, eine Kostensteigerung um rund sieben Prozent gegenüber der ursprünglichen Kalkulation. Wer allerdings die Marktlage kenne, darauf wies Architekt Graf hin, der wisse, dass eine solche Steigerung derzeit insgesamt tolerabel sei.

Markante Brücke

Ein Kennzeichen des neuen Kindergartens ist die Brücke, die das Bauwerk überspannt und zum dahinter liegenden Spielplatz führt. Sie kann in diesem Jahr nicht mehr fertig gestellt werden. Grund sind Probleme der Kunstrasenhersteller.
Wie berichtet, wollte der Architekt die Brücke ursprünglich mit Kunstrasen belegen.
Auf die Ausschreibungen gab es jedoch bis heute keinerlei Reaktionen.
Die Brücke soll stattdessen mit Rasen-Waben belegt werden.

Bepflanztes Flachdach

Die Bepflanzung der Brücke vergleicht Graf mit dem System eines bepflanzten Flachdachs. Mehrkosten entstehen durch die neue Planung nicht, es bleibt bei den angesetzten 90 000 Euro für den Brückenbelag.
Bedenken aus den Reihen des Gemeinderats, ob denn das Gras auf der Brücke nicht regelmäßig gemäht werden müsse, wies Graf zurück.

Estrich ist schuld

Dass es jetzt in der Endphase des Baus doch nicht so schnell mit der Fertigstellung vorangeht, wie gehofft, liegt am Estrich. Der trocknet seit vier Wochen vor sich hin, ist aber immer noch nicht so trocken, dass mit der Verlegung der Böden begonnen werden kann. „Wir werden in anderthalb Wochen nochmal die Feuchtigkeit messen“, betonte Graf.

Probleme mit Haustechnik

Eigentlich sollte der Kindergarten schon zum Beginn des neuen Kindergartenjahrs im September öffnen. Probleme mit dem Planer der Haustechnik, von dem sich die Gemeinde schließlich trennte, brachte den anfänglichen Zeitplan dann gehörig durcheinander (wir berichteten).
Für die angemeldeten Kinder bedeutet die Verzögerung, dass sie in ein alternatives Quartier ausweichen müssen.
Sie sind in den Räumen des Schwarzenbrucker Jugendraums im Untergeschoss der Albrecht-Frister-Halle untergebracht.

N-Land Alex Blinten
Alex Blinten