Kanalzweckverband erhöht um über 60 Prozent

Drastischer Anstieg bei Abwassergebühren

Ach du Schreck: Die Kanalgebühren des Kanalistations-Zweckverbands Schwarzachgruppe steigen in diesem Jahr drastisch.2016/03/kzv.jpg

SCHWARZENBRUCK – Dass der Kanalisationszweckverband Schwarzachgruppe (KZV) seine Abwassergebühren erhöht, haben wir zwar schon Ende Februar berichtet, viele Bürger haben die Meldung aber offenbar überlesen und staunen jetzt über die Rechnung, die ihnen aus Schwarzenbruck zugesandt wurde. Grund: Beim Schmutzwasser kassiert der KZV ab jetzt über 60 Prozent mehr ab, beim Niederschlagswasser über 30 Prozent.

Das bedeutet für Bürger, die bewusst Wasser gespart und deutlich weniger in den Kanal eingeleitet haben, dass sie trotzdem mehr zahlen müssen.

Für die Einleitung von Schmutzwasser zahlten die Bürger im KZV-Gebiet im vergangenen Jahr 1,34 Euro pro Kubikmeter, in diesem Jahr müssen sie 1,95 Euro berappen.

Das Niederschlagswasser schlug 2015 mit 0,38 Euro zu Buche, heuer mit 0,54 Euro. Die jetzt verschickten Gebührenbescheide weisen dementsprechend höhere Abschlagszahlungen für 2016 aus.

Forderung an den KZV

Der Schwarzenbrucker Peter Ißmayer will die deutliche Erhöhung nicht einfach hinnehmen. Er fordert vom KZV die Vorlage einer detaillierten Kostenkalkulation für die Vorausberechnungen und spricht von „enormen Kostensteigerungen“ und daraus resultierenden „überhöhten Abschlagszahlungen“.

Warum der KZV seine Gebührenerhöhung zwar im Boten, nicht aber auf seiner eigenen Homepage an prominenter Stelle veröffentlichte, ist für den Schwarzenbrucker ebenfalls ein Rätsel.

Ißmayer ist nicht irgendein unzufriedener Kritiker. Er hat vielmehr dafür gesorgt, dass der KZV seine Grundgebühren konstant halten musste – obwohl er die vor drei Jahren eigentlich verdoppeln wollte.

Nach der Fertigstellung des Stauraumkanals in der Ezelsdorer Frankenstraße im Juni 2015: KZV-Vorsitzender Heinz Meyer (Mitte) im Gespräch mit (v.l.) Angelika Schramm von der KZVGeschäftsführung, Dr. Volker Schaardt, Ingenieur Wolfgang Hauf, KZV Geschäftsführer Horst Wagner, dem Bauleiter der Firma Heuchel und dem Sachverständigen Thomas Schmidt. In Regenrückhalteanlagen hat der Kanalzweckverband von 2005 bis 2015 über zehn Millionen Euro investiert. Foto: Blinten
Nach der Fertigstellung des Stauraumkanals in der Ezelsdorer Frankenstraße im Juni 2015: KZV-Vorsitzender Heinz Meyer (Mitte) im Gespräch mit (v.l.) Angelika Schramm von der KZVGeschäftsführung, Dr. Volker Schaardt, Ingenieur Wolfgang Hauf, KZV Geschäftsführer Horst Wagner, dem Bauleiter der Firma Heuchel und dem Sachverständigen Thomas Schmidt. In Regenrückhalteanlagen hat der Kanalzweckverband von 2005 bis 2015 über zehn Millionen Euro investiert. Foto: Blinten2016/03/kzv1.jpg

 

Als Ißmayer damals statt einer Grundgebühr von 45 Euro über 90 Euro zahlen sollte, legte er Widerspruch ein und gewann schließlich eine gerichtliche Auseinandersetzung mit dem Kanalzweckverband vor dem Verwaltungsgericht Ansbach.

Beim aktuellen Streit ist der Schwarzenbrucker zuversichtlich, dass er ihn ebenfalls vor Gericht gewinnen würde. Wenn nämlich der KZV investiert, erklärt er, wird die sich aus der Finanzierung der Baumaßnahmen ergebende Summe auf fünf Jahre verteilt. Diese Abschreibungsbeträge dürften nicht in eine vorauseilende Kalkulation mit erhöhten Abschlagszahlungen einfließen.

KZV-Geschäftsführerin Angelika Schramm weist allerdings darauf hin, dass die Gebühren für 2016 in der Gebührensatzung des Kanalzweckverbands festgelegt sind – und zwar in der Höhe, in der jetzt die Vorauszahlungen berechnet wurden.

Weitere Teuerung 2017

Im kommenden Jahr, das ist der Satzung zu entnehmen, wird das Schmutzwasser noch einmal teurer, dann steigt der Preis pro Kubikmeter von 1,95 auf 1,99 Euro. Die Gebühren für das Niederschlagwasser erhöhen sich dann um einen Cent von 0,54 auf 0,55 Cent.

Tatsächlich hat der Kanalzweckverband in den vergangenen sechs Jahren enorme Summen investiert. Neben den neu gebauten Regenüberlaufbecken in Burgthann (Bergstraße), Mimberg (Industriestraße), Lindelburg (Im Oberdorf), Rummelsberg (Gärtnerei) und Ezelsdorf (Frankenstraße) wurden weitere bestehende Becken umgebaut.

Insgesamt wurden hier von 2010 bis 2015 über zehn Millionen Euro eingesetzt, um Niederschlagswasser bei Starkregenereignissen gezielt aufzufangen und abzuleiten.

Hinzu kommen Kanalsanierungen im gesamten Verbandsgebiet. Am kommenden Mittwoch, 23. März, hat der KZV in seinem Verwaltungsgebäude auf dem Gsteinacher Kläranlagen-Gelände seine öffentliche Haushaltssitzung, die mit einer Bürgerfragestunde beginnt.

Anschließend steht der KZV-Haushalt für 2016 auf der Tagesordnung, außerdem verschiedene Baumaßnahmen, darunter die Kanalsanierung in der Pfaffenherdsiedlung in Ezelsdorf. Hierfür werden die Gesamtkosten bekanntgegeben. Die öffentliche Sitzung beginnt um 16 Uhr.

N-Land Alex Blinten
Alex Blinten