Pausenhof wird eingezäunt.

Der Zaun kommt

Zwischen Pausenhof und Albrecht-Frister-Sporthalle gibt es bereits einen fest installierten Zaun mit Tor. In Kürze wird auch der Rest des Schulhofs eingefasst. | Foto: Christian Geist2020/01/Schwarzenbruck-Grundschule-Pausenhof-Zaun-scaled.jpg

SCHWARZENBRUCK – Der Pausenhof der Schwarzenbrucker Grundschule wird eingezäunt. Der Gemeinderat reagiert damit auf unbelehrbare Eltern, streunende Hunde und einen möglichen sexuellen Übergriff.

Grundschulrektorin Sabine Dannich berichtet von Eltern, die in der Pause auf den Schulhof marschieren und fremde Kinder maßregeln und beschimpfen, weil sie mit ihren eigenen streiten. Von Hunden, die über den Pausenhof streunen. Und von einem älteren Mann, der im Frühjahr vergangenen Jahres eine Schülerin im Brustbereich begrapscht. „Ich hätte dem Kind diesen Vorfall gerne erspart“, sagt Dannich, deren Lehrer seither jeden persönlich ansprechen, der das Gelände queren will.

Schilder verbieten Durchgang

Zudem weisen Schilder auf ein Durchgangsverbot während der Schulzeit hin. Und ein mobiler Zaun begrenzt seit Schuljahresanfang das Gelände hin zu Bücherei, Moor und Bürgerhalle. „Was bei uns auf dem Pausenhof passiert, habe ich zu verantworten. Und auch Sie alle ein bisschen“, sagt Dannich am Dienstagabend im Gemeinderat und plädiert für einen dauerhaften Zaun um den Pausenhof.
Die Verwaltung präsentierte dem Gemeinderat drei Varianten eines Zauns, wobei Variante 3 in der Diskussion kaum eine Rolle spielte. Diese verlagert den Pausenhof nämlich auf die Westseite der Schule und umschließt den dortigen Spielplatz. Entzöge die Gemeinde diese Anlage der Öffentlichkeit, müsste sie Fördermittel in erheblicher Höhe zurückzahlen, erläuterte Bürgermeister Bernd Ernstberger (SPD). Variante 1 und 2 belassen den Pausenhof an Ort und Stelle, unterscheiden sich jedoch in der Größe. So bezieht letztere auch das sogenannte Grüne Klassenzimmer und das Heckenlabyrinth im Süden des Pausenhofs mit ein. Als Martin Glienke (SPD) jedoch darauf aufmerksam machte, dass man für Variante 2 das Labyrinth um zwei Heckenreihen beschneiden müsse, um die Zufahrt für die Feuerwehr zu gewährleisten, fand auch diese Idee kaum noch Zuspruch.

Görz: „Ein Zaun bringt gar nichts“

Grundsätzlich sprachen sich Vertreter aller Fraktionen für einen Zaun aus. Die Einschätzungen reichten von „psychologische Hemmschwelle“ (Erwin Haubner, FWG) bis „absolut notwendig“ (Ursula Beck, parteilos). Doch es gab auch Kritik. Am deutlichsten formulierte diese Dr. Günter Görz (CSU). „Ein Zaun in dieser Höhe bringt gar nichts. Der hält niemanden ab, der was im Schilde führt“, meinte er. „Sonst haben wir irgendwann nur noch Gefängnisse.“ Seiner Ansicht nach trägt der Publikumsverkehr sogar dazu bei, dass nicht mehr passiere. Ein Zaun hingegen nehme den Kindern ein Stück Freiheit und die Möglichkeit, zu lernen, wie man sich im Alltag zu verhalten habe. „Dann müssen wir wieder ein Projekt einführen, in dem die Kinder lernen, wie sie in ihrer Umwelt zurechtkommen“, merkte Görz sarkastisch an.
Mit 13:5 Stimmen beschloss der Gemeinderat schließlich den Bau eines Zauns in Höhe von 1,20 Meter mit mehreren Toren, die sich nur von innen öffnen lassen. Inklusive Pflasterarbeiten veranschlagt die Verwaltung dafür rund 30 000 Euro.

Grapscher nur ein Versehen?

Im Fall des begrapschten Mädchens hatte die Schulleiterin Anzeige erstattet und den Pullover der Schülerin an die Spurensicherung weitergegeben. Die Kripo Schwabach verhörte damals das Mädchen und kam zu dem Schluss, dass der Mann durch eine Gruppe von Schülerinnen gegangen sei und die Berührung „auch ein Versehen hätte sein können“, wie Polizei-Pressesprecher Michael Hetzner berichtet. Man habe deshalb keine öffentliche Fahndung eingeleitet. Das Verfahren wurde eingestellt.

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