Jahrespressekonferenz der Rummelsberger Diakonie

Das Thema Altenpflege treibt die Menschen um

Pflegequalität lässt sich unter anderem festmachen an der Ausbildung der Altenpfleger. Die Rummelsberger Diakonie bildet in ihren drei Fachschulen derzeit 200 junge Leute aus. Foto: Rummelsberger Diakonie2017/07/Rummelsberger-Diakonie.jpg

RUMMELSBERG/NÜRNBERG – „Die Pflege alter, behinderter und kranker Menschen ist die größte Herausforderung für diese Gesellschaft.“ Das sagt Karl Schulz, Vorstandsmitglied der diakonischen Dienste auf der Jahrespressekonferenz der Rummelsberger Diakonie. Die pflegerische Versorgung stand heuer im Mittelpunkt der Veranstaltung, in deren Rahmen Rektor Günther Breitenbach und Finanzvorstand Harald Frei auch die wirtschaftliche Situation der Rummelsberger beleuchteten.

„In der Pflege müssen heute bereits die Weichen für die Zukunft gestellt werden“, stellte Schulz fest. Tatsächlich bewegt das Thema die Bevölkerung von Jahrzehnt zu Jahrzehnt mehr. Jeder ist betroffen, persönlich oder mit Mitgliedern seiner Familie. Laut Umfragen halten die Deutschen die Verbesserung der Pflege älterer Menschen für eine der wichtigsten Aufgaben. „Alle Menschen haben ein Recht auf gute Pflege“, betont Schulz.

13 Pflegeeinrichtungen

Derzeit betreibt die Rummelsberger Diakonie an 13 Standorten in Bayern Pflegeeinrichtungen, ambulante Pflegedienste und Beratungsstellen. Täglich unterstützen rund 1200 Mitarbeitende etwa 2700 Senioren und deren Angehörige. „Die gute Pflegequalität aufrecht zu erhalten, weiter zu verbessern und die Qualität der Pflege an den Menschen zu orientieren ist unsere tägliche Herausforderung“, sagt Schulz.

Aber was heißt Pflegequalität? Der Vorstand der diakonischen Dienste nennt ganz konkret Motivation und Haltung der Pflegekräfte, deren Qualifikation, aber auch den gesellschaftlichen Anspruch des Trägers, nicht zuletzt die finanziellen Rahmenbedingungen der Pflegebranche.

Die Rummelsberger haben deshalb Wünsche an die Politik. Die Diakonie setzt auf die Weiterentwicklung ihrer Angebote für Senioren und deren Angehörige und will mit Hochschulen und Kommunen zusammen arbeiten. All das soll unterstützt werden.

Begleitung bis zum Tod

Als fachliche Schwerpunkte nennt Schulz die Begleitung von dementen Menschen und Sterbenden sowie deren Angehörige. Wenn Vater oder Mutter dement werden und ihre eigenen Kinder nicht mehr erkennen, kommen viele pflegende Angehörige an ihre Grenzen. Die Rummelsberger haben deshalb professionelle Teams, die dann helfen können. In sechs Einrichtungen hat die Rummelsberger Diakonie beschützende Bereiche für Menschen mit einer Demenz eingerichtet.

Das Sterben eines Angehörigen ist eine Ausnahmesituation für die ganze Familie. Hier schaffen die Rummelsberger den Rahmen für eine würdige Sterbebegleitung. Deshalb wurde das Stephanusheim im Diakonie-Dorf als erste diakonische Einrichtung in Deutschland mit dem PallExcelllence Zertifikat für professionelle Pflege und Begleitung am Lebensende ausgezeichnet.

Weil die meisten Menschen zu Hause alt werden möchten, setzen die Rummelsberger verstärkt auf ambulante Pflegeangebote. Außerdem entwickeln sie neue Wohnangebote, kombiniert mit Tagespflege. 24 Stunden an 365 Tagen erhalten Senioren hier Unterstützung, Beratung und Pflege.

Darüber hinaus bietet die Tagespflege der Ehefrau bzw. dem Ehemann die Möglichkeit, bei beginnender Demenz des Partners diesen tagsüber gut versorgt zu wissen, ohne das Leben in einer gemeinsamen Wohnung aufgeben zu müssen. Sollte der Unterstützungsbedarf steigen, kann auch ein Partner in die Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz einziehen und bleibt dann im gleichen Haus.

Drei Fachschulen

„Wer gute Fachkräfte braucht, muss Fachkräfte ausbilden“, sagt Schulz. Deshalb haben die Rummelsberger drei Fachschulen für Altenpflege und Altenpflegehilfe und bilden derzeit 200 angehende Pflegekräfte aus.

Die wirtschaftliche Situation der Rummelsberger Diakonie stellte Finanzvortand Harald Frei vor: Rund 100 Millionen Euro müssen die Rummelsberger über zehn Jahre in den die Instandhaltung bestehender Gebäude investieren, weitere rund 120 Millionen in Neubauten und Generalsanierungen. Dabei freut sich die Diakonie darüber, dass es im dritten Jahr in Folge gelungen ist, einen Überschuss zu erzielen. Rund 309 Millionen Euro Umsatz machte die Rummelsberger Gruppe im vergangenen Jahr, 9 Millionen mehr als 2015. „Der Großteil der Erträge kommt aus den Handlungsfeldern Junge Menschen mit Behinderungen und Ältere Menschen“, erläuterte Frei.

Die Vermögenssituation der Rummelsberger, ausgedrückt in der Eigenkapitalquote von 65 Prozent, ist gut. Allerdings ist der Großteil dieses Eigenkapitals in Immobilien angelegt.

Obwohl die Rummelsberger in den kommenden zehn Jahren rund 220 Millionen Euro genau dafür aufbringen müssen, ist die Liquidität kein Problem. Die liege im mittleren zweistelligen Millionenbereich, betont Frei, und ermögliche damit Zukunftsinvestitionen.

„Insgesamt“, so betont das Rektor Breitenbach, „konnte die Rummelsberger Diakonie auch im Jahr 2016 die positive Entwicklung der vergangenen Jahre fortsetzen, sowohl im wirtschaftlichen wie im strategischen Bereich.“

 

N-Land Alex Blinten
Alex Blinten