Alles aus Erneuerbaren Energien

SCHWARZENBRUCK — Als Vertreter der Agenda 21 nahm Diplom-Ingenieur Joachim Friedrich an dem erstmals stattfindenden Kongress „100 Prozent Erneuerbare-Energien-Regionen – Umsetzungsstrategien für Kommunen und Landkreise“ in Kassel teil. Finanziell und ideell unterstützt wurde er dabei von der Gemeinde Schwarzenbruck.

Immer mehr Kommunen in Deutschland streben eine Vollversorgung mit Erneuerbaren Energien an. Zu einem Erfahrungsaustausch trafen sich nun erstmals 485 Kongressteilnehmer in Kassel. „100 Prozent Erneuerbare-Energien-Kommunen sind keine seltenen Orchideen mehr“, so das Fazit von Joachim Friedrich, „ gibt es doch bundesweit bereits 34 Landkreise und 56 Gemeinden, die sich das Ziel gesetzt haben, sich vollständig mit Erneuerbaren Energien zu versorgen. Etliche davon haben mittlerweile dieses Ziel bereits erreicht oder sogar schon überschritten.“

Der unter anderem vom deutschen Städte- und Gemeindebund getragene Kongress brachte nun kommunale Vertreter aus ganz Deutschland zusammen und stellte Strategien aus erfolgreichen Regionen vor.

Ein Beispiel war die Gemeinde Freiamt im Schwarzwald mit ihren rund 5000 Einwohnern. Mit ihren Photovoltaik- und Solarthermieanlagen, ihren Holzhackschnitzel- und Pelletheizungen, Biogasanlagen, drei Wasserkraftwerken und vier Windkraftanlagen erzeugt die Schwarzwaldgemeinde bereits drei Millionen Kilowattstunden Energie mehr, als die Bürger und das örtliche Gewerbe verbrauchen.

Wichtig bei der Umsetzung dieser Projekte ist hierbei eine intensive Öffentlichkeitsarbeit und die finanzielle Beteiligungsmöglichkeit der Bürger, die zu einer hohen Akzeptanz der installierten Erneuerbare Energien-Anlagen führt. Dies zeigt auch eine aktuelle Forsa-Umfrage.

Dabei sehen die Bürgermeisterin von Freiamt und die Gemeindeverwaltung ihre Aufgabe darin, die Bürger zu unterstützen, zu beraten und administrative Hürden zu beseitigen. So dauerte die Genehmigung der ersten Biogasanlage noch zwei Jahre, während die zweite Anlage bereits nach sechs Monaten gebaut wurde.

Die Vorteile einer Versorgung mit heimischen Erneuerbaren Energien liegen dabei auf der Hand. Das investierte Kapital bleibt vor Ort und fließt nicht, zum Beispiel für Heizöl oder Erdgas, ins Ausland ab. Die örtlichen Handwerksbetriebe werden gestärkt und neue Arbeitsplätze geschaffen. Es resultieren zusätzliche Steuereinnahmen für die Gemeinde. Die regionale Wertschöpfung wird gestärkt und die Kommune leistet einen aktiven Beitrag zum Schutz unsere Klimas.

Weitergehende Informationen zu dem Kongress finden Interessierte im Internet unter www.100-ee-kongress.de, www.kommunal-eneuerbar. de und unter www.deutschland-hat-unendlich-viel-energie.de.

Die Agenda 21 bedankte sich bei der Gemeinde Schwarzenbruck für ihre Unterstützung und hofft, dass sie und die Gemeindewerke, aber auch die Schwarzenbrucker Bürger, weiter am Ausbau der Erneuerbaren Energien vor Ort weiterarbeiten.

Das Ziel einer „100 Prozent Erneuerbaren-Energien-Gemeinde Schwarzenbruck“ bzw. eines „100 Prozent Erneuerbaren-Energien-Landkreises Nürnberger Land“ muss, nach den Erfahrungen, die Joachim Friedrich auf dem Kongress gesammelt hat, somit keine Utopie blei-

ben.

Eine Folgekonferenz im nächsten Jahr wird bereits geplant, mit dann vermutlich noch mehr Teilnehmern, vielleicht auch aus dem Landkreis Nürnberger Land.

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