Die Eröffnung ist im September

Schwaiger Laden „Kolibri“ expandiert

Fleißig am Werkeln: Christa Weiß (links) und Christine Schaller (Mitte), Vorstandsmitglieder des Vereins „Fair&Mehr“, gemeinsam mit einigen Helferinnen beim Renovieren des künftigen Ladens. | Foto: Stefanie Buchner-Freiberger2021/08/Eine-Welt-Laden-Kolibri-Schwaig.png

SCHWAIG – Fast schon hätten die rührigen Mitglieder des Schwaiger Vereins „Fair&Mehr“ ihre Pläne für den eigenen, größeren Eine-Welt-Laden begraben müssen. Doch nun sind sie auf der Suche nach geeigneten Räumen doch noch fündig geworden: Am 11. September eröffnet in der Nürnberger Straße 2 der neue „Kolibri“.

Der alte Eine-Welt-Laden Kolibri, nur ein paar Meter entfernt, war in Schwaig seit vielen Jahren eine Institution. Waren aus fairem Handel wurden dort angeboten und von einem Team Ehrenamtlicher verkauft. Der Gewinn ging an soziale Projekte in Südamerika.

Doch der Kolibri ist bekanntlich der kleinste Vogel der Welt und so war auch der Schwaiger „Ableger“ eher ein Lädchen denn ein Laden und für die geplante „Expansion“ völlig ungeeignet. Mehr faire, aber auch mehr regionale Produkte wünschten sich die Verantwortlichen, und zugleich einen Ort, an dem sich die Schwaiger begegnen können.

Mietvertrag platzte

Mit gerade einmal acht Mitgliedern wurde eigens ein Verein gegründet: „Fair&Mehr. Eine-Welt-Laden Kolibri Schwaig“. Bei der Suche nach einem größeren Domizil schien der ehemalige „Schreibwaren Stierhof“ am Schwaiger Plärrer in greifbarer Nähe, doch kurz vor der Unterschrift platzte der Mietvertrag. „Wir waren am Boden zerstört“, erinnern sich die Vorstandsmitglieder Christa Weiß und Christine Schaller.

Über einen Artikel in der Monatszeitschrift „Mit.“ kam schließlich der Kontakt zum Eigentümer eines Hauses in der Nürnberger Straße 2 zustande, direkt gegenüber dem „Plärrer“. Hier war früher eine Filiale der Hypo-Vereinsbank untergebracht.

Mitten im Zentrum also, denn genau das war der Wunsch des Vereins, der inzwischen von acht auf 80 Mitglieder angewachsen ist. Nicht nur wegen der höheren Kundenfrequenz, sondern auch um ein Zeichen gegen die Verödung der Innenstädte zu setzen, wie Christine Schaller und Christa Weiß sagen. Einziger Nachteil: In den neuen Räumen gab es unendlich viel zu renovieren. „Wir haben tolle Unterstützung bekommen“, betont Christine Schaller, die Architektin ist und daher entsprechendes Know-how und Kontakte zu Handwerksfirmen mitbrachte.

Manche von ihnen arbeiteten – wegen des guten Zwecks – für kleines Geld oder spendeten das Material. Daneben brachten sich viele Mitglieder unermüdlich bei der Arbeit ein. Es habe ein „toller Spirit“ geherrscht, schwärmt Schaller.

Kooperation mit „Zero Hero“ aus Nürnberg

80 Quadratmeter Verkaufsfläche hat der neue Laden, in dem künftig nicht nur mehr „faire“ Produkte aus Dritte-Welt-Ländern gekauft werden können. Man kooperiert mit der Lebenshilfe, die hier Waren aus eigener Schönberger Herstellung anbietet, außerdem mit dem Unverpackt-Laden „Zero Hero“ aus Nürnberg und der Recycling-Papierfirma „Paper Vision“ aus Leinburg.

Darüber hinaus will man Regale wochenweise an kleine, lokale Produzenten vermieten. So haben beispielsweise schon Hersteller von Ketten oder wiederverwendbaren Kosmetik-Pads Interesse bekundet. „Auf diese Weise möchten wir eine größere und jüngere Zielgruppe ansprechen“, sagen Weiß und Schaller.

Und weil der gewachsene „Kolibri“ ein Ort der Begegnung sein soll, besteht die Möglichkeit, einen Kaffee zu trinken. Dafür steht auf der Rückseite auch ein schöner Garten zur Verfügung. Den Verkauf übernehmen 23 Vereinsmitglieder ehrenamtlich. „Wir hoffen, dass trotz der höheren Miete genug übrig bleibt, um das Vereinsziel zu erfüllen“, wünschen sich die Verantwortlichen. Denn mit dem Gewinn sollen weiterhin soziale Projekte unterstützt werden.

Am 11. September wird der Eine-Welt-Laden mit einem Tag der offenen Tür offiziell eröffnet. Danach ist er immer Dienstag bis Freitag von 10 bis 18 und am Samstag von 10 bis 14 Uhr geöffnet. Der alte Laden ist seit Kurzem geschlossen.

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