Schwaig hat ein neues Sorgenkind: das Fachmarktzentrum

Gerade erst gebaut – und schon Schwierigkeiten bei der Suche nach Mietern: das Fachmarktzentrum in Schwaig. Die Gemeinde will Abhilfe schaffen, indem sie größere Verkaufsflächen ermöglicht. Doch das erfordert ein aufwändiges Genehmigungsverfahren. Foto: Kohl2012/05/44049_GRSchwaigFachmarktzentrum1_New_1338386464.jpg

SCHWAIG — Die Dach-Querelen beim „Haus für Kinder und Jugendliche“ in Behringersdorf sind beigelegt, das Gebäude soll Mitte Oktober offiziell eingeweiht werden. Als neues Sorgenkind entpuppt sich derweil das Fachmarktzentrum in Schwaig: Hier stehen viele Räume leer. Mit noch größeren Verkaufsflächen will man Mieter locken.

Noch Anfang Juni kommt quirliges Leben in das „Haus für Kinder und Jugendliche“: Die Kindergartenkinder ziehen ein. An der Fertigstellung ihrer Räume und der Außenanlagen wird mit Hochdruck gearbeitet. Die zweite Hälfte des Gebäudes wird dagegen wohl frühestens in einem Vierteljahr fertig.

Wie Bürgermeisterin Ruth Thurner im Bau- und Umweltausschuss des Gemeinderats berichtete, wurde für den Dachaufbau im Bereich des Vorplatzes zum Bürgersaal und zum Jugendtreff eine Kompromisslösung gefunden. Die Begeh- und teilweise Befahrbarkeit des Flachdachs lasse sich um etwa 120 000 Euro billiger herstellen, als Planerin Diana Iglesis zuletzt gesagt hatte. Die Realisierung werde aber wohl „mindestens drei Monate dauern“.

Auf Mietersuche

Der erste Teil des Schwaiger Fachmarktzentrums, der Edeka-Markt, läuft gut, heißt es. Aber der zweite macht Sorgen. Es ist schwer, weitere Geschäfte für den Komplex zu finden, in dem derzeit nur „T€Di“ und „kik“ sind. Als „Schlecker“ verschwand, zeigte „Woolworth“ Interesse, die Räume zu übernehmen – allerdings mit einer größeren Verkaufsfläche, als der Drogeriemarkt hatte. Das brachte einen Stein ins Rollen.

Als das Fachmarktzentrum vor etwa fünf Jahren geplant wurde, herrschten andere Anforderungen an Geschäftsgrößen. Die Firma, die hinter dem gesamten Bau steht, hat Mühe, für die noch leer stehenden Geschäftsräume Mieter zu finden. Deshalb soll der „vorhabenbezogene Bebauungsplan“ für das Areal so geändert werden, dass größere Verkaufsflächen (zu Lasten von Lagerflächen) und zusätzliche Warensortimente möglich sind. Das erfordert ein aufwändiges Bebauungsplanverfahren. Die Gemeinde hofft, dass alle beteiligten Stellen, darunter auch die Regierung von Mittelfranken, mitziehen.

Bürgermeisterin Ruth Thurner sprach in diesem Zusammenhang ein Problem an, das sich durch die Einzelhandelsaktivitäten in der Nachbarstadt ergibt: „Als die Planung für das Fachmarktzentrum Schwaig begonnen hat, waren wir ein gemeinsamer Siedlungsschwerpunkt mit Röthenbach.“ Das hat sich geändert. Mittlerweile hat jede Kommune ein waches Auge auf das Geschäftsleben beim Nachbarn. Es ist wohl damit zu rechnen, dass Röthenbach, das ja über einen eigenen Gewerbepark verfügt, Einwände gegen die Pläne geltend macht.

N-Land Thomas Kohl/Pegnitz-Zeitung
Thomas Kohl/Pegnitz-Zeitung