Schwaig verabschiedet Haushalt für 2013

Komfortables Polster lässt Investitionen zu

Der „40er“ Bus erschließt von Nürnberg aus wesentliche Teile der Gemeinde Schwaig. Die großen VAG-Fahrzeuge werden für Spitzenzeiten benötigt. Daneben denkt die Gemeinde auch über eine zusätzliche, innerörtliche Linie nach. Foto: Kohl2013/04/61071_gemeinderatschwaighaushaltbus-tk0001_New_1365517264.jpg

SCHWAIG — Die Gemeinde Schwaig steht finanziell nach wie vor sehr gut da. Der Haushalt für 2013 lässt demnach auch Raum für Investitionen in Höhe von gut vier Millionen Euro. Das Zahlenwerk wurde vom Gemeinderat einstimmig verabschiedet.

Der Haushalt hat ein Volumen von 21,36 Millionen Euro, wovon knapp 17,3 auf den Verwaltungs- (laufende Kosten) und rund vier Millionen auf den Vermögenshaushalt (Investitionen) entfallen. Diese geplanten Investitionen können ausschließlich aus Eigenmitteln finanziert werden – also ganz ohne neue Kredite. Allerdings ist eine Rücklagen-Entnahme von 3,9 Millionen Euro vorgesehen. Der Gewerbesteuerhebesatz, der seit 1980 konstant war, wurde von 285 auf 300 Prozentpunkte angehoben (die PZ berichtete).

1,30 Euro Verschuldung pro Einwohner – dieser aktuelle Wert klingt fantastisch, zumal die geringen Schulden zinsgünstige Kredite betreffen und ihnen rund zehn Millionen Euro Rücklagen gegenüberstehen. Letztere werden allerdings im Laufe dieses Jahres deutlich schrumpfen. Knapp vier Millionen Euro sollen aus der Kasse genommen werden, um ohne neue Kredite Verbesserungen anzupacken. Dazu kommen etwa 12 000 Euro aus der Zuführung vom Verwaltungs- zum Vermögenshaushalt.

Ausgaben-Beispiel öffentlicher Nahverkehr: Die Gemeinde liegt an zwei hervorragend bedienten Bahnlinien und wird vom „40er“-Bus der Nürnberger VAG sowie vom Nightliner bedient. Klingt toll, könnte aber noch besser sein. So überlegen Gemeinderat und -verwaltung, Versorgungslücken durch ein weiteres Busangebot zu schließen.

Betriebstechnisch erscheint das machbar – gerade vor dem Hintergrund freier Kapazitäten des bisherigen Laufer Stadtbus-Unternehmens. 50 000 Euro sieht der Schwaiger Etat für ein befristetes Ortsbus-Angebot vor (neben den jährlichen 125 000 Euro für die üblichen Linienbusangebote). Ob dieses Geld ausgegeben wird, steht in den Sternen. Denn eine weitere Buslinie muss auf bestehende Angebotsstrukturen und Lizenzen Rücksicht nehmen. Und das erscheint in diesem Fall schwierig.

Ein Grundsatz der Gemeindever­antwortlichen ist schon lange, die Bürger möglichst wenig zur Kasse zu bitten und „Draufzahl-Einrichtungen“ wie Bücherei, Sportstätten, das Bad, die verpachtete Gaststätte und den öffentlichen Nahverkehr aus Eigenmitteln zu erhalten. Allein für die genannten Einrichtungen werden heuer rund 2,6 Millionen Euro fällig.

Als „Erfolgsgeschichte“ bezeichnete Bürgermeisterin Ruth Thurner in der Haushaltssitzung des Gemeinderats die bald abgeschlossene Sanierung der gemeindlichen Mietanwesen. Da floss viel Geld – angesichts steigender Energiepreise seien die Modernisierungen aber auch wirtschaftlich sehr sinnvoll.

Etwa 400 000 Euro will die Gemeinde heuer in ihre Abwasseranlagen stecken – für die Ermittlung und den Erhalt der Leistungsfähigkeit. Der gleiche Betrag ist für die Revision der technischen Anlagen und die Dachsanierung am Bad vorgesehen. Der Straßenbau in Eichenrangen und Rainwiesenweg werde durchgeführt, ohne dass sich die Anlieger beteiligen müssten. 300 000 Euro sieht der Etat für die Zusammenfassung von Bücherei und VHS als „kleines Kulturzen­trum im Schlossbereich“ vor.

Kinder bedeuten Zukunft, kosten aber auch Geld. Für die Restabwicklung des Großprojekts in Behringersdorf sind 500 000 Euro vorgesehen. Zudem stehen 300 000 Euro für eine weitere Hortgruppe an der Grundschule Schwaig und die Mittagsbetreuung an der Behringersdorfer Schule im Plan. Daneben soll die Ausgestaltung des Schlossbereichs zu einem Raum für ältere Menschen vorangebracht werden: Begegnungs- und Wohnraum, Diakoniestation, Arztpraxen – Ideen gibt es viele.

Jede Fraktion hatte Schwerpunkte, was bevorzugt geschehen soll, aber am Ende herrschte Einigkeit: Schwaig hat sehr gute Grundlagen, Fortschritte auf den Weg zu bringen.

N-Land Thomas Kohl
Thomas Kohl