Dünkel direkt in den Bezirkstag

NÜRNBERGER LAND (fi) — Norbert Dünkel zieht für die CSU im Nürnberger Land wieder direkt in den Bezirkstag in Ansbach ein. Und er schlug sich wacker. Angesichts der dramatischen CSU-Verluste auf Landesebene sind die 42,2 Prozent für Dünkel ein sehr ansehnliches Ergebnis. Im Vergleich mit vor fünf Jahren, als der CSU-Mann auf 49 Prozent kam, „nur“ ein Verlust von sieben Prozent. Der SPD-Direktkandidat Fritz Körber aus Behringersdorf, der im Gegensatz zu Dünkel vor fünf Jahren schon kräftig Stimmen eingebüßt hatte, fiel nochmal um 2,5 Prozent auf jetzt nur noch 22,9 Prozent zurück. Da der engagierte weitere Vertreter des Bezirkstagspräsidenten und frühere Bürgermeister von Schwaig aber auf dem SPD-Listenplatz Eins stand, sollte er auch dieses Mal wieder in den Bezirkstag in Ans-bach einziehen. Als Direktkandidat geht für den Landkreis Erlangen Höchstadt, wie Dünkel zum 3. Mal, der Burgstaller Walter Nussel in das Bezirksparlament. Er holte 39,5 Prozent vor der SPD-Frau Rosemarie Schmidt mit 21 Prozent. Wer für den Stimmkreis Nürnberg-Ost (dazu zählen auch Schwaig und Rückersdorf) nach Ans-bach geht, war gestern bis Redaktionschluss noch nicht bekannt. Völlig offen war gestern Nachmittag auch noch, wer von den kleineren Parteien über die Liste nach Ansbach kommt und ob darunter ein Kandidat aus dem Nürnberger Land ist. Etwa der Grüne Florian Thomae, dessen Partei im Bezirk (noch ohne die vier Nürnberger Stimmkreise) auf 10,7 Prozent kam. Oder für die Freien Wähler (13 Prozent) Erna Schulze-Heitmann mit einem ebenfalls guten Erststimmenanteil von zehn Prozent. Wenig Chancen dürfte dagegen der FDP-Mann Karl-Heinz Hermann haben, der im Nürnberger Land 6,3 Prozent der Direktstimmen holte. Norbert Dünkel jedenfalls freut sich sehr „über das tolle Ergebnis”, weil es trotz der Verluste gegen den Landestrend des Totalabsturzes lief. Und auf mittelfränkischer Ebene liegt er mit den 42 Prozent sowieso auf einem der vorderen Plätze. Diese Direktwahl führt Dünkel auch auf seine „gute Arbeit in der Sozialpolitik Mittelfrankens” zurück. Die Menschen brauchen Abgeordnete, an die sie sich wenden können und die auch konkret helfen, so Dünkel, und hier habe er in den letzten fünf Jahren einfach viel bewirken können. Und will damit gleich weiter machen, indem er beantragt hat, dass die Wohlfahrtsverbände nach den Tariferhöhungen im öffentlichen Dienst mit einem Zuschuss etwas entlastet werden. Ganz besonders freue ihn auch sein sehr gutes Abschneiden in seinem Heimatort Ellenbach, wo Dünkel 67 Prozent der Stimmen erhielt. Das CSU-Desaster in Bayern hat für Dünkel mehrere Ursachen. So die vielen Umbrüche in der Partei und im Staat, mit Belastungen für die Bürger, die vielleicht zuviel waren. Und dann das Rauchverbot. Er selbst habe mehrmals bei Wahlveranstaltungen erlebt, dass vor der Tür stehende Raucher ihn direkt angesprochen haben: „Diesmal wählen wir nicht die CSU…” Richtig ist jedenfalls, so Dünkel, dass die Menschen künftig wieder mehr im Geldbeutel haben, dafür muss die CSU eintreten. Überhaupt nicht zufrieden mit seinem Ergebnis und dem der SPD ist Fritz Körber, der sein erneut schlechteres Abschneiden nicht erklären kann. Umgekehrt freut sich aber auch Körber darüber, „dass die CSU für ihre „Arroganz der Macht” abgestraft wurde. Im Bezirkstag hat oft einfach die Mehrheit entschieden, ohne Argumente.

N-Land Pegnitz-Zeitung
Pegnitz-Zeitung