Pläne für Schwaiger Ortsmitte

Diakonie baut neu

So soll die neue Diakoniestation in der Schwaiger Ortsmitte aussehen. | Foto: Grafik: Architekturbüro Bär & Kühhorn2016/03/diakonie-neubau-schwaig.jpg

SCHWAIG — Die Planungen zum Bau einer neuen Diakoniestation in Schwaig sind so weit fortgeschritten, dass das Konzept einem breiten Publikum vorgestellt werden konnte. Am 17. April werden die Mitglieder des Diakonievereins darüber abstimmen, anschließend wird das Genehmigungsverfahren eingeleitet. Baubeginn soll im Herbst sein.

Zahlreiche Schwaiger nutzten die Möglichkeit, sich im evangelischen Gemeindehaus Moritzbergstraße über die Konzeption zum Bau einer neuen Diakoniestation in der „Neuen Mitte Schwaig“ zu informieren. Das Neubaugelände liegt im Zentrum der Gemeinde und ist verkehrstechnisch gut erreichbar. Der Platz an der Behringersdorfer Straße, auf dem das zweistöckige Gebäude mit Anbauten errichtet werden soll, ist im Wesentlichen der Platz vor dem sogenannten Tagelöhnerhaus, also das Gelände, auf dem immer der Kinder-Flohmarkt stattfand. Das denkmalgeschützte Haus wird nicht berührt.

Diskussion seit sechs Jahren

Pfarrerin Marlies Küffner, Vorsitzende des Diakonievereins, begrüßte die Besucher mit dem Satz: „Seit fast sechs Jahren bin ich jetzt hier – und seitdem planen und diskutieren wir eine neue Diakoniestation. Nun wird es – Gott sei Dank – ernst!“ In der Dreihöhenstraße sei es einfach zu eng geworden und die Belastung der Anwohner durch die ständigen An- und Abfahrten an der Station sei an der Grenze des Zumutbaren angekommen. Weiter hoffte sie, dass man dem großen Ziel, die Menschen so lange wie möglich in der gewohnten Umgebung zu betreuen, durch die Lage des Neubaus mitten in Schwaig einen großen Schritt näher gekommen sei.

Peter Hille, der stellvertretende Vorsitzende, ging anschließend ins Detail. Der Personalstamm von 25 Personen im Jahr 2006 sei auf nunmehr 60 Mitarbeiter gestiegen. Die Zahl der Patienten habe sich im gleichen Zeitraum mehr als verdoppelt. Der bisherige Standort in der Dreihöhenstraße sei infolge des rasanten Anstiegs der Betreuungsleistungen und der Mitarbeiteranzahl in räumlicher und organisatorischer Hinsicht an seiner Belastungsgrenze angelangt. Da sei das Angebot der Gemeinde Schwaig, eine Teilfläche im Bereich Schwaig-Mitte an die Gemeinde-Diakonie zu veräußern, gerade recht gekommen. Im September des vergangenen Jahres wurde das rund 1000 Quadratmeter große Grundstück gekauft. Für die Gesamtkosten von über zwei Millionen Euro werden etwa 900 000 Euro an Eigenmitteln eingesetzt. Der Rest in Höhe von 1,1 Millionen Euro soll mit Fremdmitteln finanziert werden. Augenzwinkernd ergänzte Pfarrerin Küffner: „Da sind natürlich Spenden stets willkommen.“

Das Gebäude wird eine Gesamtnutzfläche von gut 400 Quadratmetern haben, die sich auf zwei Geschosse und einen Anbau verteilen. Für den ambulanten Dienst sind 250 Quadratmeter, für die Nachmittagsbetreuung 90 Quadratmeter und für die Hauswirtschaft etwa 70 Quadratmeter vorgesehen. Das Haus erhält eine Tiefgarage mit 14 Stellplätzen. Oberirdisch sind weitere fünf Parkplätze geplant. Nach den Worten des Architekten Ralph Kühhorn gliedere sich das Gebäude mit fränkischem Dach gut in die Umgebung ein, zeige dank des kubischen Anbaus aber auch moderne Aspekte.

Gerade dieser Flachanbau erhitzte die Gemüter bei der anschließenden Diskussion. Bedenken einiger Bürger, dass Flachdächer immer problematisch seien, entkräftete der Architekt. Materialien und die Technik hätten große Fortschritte gemacht. Auf die Forderung von Besuchern nach bedingungsloser Verwendung von alternativer Energie und biologischen Baustoffen erwiderten sowohl Bauherr als auch Architekt, dass das Ganze noch bezahlbar sein müsse. Beide versprachen aber, alles auszuschöpfen, was im Kostenrahmen erreichbar sei.

N-Land Hans Brinek
Hans Brinek