Traditionshaus geschlossen

Schönberger Kirchweih ohne das“Rote Ross“

Das „Rote Ross“ in der Schönberger Ortsmitte sucht einen neuen Pächter. | Foto: Stefanie Buchner–Freiberger2019/08/rotes-ross-wirtschaft-geschlossen.jpg

SCHÖNBERG – „Wirtschaft sucht Wirtsleut“ – dieses Plakat prangt vor dem „Roten Ross“ in der Schönberger Ortsmitte. Seit Juli ist das Traditionsgasthaus geschlossen, nachdem die Pächterfamilie Tremmel nach fast 20 Jahren gekündigt hat. Deshalb wird die diesjährige Schönberger Kirchweih von Donnerstag an in ganz neuer Form durchgeführt.

„Der Conny konnte das am Ende einfach nicht mehr stemmen“, erzählen Margot und Reinhold Müller, die Besitzer des Gasthauses, und meinen damit ihren Pächter Konrad Tremmel, der zuletzt den Laden im „Roten Ross“ quasi allein schmiss. Nebenbei verkaufte der gelernte Metzger noch seine Wurstwaren. Mit viel Einsatz und Liebe habe er all das gemacht, sagen die Müllers.

Doch war das „Rote Ross“ vor 20 Jahren noch DER Ort für Familienfeiern von der Taufe bis zur Beerdigung, so hielten ihm die Schönberger zuletzt nicht mehr recht die Treue, wie die Müllers ganz ohne Groll einräumen.
Jetzt steht das Gasthaus, das 1725 gegründet wurde (bis 1997 betrieben es Margot Müllers Eltern), leer. Rund 120 Plätze gibt es in den Gasträumen im Erdgeschoß, noch einmal 150 im großen Saal im Obergeschoß.

Pächter suchen Nachfolger

Dieser war viele Jahre lang das kulturelle Zentrum im Dorf: Vereine hielten hier ihre Weihnachtsfeiern und Versammlungen ab, der Theaterverein „Kuni´s Bühne“ führte seine Stücke auf und natürlich wurde hier die Kirchweih gefeiert. Auch zwei Kegelbahnen gehören zum Gebäude.

Jetzt bemühen sich Margot und Reinhold Müller händeringend um eine Nachfolgelösung, haben über diverse Internet-Portale, bei Hotelfachschulen und Brauereien nach neuen Pächtern gesucht – bisher ohne Erfolg. „Wir sind komplett offen. Aber wir wissen auch, dass wir nach der berühmten Stecknadel im Heuhaufen suchen“, meint Margot Müller.

Gastronomie sei bekanntermaßen ein hartes Geschäft, man müsse nicht nur kochen und gut mit Menschen umgehen können, sondern auch betriebswirtschaftlich fit sein. 37 Wirtschaften seien im Nürnberger Land in den letzten 15 Jahren geschlossen worden, hat Reinhold Müller auf einer Liste festgehalten.

Kirchweih muss umdenken

Bis sie fündig werden, wollen die Müllers – nach einigen Renovierungsarbeiten – die Räume privat für Feiern vermieten. Der Theaterverein darf den Saal weiter nutzen. Wegen der fehlenden Wirtschaft mussten allerdings die Organisatoren der Schönberger Kirchweih komplett umdenken. Diese findet heuer nicht rund um den Dorfplatz, sondern vorrangig an einem privaten Stodl im Gartenweg statt.

Dort wird am Samstag auch der Kirchweihbaum aufgestellt. Eingeläutet wird die Kirwa am Donnerstagabend mit dem Vogelsuppenessen im Sportheim, am Freitag wird zur Weizenbar am Gemeindehaus eingeladen und der Frühschoppen am Samstag findet vor dem Dorfladen statt.

N-Land Stefanie Buchner-Freiberger
Stefanie Buchner-Freiberger