Schnaittach springt ins kühle Nass

Karin Müller, Schnaittachs stellvertretende Bürgermeisterin, testet vor der Eröffnung am Samstag die Wassertemperatur. Sie ist in diesem Punkt übrigens optimistischer als der Schwimmmeister: Rund 16 Grad könnten es schon werden, glaubt sie. Am Donnerstag, kurz nach dem Befüllen der Becken, war das Wasser aber auf jeden Fall noch recht frisch. Foto: Rauenbusch2011/08/27748_New_1313076064.jpg

SCHNAITTACH — Die gute Nachricht zuerst: Schnaittach eröffnet sein Freibad am Samstag, obwohl der Marktgemeinde zuletzt beinahe das Wasser ausgegangen wäre. Jetzt die schlechte Nachricht: Weil die Becken nicht beheizt sind, wird ihre Temperatur wohl nicht wärmer als zwölf Grad sein. Die Eröffnungsgäste müssen die Zähne zusammenbeißen. Dafür ist der Eintritt am ersten Tag frei.

Um 11 Uhr am Samstag hat die zweijährige Renovierung mit ihren vielen Pannen (die PZ berichtete) ein Ende. Dann dürfen die Schnaittacher wieder in das Bad. Ein Tag der offenen Tür bei freiem Eintritt soll es werden, sagt Karin Müller, Schnaittachs stellvertretende Bürgermeisterin. Mit dem Baden könnte das am Wochenende nämlich so eine Sache sein: Die Wassertemperatur werde bei maximal zwölf Grad liegen, schätzt Schwimmmeister Karl Heinz Paul.

„Die Sonne muss die unbeheizten Becken wärmen“, so Paul. Viel Zeit hat sie dazu nicht mehr. Erst am Donnerstag wurde das Freibad vollständig mit rund neun Grad kaltem Quellwasser gefüllt, nachdem laut Auskunft aus dem Bauamt noch viel an der Technik korrigiert wurde. Auch war die Abdichtung des Schwallwasserbehälters längst nicht dicht. Dieser Mangel hatte die geplante Eröffnung zu Ferienbeginn am 1. August platzen lassen.

Probleme auf der Zielgeraden

Auf der Zielgeraden gab es weitere Probleme, über die unter anderem der Bayerische Rundfunk berichtete. Nachdem die Marktgemeinde die Baustelle am Dienstag abgenommen hatte, öffneten die Schwimmmeister alle Rohre, um die rund 4000 Kubikmeter fassenden Becken voll zu bekommen. Das rief den Wasserversorger Riegelsteingruppe auf den Plan, denn in der Nacht sank der Pegelstand im Hochbehälter bei Schnaittach – er hat ein Volumen von nur 2000 Kubikmetern – stark ab.

Beinahe wäre den Schnaittachern das Wasser ausgegangen, zumindest in einem Brandfall, wenn die Feuerwehr zusätzlich die Hydranten hätte benutzen müssen. Das Befüllen wurde unterbrochen. „Wir hätten auch noch eine zweite Pumpe anwerfen können“, erklärt Günther Ziegler, der Geschäftsführer der Riegelsteingruppe, „doch das hätte 7000 bis 8000 Euro gekostet. Zu viel nur für das Schnaittacher Freibad.“ Jene Pumpe ist eigentlich als Notreserve für besonders heiße Sommer gedacht.

In der Nacht auf Donnerstag allerdings floss wieder ausreichend durch die Leitungen, und so konnte Gerhard Bunk vom Bauamt am Donnerstag vermelden: „Die Becken sind gefüllt.“ Allerdings gab auch er zu: „Uns ging schon die Muffe.“ Die Wasserentnahme habe man nicht vorher mit der Riegelsteingruppe absprechen können, schließlich habe man bis zuletzt unter Hochdruck am Freibad gearbeitet.

Am Freitag – das ist die letzte Hürde vor dem Tag der offenen Tür – wird das Wasser gechlort. Dazu sind noch einmal Techniker von Fremdfirmen vor Ort. Danach übernehmen Schwimmmeister Paul und seine Kollegen wieder die Regie im Freibad, das seit 2009 saniert wird.

Tag der offenen Tür am Samstag

Paul freut sich nach zwei verschobenen Terminen jetzt auf die Eröffnung. Er rechnet damit, am Samstag viele, viele Besucher durch sein Reich zu führen: „Die Leute werden kommen und sich alles anschauen wollen.“ Der Sprung ins kalte Wasser danach ist natürlich freiwillig.A.Sichelstiel

Geöffnet ist das Schnaittacher Freibad (Badstraße 4) am Samstag von 11 bis 19.30 Uhr, zum Tag der offenen Tür ist der Eintritt frei. Reguläre Öffnungszeiten: Montag bis Freitag jeweils von 10 bis 19.30 Uhr, am Wochenende und an Feiertagen von 9 bis 19.30 Uhr. Die Becken sind – bis auf den Kinderbereich – nicht beheizt.

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N-Land Andreas Sichelstiel
Andreas Sichelstiel