Schnaittach: Räte stimmen doch für neuen Marktplatz

SCHNAITTACH – Wie bereits kurz berichtet, hat der Schnaittacher Marktrat nun doch einen weiteren Schritt Richtung Marktplatzumgestaltung gemacht. Trotz vieler Bedenken erhielt das Ingenieurbüro Topos Team bei zwei Gegenstimmen den Auftrag, für gut 11500 Euro die Maßnahme detailliert zu planen.

Die CSU stimmte jetzt im gesamten Marktrat dafür, nachdem sie im Bauausschuss noch verhindert hatte, dass Topos auf Grundlage des x-ten Vorentwurfs weiterarbeiten darf. Bereits gegenüber der PZ hatte Fraktionssprecher Johannes Merkel klargestellt, dass die Christsozialen die Modernisierung immer wollten, es im entscheidenden Moment aber zu schnell ging. In einer Mitgliederversammlung vor der Sitzung hatte er die Einwände detaillierter erläutert:

Erstens müsse die Gemeinde ein Einzelhandelskonzept zum Marktplatz erstellen lassen, dessen Ergebnis erst gegen Ende des Jahres vorliegt. Zweitens seien die Kosten von 280000 Euro im Oktober auf 371 000 Euro im Juni 2009 gestiegen. Und drittens habe die CSU-Fraktion den aktuellen Plan nicht für Vorabberatungen zur Verfügung gehabt, was für das Veto im Bauausschuss wohl entscheidend war. Das Problem der CSU: «Der neue Plan beinhaltet einen kompletten Pflasterbelag des Marktplatzes und sollte, ohne vorherige Diskussions- und Informationsmöglichkeiten für die Ausschussmitglieder, beschlossen werden», so Merkel. Das sei inakzeptabel, da hier auch über die anteiligen Kosten der Anwohner abgestimmt werde.

Innerhalb des vergangenen Jahres gab es mehrere Vorentwurfsvarianten, unter anderem auch eine eigene der CSU-Fraktion. Einer ihrer Vorschläge war, doch den alten Asphalt möglichst zu belassen, also lediglich zu reparieren. Die Regierung, die die Städtebauförderung unter gewissen Kriterien bewilligt, verlangt aber eine Komplettpflasterung, die die Kosten natürlich deutlich erhöht. Das gefällt auch SPD-Sprecher Georg Sperber nicht: «Wir lassen uns da was raufdrücken.»

Der aktuelle, jetzt beschlossene Vorentwurf enthält dennoch die Vorgaben der Regierung, auch das neue Pflaster. Planer Dieter Blase von Topos verzichtet darin zudem auf das Karree mit Bäumen mitten am Marktplatz. Außerdem sind 33 Parkplätze vorgesehen, momentan sind es 40. 370000 Euro würde das Ganze kosten.

Dagegen waren in der Abstimmung nur noch zwei Markträte: Oliver Unterburger (Freie Wähler-Grüne) ohne Angabe von Gründen und Ute Löhr von Fair.

Sie erinnerte an die Initiative ihrer Gruppierung von 2001, die jetzt Früchte trage, ihrer Ansicht nach aber faul sind. Denn die bisherige offizielle Bürgerbeteiligung ist ihr mit zwei Begehungen und einer Versammlung zu wenig. Sie nannte die Pommelsbrunner Dorferneuerung als besseres Beispiel, weil die Bürger in einer Arbeitsgruppe mit eingebunden waren und daher voll dahinterstünden. «Unser jetziger Entwurf ist einfach 100000 Euro teurer», sagte sie, «vielleicht hätten Bürger einen anderen, sparsameren Weg gefunden – sie müssen das ja auch mit bezahlen.»

Bürgermeister Georg Brandmüller entgegnete, dass dies in der Vorentwurfsphase nicht üblich sei. Die Detailplanung und eine weitere Bürgerbeteiligung folgten erst auf den Marktratsbeschluss, in die Entwurfsplanung zu gehen. Thomas Winter (FW) pflichtete ihm – anders als Alfred Biemann (CSU) – bei. Er «glaubt fest daran», dass der Städteplaner die Bürgermeinung jetzt gut berücksichtigt. So steht es auch in dessen Vertrag.

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