Musikfestival in Großbellhofen

Roll over Bellhofen

Über 1000 Besucher waren am Samstag zum nun schon 6. Roll over Bellhofen nach Großbellhofen gekommen.2012/09/grossbellhofen_u__bersicht.jpg

GROSSBELLHOFEN — Rund 1000 Besucher erlebten am Samstag beim 6. Open Air Festival „Roll over Bellhofen“ nicht nur tolle Bands und tolle Musik, sie praktizierten auf dem Festivalgelande auf dem Sportplatz Inklusion wie sie sein soll. Dieses Festival ist mittlerweile fester Bestandteil im Veranstaltungskalender von „Vereint e.V“ und bei den von der Löwschen Einrichtung betreuten behinderten Personen nicht mehr wegzudenken. Neben den Einheimischen besuchten dabei auch Gäste aus nah und fern, wie von der Lebenshilfe Lauf oder vergleichbaren Einrichtungen aus Frankreich und Tschechien, diese besondere Spätsommerparty.

Menschen mit oder ohne Behinderung waren gleichermaßen angetan von dem Open Air Event. Anita und Peter Huttinger aus Bondorf lobten neben der guten Musikauswahl vor allem auch die prima Organisation der Veranstaltung. „Solche Integrativen Veranstaltungen müssen einfach unterstützt werden“, so die beiden Bondorfer. Klasse fanden sie auch die lockere Atmosphäre auf dem Gelände.

Vor allem jüngere Gäste aber auch einige der Menschen mit Behinderung waren gespannt auf das Saarländische Marionettentheater das mit seinen zum Teil über 100 Jahre alten Puppen das Märchen vom gestiefelten Kater zum Besten gab. Die eigentliche Eröffnung des Festivals erfolgte durch den Männergesangsverein Großbellhofen, unter Leitung von Manfred Brieger.

Die Begrüßung erfolgte durch den 1.Vorsitzenden des Vereins „Vereint e.V.“ Klaus Tyrach, Peter Gail führte danach durch das weitere Programm. Auch Bürgermeister Brandmüller, selbst Großbellhofer, und Pfarrer Hans Eisend mischten sich unter die Gäste.

Neben Rock und Pop hatten die Organisatoren, allen voran Erwin Walter, auch für Kurzweil der jüngsten Besucher gesorgt. Die Torwand wurde aber auch gerne von den behinderten Mitbürgern angenommen. Als Torwart bewährte sich vor allem Wolfgang Mohaupt vom Löwschen Haus in Oberachtel. Daneben traf man auch man auch altbekannte Schnaittacher die mit einer Behinderung leben müssen. Mit dabei auch Thomas Schöner der in jungen Jahren durch einen Fahrradunfall schwer verletzt wurde und jetzt bei der Lebenshilfe in Lauf wohnt.

Als auch die tschechischen Gäste unter Leitung von Eva Lorencova mit ihren Rollstühlen und Betreuern eingetroffen waren, spielte mit „What about Carson“ die erste Band des Tages. Die Nürnberger Indie Legende musste mit ihrem vitalen Country Folk die Stimmung erst mal richtig anheizen, was aber in kurzer Zeit gelang. Vielleicht war es ja der Dirigent der Löwschen Einrichtung , alias Guido Winter, der wie alle Jahre mit seiner unverkennbaren Schirmmütze den ganzen Tag vor der Bühne in seinem Element war. Auch andere bekannte Gesichter von den Heimbewohnern aus dem Oberland konnte man treffen. Michael Schedel hatte heuer seine Aktentasche allerdings gegen einen Rucksack getauscht.

Ob Indie Pop oder mehr Synthie Punk-Pop. Das war den Anwesenden völlig egal, die eigenwilligen Melodien von „Vivian Void“ gingen ins Ohr und die Rhythmen in die Beine. Die reine Frauenband, bestehend aus sieben jungen Frauen, hatte auch schon Auftritte in Berlin und Hamburg.

Diese Bühne mit den Damen nutzte kurzer Hand auch eine ehemalige Heimbewohnerin von Unterachtel für einen Auftritt. Christine Grably versuchte sich gekonnt als Frontfrau im Rappstil. Mit ihrem selbstgestrickten Liedbeitrag erntete sie Beifall auch für ihre selbstsichere Art.

Zwischenzeitlich waren auch die elf Gäste aus Frankreich am Gelände eingetroffen. Die Behinderten waren mit ihren Betreuern auf einem kurzen Urlaubstrip und besuchten neben Prag und Nürnberg nun auch das Festival der Integration in Großbellhofen. Auch Gäste vom Altdorfer Wichernhaus, eine Einrichtung der Rummelsberger Dienste für Menschen mit Behinderung waren angereist.

„Hanami“, ein weiteres Highlight an diesem sonnigen Nachmittag, standen nun auf der Bühne. Keeley und John aus Manchester touren seit fünf Jahren um die Welt. Die Verbindung zu diesem musikalischen Leckerbissen hatte Golda Heart, die 2011 bei Roll over Bellhofen auftrat, in Amsterdam geknüpft. Mit den irisch angehauchten eigenen Kompositionen begeisterten die beiden Musiker das Publikum am Sportplatz. Harri Schemm, Nürnberger Kulturpreisträger, entwarf auch für dieses Jahr das Motiv der T-Shirts, heuer mit einen Tiger um auf Querverbindungen nach Indien hinzweisen.

Für die letzte Band „LiamCurt“ aus Erlangen war es fast ein Heimspiel, kommt der Bassist doch aus Bühl und ein Gitarrist stammt aus Hüttenbach. Mit akustik Folk Pop heitzte die Band bis zum Sonnenuntergang ein.

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