Baumfällarbeiten am Rothenberg

Noch keine freie Sicht

Blickt man vom Berg in Richtung Schnaittach und Hedersdorf, sieht man ganz gut, wo die Staatsforsten Bäume gefällt haben. Für freie Sicht von der Marktgemeinde auf die Festung reicht das bisher aber noch nicht.2013/12/74130_holzrodungrothenbergus_New_1386171964.jpg

SCHNAITTACH — Die Holzfällarbeiten rund um den Rothenberg sind nun beendet. Doch die freie Sicht auf die Festung hatten sich die Schnaittacher anders vorgestellt: Vom Marktplatz aus ist – trotz des Einsatzes der Staatsforsten – bisher keine Veränderung zu sehen.

Immerhin: Von höher gelegenen Standpunkten aus, etwa von der Mittelschule, erkennt man nun mehr von den Festungsmauern. Insbesondere die markante Kontur der Mauerreste des Zeughauses ist besser sichtbar. Die ursprünglich sogar in einer Petition der „Bunten Liste“ geforderte freie Sicht (die Pegnitz-Zeitung berichtete) ist das allerdings noch nicht.

Im Frühjahr, wenn die Blätter ausgebildet sind, wollen sich die Entscheidungsträger noch einmal treffen, um zu sehen, wo nachgearbeitet werden muss. Bei den an den Staatswald hangabwärts angrenzenden Bäumen handelt es sich jedoch um Privatwald – zuständig sind hier nicht mehr die Staatsforsten, sondern die jeweiligen Eigentümer. Auch Vertreter der Schlösserverwaltung wollen sich vor Ort ein Bild machen, um dann innerhalb der Absperrungen um die Festungsanlage das Buschwerk und einige Bäume, vor allem im Westen und im Osten, entfernen zu lassen.

Insgesamt wurden rund um den Rothenberg bei der aktuellen Durchforstungsmaßnahme 800 bis 1000 Kubikmeter Holz entnommen, sagt der Revierleiter Michael Ludwig, der zusammen mit Förster Siegfried Meyer die Arbeiten überwacht hat. Zum Teil waren auch Fichten darunter, deren Standfestigkeit durch die sogenannte Kernfäule stark beeinträchtigt war – letztlich sogar eine Unfallgefahr.

In erster Linie wurden auf der Höhe am Rothenberg Buchen geerntet. Der Revierleiter achtete genau darauf, dass die Bäume in dem Bereich rund um die Festungsanlage behutsam entnommen wurden – wenn es erforderlich war, auch einmal per Handarbeit mit der Motorsäge. Auch auf den Bodendenkmalschutz mussten die Arbeiter Rücksicht nehmen, nicht nur rund um den Festungsfriedhof, sondern auch bei historischen Stellen wie dem einstigen Abwasserkanal. Einzelne, besonders charakteristische Bäume blieben stehen, etwa der sogenannte Henkersbaum, ein etwa 200 Jahre alter Ahorn.

Unterhosen vom Rothenberg?

Ein Großteil des Buchenholzes wird nach Österreich verkauft. Dort stellt ein Unternehmen Naturfasern her. Verwendet werden diese unter anderem für Unterwäsche. Stammholz vom Rothenberg findet aber auch Verwendung in der Möbelindustrie. Die Fichten gehen an ein Sägewerk in Kösching, nach Nürnberg kommt der Rest des Holzes, dort wird es als Hackschnitzel im Kraftwerk verbrannt.

Die markierten Wanderwege wurden durch das schwere Gerät, das die Staatsforsten eingesetzt haben, nur geringfügig beschädigt. Die Spuren, die Harvester und Forwarder dort hinterlassen haben, wo sie solche Wege kreuzten, sollen nach dem vollständigen Abtransport des Holzes beseitigt werden, verspricht Michael Führich von der Staatsforsten-Dienststelle in Allersberg.

Bis Weihnachten werden, wenn die Witterung es erlaubt, alle Arbeiten im weiteren Bereich um die Festung, auch in Richtung Aichig, abgeschlossen sein.

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