Star-Party kam gut an

Mehr als 1300 „Sternengucker“ in Lillinghof

Das Interesse an den rund 50 Teleskopen, die auf dem Flugplatz aufgestellt waren, war riesig2013/08/68046_starpartylillinghofteleskopmenschenmenge_New_1376231764.jpg

SCHNAITTACH — „Sternenguckerzeit“ war Samstagnacht in Lillinghof angesagt. Die Nürnberger astronomische Arbeitsgemeinschaft (NAA) erklärte in Fachvorträgen viel Wissenswertes über das Universum. Über 1300 Besucher aus ganz Nordbayern nutzten die Möglichkeit, auf dem freien Feld des Segelflugplatzes, einen Blick auf ferne Sterne zu erhaschen.

Bereits lange vor Einbruch der Dunkelheit hatten sich die Hobbyastronomen, die auch die Nürnberger Sternwarte im Auftrag der Stadt betreiben, eingefunden, um ihre Teleskope aufzubauen. Auch die ersten Gäste riskierten schon einen Blick mit dem Fernglas in die untergehende Sonne. Vor den Linsen der Optik war dafür natürlich eine Spezialfolie angebrach.

Der Vorsitzende des Vereins, Matthias Gräter, informierte die Besucher über die Beobachtungsmöglichkeiten in dieser Nacht. Dazu gehörte die Raumstation ISS, die um 22.26 Uhr, im Westen sehr hell zu sehen, zehn Grad über dem Horizont vorbeizog. Aber auch junge Galaxien, die Milliarden Lichtjahre entfernt sind.

Die „Star-Party“ entstand aus einem kleinen Kreis von Astronomen, die sich eigentlich auf Feldwegen zur Beobachtung der Himmelskörper trafen und die einem größeren Kreis Einblicke in ferne Galaxien ermöglichen wollten. Als idealer Standort, auch wegen der geringen „Lichtverschmutzung“, stellte sich das Fluggelände am Lillinghof heraus. Seitdem findet hier alle zwei Jahre die Sternen-Party statt.

Leider zogen erst einmal einige Wolken auf und so musste man sich anfänglich mit dem Blick auf einen Heißluftballon oder die Mondsichel begnügen. Ab 22 Uhr jedoch war dann freies Sichtfeld bei guten Bedingungen gegeben, und die wissenshungrigen Besucher reihten sich ein, um einen Blick auf Milchstraße und Co zu erhaschen.

Währenddessen fand im Flugzeughangar der erste von drei Vorträgen statt. Hier veranschaulichte Marco Nelkenbrecher, erfahrener Mitarbeiter der Nürnberger Sternwarte, für Laien verständlich aufbereitet, das Phänomen der Meteoriten. Vereinfacht wird hier in Stein-, Steineisen- und Eisenmeteorite unterteilt, erklärte der Hobbyastronom. Diese Unterschiede liefern einen detaillierten Einblick in die Entstehung des Sonnensystems.

Meteoriten-Einschläge

Auch zeigte er anhand von Bildern, welche Auswirkungen Meteoriteneinschäge haben können. Die meisten Teile verglühen in der Atmosphäre, jedoch ab einem Durchmesser von etwa 25 Metern stellt die Erdatmosphäre kein nennenswertes Hindernis mehr dar und es kommt zu einem Impakt, sagte Nelkenbrecher. Am Beispiel des „Nördlinger Impakts“ wurden die Einschläge, die in Sekunden eine ganze Landschaft verwüsten, aufgezeigt.

Die NAA informierte an einem großen Stand über ihr Angebot und es konnten Bücher und Poster zum Thema Astronomie erworben werden. Erfahrene Führungsteams von der Nürnberger Sternwarte erklärten auch für Laien leicht verständlich die Sternbilder. Einige Besucher beobachteten auf Decken sitzend mit bloßem Auge das Himmelszelt, so auch Martin und Daniela Landrock mit Tochter Nadja aus Fürth. Mama Daniela wusste vom Perseidenstrom und wollte den glühenden Staubregen hier hautnah beobachten.

M27 ist 1400 Lichtjahre entfernt

Vom kleinen Fernglas bis zum großen Spiegel-Teleskop waren etwa 50 Fernrohre aufgebaut. So hatte auch Ralf Kischel aus Lauf sein Newton-Spiegelteleskop installiert und ließ interessierte Gäste einen Blick auf den rund 1400 Lichtjahre entfernten planetarischen Nebel M27 werfen. Douglas Draa erklärte die Sternbilder und Hartmuth Kinzel stellte die unterschiedlichsten Fernrohre vor. Je größer der Durchmesser, desto lichtstärker ist das Teleskop, brachte es der Astronom vereinfacht auf den Punkt.

Ulrike und Roland Sommerer, die zum ersten Mal als Besucher bei der „Star-Party“ waren, sagten: „Die Voraussetzungen sind gut und wir möchten gern die Sternenbilder erklärt bekommen“. Hingegen wollten sich drei Besucherinnen aus Hüttenbach etwas wünschen, wenn die Sternschnuppen vom Himmel fallen. Insgesamt waren die Anwesenden erstaunt, was für interessante Ein- und Durchblicke man mit solchen Teleskopen doch haben kann.

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