Schnaittach will Trauungen und mehr Veranstaltungen auf der Festung

Ja-Wort auf dem Rothenberg

So sieht die Festung von oben aus: Luftaufnahme aus dem aktuellen Flugbildkalender des Eckentaler Novum-Verlags2015/01/93983_luftbildkalenderwochenblattfestungrothenberg-novumverlag_New_1420827964.jpg

SCHNAITTACH — Noch dieses Jahr soll es möglich sein, sich auf der Festung Rothenberg standesamtlich trauen zu lassen. Das hofft jedenfalls der Schnaittacher Bürgermeister Frank Pitterlein. Er will die Festung besser vermarkten. Doch es gibt einen Haken: Weiterhin muss jede Veranstaltungen einzeln von der Schlösserverwaltung des Freistaats abgesegnet werden.

Einzigartig sei die Veste Rothenberg, sagt Schnaittachs Bürgermeister Frank Pitterlein. Doch dem über 100 Jahre langen Verfallsprozess ist nur mühsam beizukommen. „Realistisch betrachtet reden wir von 22 000 Quadratmetern Festungsruine“, sagt Pitterlein.

Das heißt, dass die so spektakuläre Befestigungsanlage aus dem 18. Jahrhundert auf nicht absehbare Zeit nur für einzelne Termine zur Verfügung steht. Jede Veranstaltung muss genehmigt werden. Gerade für standesamtliche Trauungen sei die Festung attraktiv. Pitterlein spricht von einem kleinen Personenkreis, rund 30 Gästen, und kostenfrei werde das auch nicht gehen. Aber: „Trauungen sollten in der Sommersaison 2015 möglich sein.“

Hochzeitsfeiern für maximal 60 Personen, nicht aber standesamtliche Trauungen, konnten bereits in den vergangenen Jahren auf dem Rothenberg gefeiert werden. In den wärmeren Monaten hat die Festung für geführte Rundgänge geöffnet, heuer ab dem 1. April. Veranstaltungen, etwa auch Kindergeburtstage, werden vom Heimatverein Schnait­tach betreut.

Einige Abschnitte der Anlage dürfen nicht betreten werden, weil dort Arbeiten durchgeführt werden. „Jedes Jahr im Frühling kommen Statiker vom Staatlichen Bauamt“, sagt Walter Herchenbach, der Vorsitzende des Heimatvereins. Dann wird entschieden, welche Bereiche zugänglich sind.

Die Schlösserverwaltung des Freistaats führt derzeit, so Pressesprecherin Cordula Mauß, „lediglich verkehrssichernde Maßnahmen“ durch. Sprich: Die Kasematten, bunkerähnliche Räume unter der Oberfläche, die innerhalb der Mauern entlangführen, werden stabilisiert. Manche davon sind in den Sommermonaten zugänglich.

„Highlight sind die Kasematten“, sagt Herchenbach, wegen ihnen kämen die Besucher in die Festung. Derzeit sind sie nicht zugänglich. Die Fledermausschützer haben durchgesetzt, dass sich zwischen 31. Oktober und 1. Mai nur geflügelte Lebewesen dort aufhalten dürfen.

Andere Nachtschwärmer hat es vor rund zehn Jahren auf dem Rothenberg gegeben: Die „Summership“-Festivals von 2003 bis 2006 lockten Fans elektronischer Musik und bekannte DJs wie Sven Väth an.

Doch an eine Wiederaufnahme ist nicht zu denken. „Als Realist sage ich: In der Festung wird es keine Festivals mehr geben“, meint Bürgermeister Pitterlein, der sich aber für mehr Veranstaltungen in den Mauern stark macht. „Wünschenswert wäre, dass wir die Festung besser vermarkten.“

Er hofft darauf, dass künftig mehr Veranstaltungen, gerade auch für Privatleute, dort statt finden können und setzt auf seinen CSU-Parteifreund Markus Söder. Dieser ist als Staatsminister der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat auch für den Rothenberg zuständig. Der Bürgermeister baut darauf, dass Söder die Festung besucht und das Ministerium sie finanziell mehr unterstützt. Pitterlein: „Da ist noch Hoffnung der Dirigent.“

N-Land Andreas Kirchmayer
Andreas Kirchmayer